MAK
Se.ite 178 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
iU. 20 
Fig. 4. Salonkästchen aus dem Besitze des Herzogs 
von Reichstadt, 
man das Jahr 1780 als Entstehungszeih Auf dem 
Deckel befindet sich ein ovales Medaillon mit einer 
Elfenbeinminiatur, 
Damit sind aber die Sammlungen noch lange 
nicht erschöpft, Da ist noch eine Sammlung von nea 
politanischen Krippenfiguren und Puppen 
stücken, eine Sammlung von Fächern' (altfran 
zösische, Empire- und antike chinesische), eine 
Sammlung von Nadelbildern und allerhand Ge- 
eine prächtige italienische Küstenlandschaft von Jan 
van der Vinne vor. Unter den Möbeln stoßen wir 
auf einen zweitürigen Aufsatzkasten aus Rottenbero 
am Neckar, auf Kabinettschränkchen aus der Mitte 
des 17. Jahrhunderts, eine Salongarnitur im Stile 
Louis XIV., eine Empire-Garnitur mit Aubussonüber- 
zügen etc. Das kleine Salonkästchen aus politiertem 
Wurzelholz in Spätempireformen, das unsere Fig. 4 
zeigt, stammt aus dem Besitze des Herzogs von 
Nummern, unter denen die Arbeiten der Empire- und 
Biedermeierzeit dominieren. Aus der Fülle heben wir 
heraus: eine kreisrunde, in Gold montierte Deckel 
dose aus buntem Vernis Martin. Auf dem Deckel ein 
ovales Medaillon, mit geschliffenen Stahlrauten 
ornamenten eingefaßt, auf welchem sich das Bildnis 
eines Knaben in Rokokokostüm mit einem Noten 
hefte in der Hand befindet. Angeblich handelt es 
sich um ein Jugendbildnis Wolfgang Amadeus M o - 
z a r t s. Diese Dose, ist um das Jahr 1770 hergestellt 
worden. Eine andere, gleichfalls runde Deckeldose 
aus Elfenbein, die im Deckel die Porträtminiatur 
einer jungen Frau im schwarzen Kleid vor einer 
Landschaft trägt, entstammt einer späteren Zeit (um 
1810). Einer dritten aus Elfenbein hergestellt, gibt 
räten für weibliche Handarbeiten, eine Sammlung 
von Altwiener Tanz Ordnungen und Damen- 
spenden, darunter siebzehn Ballspenden des 
Wiener Journalisten- und Schriftstellervereines 
,,Concordia“, schließlich eine Sammlung von gehä 
kelten und gestickten Täschchen, Tabak-, Geld- und 
Perlbeuteln. 
Eine Sammlernatur, wie Frau Umlauf es ist, sah 
sie aber auch darauf, daß sich unter ihren Einrich 
tungsstücken Objekte befinden, die den Sammler an- 
ziehen. Blickt man sich in den Zimmern um, so be 
merkt man viele gute Bilder: von J. P. van Bredaei, 
Martin de Paese, Jan van der Vinne, Theodor Al- 
coniere, Reyntjens, Antonio de Pian, Johann Ste 
phan Decker etc. Unsere Abbildung (Fig. 3) führt
	        
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