Nr. 21
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Seite 191
Auktionen ln Frankfurt am Main
4., 5. und 6- Dezember 1933
Aus Beständen der alten fürstl, hohenz, Sammlung Sigmaringen wegen Liquidierung.
Alle Gemälde aus einem deutschen Museum Nachlaß eines süddeutschen Sammlers
Nachlaß Franz Rieliel, Frankiurt a, M,
Asiatische Sammlung eines Wiesbadener Sammlers,
darunter tanzender Bronzeshiva, Gruppe der Soma-Skanda-Murti, Khmer-Plastik u. a.
Plastik von Lehmbruck
Die reich illustrierten Kataloge M 3.— und M 2.— zu beziehen durch:
HUGO HELBING, FRANKFURT AM MAIN
Chronik.
AUTOGRAPHEN
(Autographensammlung Joseph Dessauer.) Im Anschlüsse
an die fürstlich Districhstei n‘s che Bibliothek versteigern
Gilhofer & Ranschburg in Luzern am 23.
November die Autographensammlungen des im Jahre 1876 in
Wien verstorbenen Komponisten Joseph Des sauer und
eines nicht näher genannten Herrn Dr. E. von K, Eis kommen
da insgesamt 4-70 Nummern unter den Hammer, unter denen
sich insbesondere bedeutende musikalische Handschriften befinden.
So begegnen wir da einem sehr interessanten Fragment
von Mozart, Anfang einer Phantasie für Klavier in F-Moll
(Adagio 14 Takte WTakt), ferner einem der wenig erhaltenen
Kompositionsentwürfe von Schubert, Phantasie in F-Mo.11
für Klavier zu 4 Händen, Opus 103 mit voller Signierung und
Datierung (20 Seiten), einem vollständigen Musikmanuskript
desselben Tonkünstlers, das vier Lieder umfaßt, einem Musikmanuskript
von L i is z t, Briefen und Manuskripten von Beethoven,
Rieh. W' a g n e r, Karl Maria von Weber u, v, a.
In der Abteilung „Dichter und Schriftsteller“ scheinen
Goethe, Schiller, Beranger, Bürger, Daudet, Fouque,
Geliert, Gleim, Grillparzer, Heine, Immermann, Gottfried Keller,
Heinrich von Kleist, Theodor Körner, Lenau, Mörike,
Nietzsche, Renan, Rückert, George Sand, Scheffel, Schelling.
Artur Schnitzler, Scribe, Turgenjew, Uhl and, Voltaire, Joh,
Heinrich Voß und Wieland, unter den historischen Aulographen
Fürst Otto Bismarck, Katharina von Medici, Andrea
Doria, Gustav Adolf von Schweden, der durch seine dunkle
Herkunft und seine Schicksale zu einer gewissen Berühmtheit
gelangte Findling Caspar Hauser, Heinrich HI. und Heinrich W.
von Frankreich, Karl V,, Ludwig Kossuth, Papst Leo XIII,,
Abraham Lincoln, die Maintenon, Napoleon I., Oxenstierna,
Wallenstein u. v. a, auf.
NUMISMATIK
{Münzversteigerung,) Das Dorotheum in Wien setzt
am 7. und 9, Dezember die Versteigerung der Münzsammlung
fort, deren ersten Teil sie vom 6. bis 8. November mit
bestem Erfolg unter den, Hammer brachte. Der zweite Teil
umfaßt hauptsächlich Böhmen, Ungarn, Italien und den Kirchenstaat.
PHILATELIE
(Eine Verordnung der Generalpostdirektion.) Die Generalpostdirektion
in Wien hat auf Wunsch der Wiener Philatelisten
und Briefmarkenhändler eine Verordnung ausgearbeitet,
durch die bestimmt wird, daß außer der Post niemand berechtigt
ist, Postwertzeichen herzustellen oder in Verkehr zu setzen,
ferner daß die Nachahmung, Abänderung oder Verfälschung
von Postwertzeichen, postamtlichen Stempeln und
Klebezetteln sowie die Inverkehrsetzung oder der Vertrieb derart
* nachgemachter Postwertzeichen verboten ist, schließlich
daß die Herstellung von Druckformen für die Wiedergabe von
Postwertzeichen nur dann gestattet ist, wenn die Druckformen
mindestens ein Dritiel verkleinert oder vergrößert erscheinen.
Bei Originalgröße muß die Druckform derart hergestellt werden,
daß in der Wiedergabe ein durch das ganze Druckbild
laufender weißer Strich erscheint.
(Neuheiten.) Griechenland übernahm den bisher
halbstaatlichen Flugmarkenvertrieb in den regulären Postverkehr.
Für die italienische Aero Espresso Linie erscheinen aber
trotzdem: 50 Lepta grün und orange, 1 Drachme, dunkelblau
und gelbbraun, 3 D. violett und rotbraun, 5 D. gelbbraun und
blau, 10 D. karmin und schwarz, 20 D. grün und schwarz sowie
50 D. braun und dunkelblau. — Norwegen gab eine in
Querrechtecken gehaltene Dienstmarkenreihe aus, welche die
Wertziffer, das Wappen und die Inschrift „Offentlik sak“ aufweist,
Es erschienen: 2 Oe. ockergelb, 5 Oe. violett, 7 Oe.
orange, 10 Oe. grün, 15 Oe. dunkelolivgrün, 20 Oe. rot, 25 Oe.
hellrotbraun, 30 Oe. hellblau, 40 Oe. grau, 60 Oe. grünlichblau,
70 Oe. braun und 100 Oe. lila. — Auf Restbeständen der
Pereira-Ausgabe von Portugal erschienen Provisorien:
15 C auf 15 C. grauschwarz, 40 C. auf 24 C. grün, 40 C. auf
40 C. ziegelrot, 40 C, auf 75 C, karmin, 40 C. auf 1.25 E. blau
und 40 C. auf 4,50 E. braun, — Die Hochwassermarken Südsla
Wiens erhielten ebenfalls den Aufdruck „Jugoslav
i j a“, der seinerzeitige Zuschlagswert wurde durchbalkt. Ausgegeben
wurden: 25 P, grün, 50 P. braun und 1 D. rot. — In
Belgien kam eine neue Orval-Reihe mit 20.000 Serien zur
Ausgabe. Der Preis beträgt 100 Francs, der Bezug ist nur auf
Vorausbestellung möglich. Es erschienen: 5 + 5 Centimes olivgrün,
10 + 15 C. schwarzbraun, 25+15 C. violettbraun, 50 + 25
C. rotbraun, 75 + 50 C, dunkelgrün, 1 + 1.25 F, braunrot, 1,25 +
1.75 F. schwarzbraun, 1.75 + 2.75 F’, blau, 2 + 3 F, violett, 2.50
plus 5 F. braun, 5+20 F. violett und 10+40 F. blau. — Der
letzte Wert der ethnographischen Reihe von Rußland zu
30 Kop. lilabraun ist erschienen, Drei Stratosphärenflug-Erinnerungsmarken
zu 5, 10 und 20 Kop. in 100,000 bis 200.000
Auflage sind in Vorbereitung. Sie werden den Ballon abbilden.
(Eine Briefverschlußmarke für das deutsche Winterhüfswerk.)
Aus Berlin wird uns geschrieben: Um den Gedanken
des Winterhilfswerks, vor allem des Winterpfennigs immer
weiter zu verbreiten und zu vertiefen, wird in der allernächsten
Zeit eine Briefverschlußmarke zum Preis von je
1 Pfennig herausgegeben. Sie wird in allen einschlägigen Geschäften
und Läden und durch die Parteiorganisationen zu
haben sein. Die Briefverschlußmarke, die die Größe eines
Fünf-Mark-Stückes hat, soll in kleinen Umschlägen zu 10, 50
und 100 Stück ausgegeben werden. Sie soll eine Erinnerung
sein an den harten Winter 1933 und an den Willen der ganzen
Bevölkerung, den Aermsten der Armen zu helfen,
VERSCHIEDENES
(Tod bekannter Sammler.) In Prag ist der Großindustrielle
Kommerzialrat Felix Lechner gestorben, der als
Spezialsammler von Porzellan -einen Ruf hatte. Lechner, der
71 Jahte alt geworden ist, begann mit dem Porzellansammein,
als die Porzellanplastik des 18. -Jahrhunderts als Sammelobjekt
noch fast unbekannt war. Das Erstaunliche an Lechner war
die Treffsicherheit des Blicks, der angeborene Instinkt, den
keine Kunstwissenschaft lehren kann. 1928 hat er unter dem
Titel „Raritäten und Kuriositäten aus Privatsammlungen“ in