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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Nr. 9
Slevogt.
1040 Benvenuto Cellini 40
1043 C o o p e r, Lederstrumpf-Erzählungen, mit Lithogr, - 175
1045 125 Federlithographien zu Cortez, Eroberung von
Mexico 105
1050 Fl au b er t, Herodia®, mit 6 Lithogr 41
1051 Gesichte, 21 Stein- und Zinkdrucke 41
1054 Die Inseln Wak-Wak, 54 Lithogr SO
1060 Ein Liederbuch mit Steinzeichn 90
1062 Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte 425
1066 Schatten und Träume, 13 Radier 60
106S Tierstudien, zwei Mappen 51
1100 Clemenceau, Au pied du Sinai, mit 6 Lithogr,
von Toulouse-Lautrec 69
1106 V a 1 e r y, Gedichte, Insel 1925 16
1130 Wetz e 1, Nachtwachen von Bonaventura, mit
16 Lithogr, von Thylmann 20
Cine NoeplUV er Steigerung in Zürich
Im Zunfthaus „Zur Meise“ in Zürich, wohin
Ulrico H o e p 1 i in den letzten Jahren oft Sammler
aus aller Herren Länder gezogen hat, findet am 26,
Mai wieder eine Hoepli-Auktion statt.
Ein prachtvoller Katalog mit 36 Tafeln unter
richtet über den Umfang der Versteigerung, die dies
mal Autographen, Stiche, Handschriften, Inkunabeln,
Werke über Astronomie, illustrierte Bücher des 16,
bis 19, Jahrhunderts und moderne Luxusdrucke ent
hält.
Die größte Kostbarkeit ist die Original-
Handschrift von Jean Jacques Rousseaus
,,N eue H e 1 o i s e“, die in zwei prächtigen Bänden
gebunden ist. Die 492 Seiten umfassende Handschrift,
die sich ursprünglich in der Familie des Lord Henry
Seymour of Knoyle befand, wurde am 2, April 1928
bei Sotheby in London versteigert. Sie kam dann in
den Besitz von Henry F a t i o in Genf, dessen Erben
die Verwertung nun der Mailänder Firma übertru
gen, die an der Spitze der italienischen Kunstauk
tionshäuser marschiert, Von Dichtern sind mit Auto
graphen weiters vertreten Goethe, Bembo, Pico della
Mirandola und Bernardo Tasso, letzterer mit einem
auf seine Dichtung L'Amadigi bezugnehmenden aus
führlichen Handschreiben, Fürsten und Staatsmänner
sind durch Heinrich II. von Frankreich, Lorenzo di
Medici, Ludwig XIV,, Mazarin, Richelieu u. a, reprä
sentiert. Von Künstlern seien Giambologna, Sangallo
und Poussin genannt, deren Briefe auch inhaltlich
von größtem Interesse sind.
An die Autographen schließt sich eine Anzahl
von Stichen, unter denen schöne Abdrucke der
Hauptblätter von Dürer und Rembrandt auf
scheinen, Unter den Inkunabeln finden wir den
seltenen venezianischen Druck von Caesars Gom-
mentarii von 1471, die von Cristoforo Landino kom
mentierte Ausgabe von Dantes „Göttlicher Komö
die“ (Venise, Octaviano Scoto, 12. März 1484), den
prachtvollen illustrierten ersten venezianischen
Plutarch (Jenson, 1478), der zu den überhaupt schön
sten Erzeugnissen des Frühdrucks zu rechnen ist,
Unter den Handschriften interessieren
vornehmlich die französischen und flämischen Stun
denbücher, sowie eine Handschrift der Gedichte von
Horaz aus dem 15. Jahrhundert.
Sehr reichhaltig ist die Abteilung Astrono
mie, in der Erstausgaben von Galilei, die Briefe des
Johannes Hevelius und Tycho de Brahas im Jahre
1602 erschienenes Hauptwerk „Astronomiae instau-
ratae mechanice“ (Noribergae apud Levinum Hulsi-
um) vorhanden sind.
Der Katalog wird Interessenten auf Wunsch von
der Libreria Antiquaria Ulrico LI o e p 1 i in Mailand
zugeschickt.
Nachlass C. J. Wawra.
Noch einmal, am 6. Mai, werden sich die Auk
tionsräume des Kunsthauses C. J. Wawra in der
Uothringerstraße 14 öffnen: aber auf dem Platze, von
dem aus Alfred Wawra viele Jahre hindurch mit
fächelndem Auge auf das Publikum schaute, das sich
zu seinen Auktionen drängte, wird ein würdevoller
Funktionär des Dorotheums sitzen, der die Verstei
gerung von Wawras Nachlaß leiten wird.
Dieser Nachlaß enthält vielerlei und nicht wenig
Beachtenswertes. Das Hauptstück ist ein Damenpor
trät von Rubens aus fürstlich Anhalt-Dessauischem
Besitze stammend, das von den Experten Dr. Otto
Fröhlich und Richard L e i t n e r auf 25.000 S ge
schätzt, in Ansehung der heutigen Wirtschaftslage
mit nur 8000 S ausgeboten werden wird. Das Bild
zeigt eine vornehme, nicht mehr junge, brünette Da
me mit länglichen Gesichtszügen, in reicher Kleidung,
mit Perlen- und Federnschmuck im Haar, prächtigem
Spitzenkragen und einer mehrfachen Perlenschnur
um den Hals. In den Spitzen des Kragens sind wap
penartige Zierarten enthalten, die den Doppeladler
und einen steigenden Löwen (vielleicht den von Bra
bant) wiedergeben. Das deutet auf eine Beziehung
der Dargestellten zum habsburgischen Hofe
hin, und es ist an sich höchst wahrscheinlich, daß
Rubens noch vor seiner italienischen Reise Verbin
dung mit den Kreisen seiner späteren Gönner Erz
herzog Albert und Infantin I s a b e 11 a gehabt hat,
da er schon zu Beginn des Jahres 1602 in Rom den
bekannten Auftrag des Erzherzogs für die Kirche
Santa Croce in Gerusalemme erhielt.
Aus fürstlich Anhalt-Dessauischem Besitze sind
ferner ein Flügelaltar von Ambrosius B e n s o n, dem
Meister von Brügge (Schätzung 40.000, Ausruf 15.000
Schilling), und ein Bildnis einer Kölner Patrizierin
von Bartholomäus Bruyn dem Aelteren (Schätzung
10.000, Ruf preis 4000 S),
Unter den Gemälden alter Meister finden sich
überdies Werke von Anthonie Palamedesz (Bild
nis eines jüngeren Mannes), Barend van O r 1 e y (Die
hl. Anna Selbdritt), Michael Janszon van Miere-
v e 11 (Bildnis eines Oraniers), Frans de M o m p e r
(Landschaft mit Felsentor), Francois Clou et (Louis
Prince de Conde) u. a. Unter den Arbeiten neuerer
Meister fällt ein Bildnis des Malers Ribarz vön E n-
g e 1 h a r t auf; eine Mondnacht ist in der Art Spitz
wegs gehalten. Mit Zeichnungen sind unter anderem
Max Liebermann, F, von Pausin.g er, F, v,
R e z n i c e k und H. Klee vertreten.
Von den Arbeiten in Marmor, Metall, Bronze,
Holzskulpturen und Porzellan möchten wir das Mar
morrelief „Maria mit dem Kinde“ im Stile des ita
lienischen Quatrocento, eine Turmuhr aus vergolde
tem Kupfer, süddeutsche Arbeit 1599, und eine