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MAK

Full text : Jahrgang 26 (1934) (14)

Seite  116

INTERNATIONALE  SAMMLER-ZEITUNG

Nr.  14

zu  einer  wertvollen  philatelistischen  Rarität  macfeen  dürfte.
Das  Postmänisterium  in  Prag  untersucht  jetzt,  wieviel  Marken
mit  diesem  kaum  zu  bemerkenden  Druckfehler  sich  im  Umlauf
befinden.
(Hugo  Schwaneberger  t)  Im  Alter  von  81  Jahren  ist  in
Bückeburg  der  Altmeister  der  Philatelie.  Hugo  Scfewanejberger.
  gestorben.  Schwansberger  wurde  in  aller  Welt
durch  die  Herausgabe  des  ersten  wissenschaftlich  bearbeiteten
Briefmarkenalbums  im  Jahre  1880  bekannt,  das  für  die  Philatelie ­
  der  ganzen  Welt  richtungweisend  werden  sollte,
VERSCHIEDENES
(Tödlicher  Autounfall  des  Malers  Israels.)  Aus  dem  Haag
ward  uns  gemeldet;  Der  Maler  Isaac  Israels  ist  von  einem
Automobil  überfahren  worden  und  den  hiebei  erlittenen  Verletzungen ­
  erlegen,  Isaac  Israels  wurde  1866  im  Haag  als  Softn
des  berühmten  Malers  Jozef  Israels  geboren.  Er  wurde  der
Schüler  des  großen  Meisters,  dessen  Schilderungen  aus  dem
Leben  holländischer  Küstenbewohner  allgemein  bekannt  sind
Isaac  Israels  setzte  in  seiner  Jugend  die  Traditionen  seines
Vaters  und  Meisters  'fort.  Die  reiche  Palette  von  tiefem  harmonischem ­
  Grau  und  die  charakteristische  Modellierung  mit  fein
ajbgestuften  Helligkeitswerten  und  lockerem  Pinseistricfa  kennzeichnen ­
  die  ganze  Israels-Schule,  die  bekanntlich  auch  stark
auf  Liebermann  gewirkt  hat.  Während  Isaac  Israels  nur  ein
Alter  von  68  Jahren  erreichte,  wurde  sein  Vatec,  der  ihm  schon
lange  im  Tode  vorausgegangen  ist,  87  Jahre  alt.  Die  Tradition
der  Maler  Israels  ist  für  die  moderne  holländische  Schule  von
außerordentlicher  Wichtigkeit  gew'esen,  Bei  allen  führenden
Talenten,  bei  Breitner  zum  Beispiel,  merkt  man  ihren  künstlerischen ­
  Einfluß.
(Eine  echte  Stradivari  entdeckt,)  Aus  Bergamo  wird
uns  gemeldet;  Wie  der  Oberintendant  des  Archivs  von  Bologna,
ein  Spezialist  in  Forschungen  nach  berühmten  alten  Geigen
und  ein  bekannter  deutscher  Geigenbauer  festgestellt  haben,
befindet  sich  im  'Besitz  der  hiesigen  Familie  Tons!  eine  Geige
des  berühmten  Cremoneser  Geigenbauers  Stradivarius
aus  dem  Jahre  1692.

VOM  KUNSTMARKT
(Vfrafienauktion  in  Luzern.)  Ende  August  kam  in  der  Galerie ­
  Fischer  im  Hotel  National  in  Luzern  eine  Sammlung
kostbarer  Waffen  unter  den  Hammer.  Sie  bestand  aus  Stücken
verschiedener  Herkunft:  Griff-  und  Stangenwaffea  aus  österreichischem, ­
  Harnische  aus  italienischem  Adelsbesitz,  Dazu  trat
der  zweiie  Teil  der  Jagdkammer  des  Fürsten  Thun  (Tetschen),
deren  erster  letztes  Jahr  in  Zürich  versteigert  wurde;  Gewehre
und  Pistolen  nebst  Zrjbehör  von  hervorragender  Qualität.  Obwohl ­
  sich  der  Kreis  der  Liebhaber,  Museen  und  Händler,  immer
mehr  verengert,  fand  diese  Auktion  trotzdem  regen  Besuch  aus
dem  Aus-  und  Inland.  Unter  den  Gri'ffwaffen  erzielten  die
höchsten  Preise  ein  Stoßdegen  aus  der  ersten  Hälfte  des
16.  Jahrhunderts  mit  2100  Fr.  und  ein  Weidbesieck  ähnlicher
Garnitur,  doch  hundert  Jahre  später,  mit  1050  Fr.  Die  Preise
der  übrigen  Stücke  hielten  sich  unter  dem  gewohnten  Durchschnitt. ­
  Das  gleiche  gilt  von  den  Stangen  waffen,  besonders ­
  von  den  deutschen  Halbarten.  Unter  den  Schutzwaffen
  behaupteten  die  Helme  ihren  alten  Wert.  Eine  Schallern
mit  Visier  und  Ansteckbart,  um  1480,  ging  zu  4500  Fr.  weg.  Erfolgreichen ­
  Absatz  fanden  die  Harnische,  aber  nur  sofern
es  Qualitätsstücke  waren.  Erwähnt  seien  ein  spätgotischer
Halbfearnisch  (um  1500),  8500  Fr.;  ein  ganzer,  geriffelter  Feldharnisch ­
  (um  1510)  mit  einem  sog.  „Schembartvisierhelm",  der
Clou  der  Auktion,  47.500  Fr.;  ein  kompletter  italienischer  Turnierharnisch,
  Mailänderarbeit  um  1550  bis  1560,  42.000  Fr.;  ein
getriebener  schwarzer  Halbiharnisch  mit  blankem  Dekor  aus  der
gleichen  Zeit,  16.500  Fr.  Rege  Nachfrage  herrschte  nach  den
Schilden,  sie  variierten  zwischen  850  und  2000  Fr.  Ein  geätzter
Rundschild  von  1603  galt  gar  4000  Fr.  und  eine  reich  geätzte
Roßstirne  (um  1520)  5600  Fr.  Die  Pulverwaffen  waren
in  vorzüglichen  Stücken  vertreten.  Die  Kauflust  war  aber  nicht
besonders  groß,  so  daß  einiges  zurückging,  anderes  aber  weit
unter  dem  eigentlichen  Wert  abgegeben  wurde.
(Kunst  ist  unanbringlich.  ..)  Eine  für  die  gegenwärtigen
Verhältnisse  auf  dem  Kunstmarkt  charakteristische  Verhandlung
fand  kürzlich  in  Wien  statt.  Der  Kunsthändler  Ralph  Andrä
Suppanc  war  angeklagt,  eine  vom  Kunst-  und  Antiquitätenhändler ­
  Leopold  S  a  t  o  r  i  kommissionsweise  übernommene
antike  silberne  Terrine  im  Werte  von  5000  Schilling  und  ein
altes  Stammbuch  im  Werte  von  5C0  Schilling  veruntreut  zu
haben.  Suppanc  verantwortete  sich  vor  den  Schöffen  wie  folgt;
,,Da  ich  durch  längere  Zeit  vergeblich  einen  Käufer  für  die
Terrine  suchte,  versetzte  ich  sie,  weil  die  Leute  eher  kaufen,
wann  sie  wissen,  daß  der  Eigentümer  des  Gegenstandes  dringend ­
  Geld  braucht".  Im  übrigen  meinte  er;  l( In  Wien  gibt  es

heute  so  gut  wie  keinen  Kunsthandel.  Ich  habe  —  sagte  er  —
in  Wien  wertvolle  Sachen  aus  aristokratischem  Besitz  gekauft,
aber  verkaufen  konnte  ich  sie  nur  nach  dem  Ausland.  Ich  habe
das  berühmte  V  e  i  a  z  q  u  e  z-P  o  r  t  r  ä  t  aus  der  Harrach-Gaierie
  um  4CÜ.OOO  Schilling  für  Rechnung  des  größten  Kunsthändlers ­
  der  Welt,  des  Lords  D  u  v  e  e  n  in  London,  gekauft  und
dabei  25.000  Schilling  verdient.  Ich  war  auch  als  Einkäufer  für
den  amerikanischen  Zeitungskönig  H  e  a  r  s  t  bei  Auktionen
tätig."  Ueber  das  Stammbuch  aber  sagte  Suppanc,  er  habe  es
—  verschenkt  Herr  Satori  gab  als  Zeuge  an,  daß  di e
Terrine,  ein  schönes  Kunstwerk  aus  dem  Jahre  1786,  7000
Gramm  schwer  ist.  Er  hat  sie  vor  etwa  acht  Jahren  um  14.000
Schilling  gekauft.  Was  die  Terrine  heute  wert  ist?  „Ich  bin  der
älteste  Schatzmeister  von  Oesterreich  und  sage:  Ich  kann  keinen ­
  Wert  angeben.  Heute  gibt  es  keine  Werte.  Keine  Nachfrage. ­
  kein  Wert."  Vors.:  Sie  haben  die  Terrine  mit  5000
Schilling  limitiert.  Da  hätten  Sie  aber  dabei  nicht  viel  verdient! ­
  —  Zeuge:  Heute  gibt  es  kein  Geschäft  —  ich  tue  nur
Steuern  zahlen.  (Heiterkeit.)  —  Ueber  das  Stammbuch  sagte
Satori:  „Es  war  unter  Brüdern  seine  500  Schilling  weri.  Es  war
ein  Stammbuch,  in  das  sich  die  Wiener  Professoren  und  Studenten ­
  eingeschrieben  haben,  die  in  den  Dreißigjährigen  Krieg
zogen.  Alle  haben  neben  ihrem  Namen  auch  Gedichte  und  ihr
Wappen  hineingezeichnet,"  —  Der  Landesbewertungsrat  August
Johannes  Schelle  bewertete  die  Silberterrine  mit  Rücksicht
auf  das  vollständige  Fehlen  von  Nachfrage  auf  dem  Kunsfmarkt
mit  1500  S,  wovon  1C00  S  auf  das  Silber  für  Schmelzzwecke
entfallen.  Suppanc  wurde  bedingt  zu  drei  Monaten
strengen  Arrests  verurteilt  und  sogleich  auf  freien  Fuß
gesetzt.

AUKTIONEN
29.  und  30.  Oktober.  Wien.  Dorotheum.  Münzen  und
Medaillen;  antike,  mittelalterliche  und  Münzen  und  Medaillen
der  neuen  Zeit.
1.  November.  London.  Sotheby  &  Co.  Sizilianische  und
italienische  Juwelen.  Antiquitäten.
2.  und  3.  November.  Wien.  Dorotheum.  Autographen,
Goethe.  E.  T.  A,  Hofimann,  Mozart,  Bruckner,  usw.  Photos
berühmter  Persönlichkeiten.
5.  bis  7.  November.  London.  Sotheby.  Bücher.
6,  November,  London.  Christi  e.  Alte  englische  Irinkgläser.

6.  bis  8.  November.  Frankiurt  a.  M„  Hugo  'Helbing.
Sammlung  Ottmar  Strauß,  Köln  (Bayenthalgürtel).  Gemälde.
Plastik,  Kleinkunst,  Porzellane.  Mcjbel.  ostasiatische  Kunst.
7.  bis  10.  November.  Wien,  Gilhofer  Ranschb
  u  r  g.  Sammlung  Franz  Trau  (Wien).
7.  bis  9.  November.  Paris,  Hotel  D  r  o  u  o  t.  Bibliothek
<Mr.  Lucien  G  o  u  g  g.
10.  November.  Berlin.  Internationales  Kunst,
und  Auktionshaus.  Mobiliar.  Gemälde,  Alichina  usw.
13.  und  14.  November.  München.  Hugo  Helbing.  Antiquitäten, ­
  alte  Möbel,  Einrichtungsgegenstände,  Ostasiatica,  Gemälde ­
  alter  Meister,  Skulpturen.
15.  und  16.  November.  Berlin.  Rudolph  L  e  p  k  e.  Antiquitäten. ­

23.  November.  Leipzig.  C.  G.  B  o  e  r  n  e  r.  Kupferstiche
alter  Meister.
23.  und  24.  November.  Leipzig.  C.  G.  Boerner.  Sammlung ­
  Thomas  Graf  (Berlin.)  Deutsche  Graphik  ers.e  Hälfte
19.  Jahrhundert,
26.  und  27.  November.  Hamburg.  Galerie  Commeter.
Alte  und  moderne  Graphik,  Aquarelle.  Zeichnungen.
29.  und  30.  November.  Berlin.  Max  Perl,  Bücher.
Ende  November.  Berlin.  Paul  Graupe.  Ostasiatica,  Gemälde. ­
  ,
11.  bis  12.  Dezember.  Frankfurt  a.  M.  Hugo  H  e  1  b  l  n  g,
Sammlung  Ottmar  Strauß,  II.  Teil.  Scnloß  Heisterberg.  Farbstiche, ­
  Silber.  Gemälde.  Porzellane,  Möbel.
NEuF  KATALOGE.
Fritz  Seuifer  (vorm.  B.  Seligsberg),  Bayreuth.  Antiq.
Kat.  Nr.  347.  Vorzeit,  Orts-,  Flur-  und  Personen-Namenstorschuna.
  (969  Nummern  mit  Preisen  in  Mark.)
V.  A,  Heck,  Wien.  Kat.  59.  Interessante  alte  Bücher
aus  verschiedenen  Wissensgebieten,  (288  Nummern  mit  Preisen
in  Scfnweizer  Franken.)
J.  A.  S  t  a  r  g  a  r  d  t,  Berlin.  Kat.  352.  Sippenforschung
und  Wappenkunde.  (Genealogie  und  Heraldik.)  Bücher  über
Urkunden,  (2303  Nummern  mit  Preisen  in  Mark.)
„De  B  o  1  k  e  n  k  a  m  e  r‘‘.  Antiquariat,  Amsterdam  Z.
Kat.  7,  Auswahl.  (395  Nummern  mit  Preisen  in  Gulden.)
Galloway  &  Porter  Ltd.,  Cambridge.  Kat  201.  Selected
  Books,  (1  ICO  Nummern  mit  Preisen  in  Pfund.)
            
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