MAK
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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 17/18 
200 Pengö gekauft. Der Arzt begab sich zu Ivänyi- 
Grünwald, der feststellte, daß es sich um eine Fäl 
schung handle. Die Recherchen ergaben, daß auch 
zwei große Gemälde mit dem gefälschten Signum 
des Malers Glatter in Verkehr gebracht worden 
w'aren. Detektivs forschten in einem Kaffeehaus 
zwei Agenten aus, die erklärten, daß sie die Falsi 
fikate von einem bekannten Budapester Maler ge 
kauft hätten, Eine Durchsuchung bei diesem Maler 
ergab ein ganzes Lager von Falsifikaten. Der 
Maler erklärte, daß er diese Bilder von einem ge 
wissen Hartmann in Kaschau erstanden halse. 
Die Oberstadthauptmannschaft hat die Kaschauer 
Polizei ersucht, Hartmann zu verhören. 
Es ist übrigens bei der Polizei eine Meldung 
der Kopenhagener Polizei eingelaufen, daß 
dort mehrere Falsifikate ungarischer Maler in Ver 
kehr Gebracht worden seien. 
Der erste Jeil der Sammlung &ranz Jrau. 
Vom 7, bis 10. November wurde, wie von uns 
bereits gemeldet, in Wien der erste Teil der Samm 
lung Franz Trau versteigert. 
Den Anfang machten die Aquarelle und 
Handzeichnungen, die, billig ausgerufen, zum 
.großen Teile abgingen. Bei Havlicek drückte die 
Menge die Preise: mehr als hundert Aquarelle von 
einem und demselben Künstler waren des Guten zu 
viel. Immerhin wurden an 80 verkauft; die Preise 
bewegten sich zwischen 16 und 80 Schilling. Nur ein 
Blatt, der Marktbrunnen mit der Kollonade im Karls 
bad überstieg den Hunderter. Bei Nr. 110, Wiener 
Ansichten, erfolgte der Zuschlag wohl bei 190 S, 
doch da waren es 14 Bl., so daß auf eines etwa 13 S 
kamen, 
Von den Viennensia der Sammlung brachte 
ein Exemplar des von Dr. Ign. Schwarz zuerst in 
der »Internationalen Sammler-Zeitung« beschriebe 
nen »Wiener Kaufruf« von Brand 900 S, das 
Wiener Heiltumsbuch, das schönste und seltenste 
frühe Holzschnittbuch, das auf 1000 S geschätzt war, 
fand einen Liebhaber in einem reichsdeutschen 
Sammler, der dafür 1300 S erlegte. Dagegen blieb 
Gereons „Doctrina de confessione et absolutione“, 
eines der ersten in Wien (1482 bei Stephan Koblin- 
ger) gedruckten Bücher in Wien. Kaufpreis 650 S. 
Die Stadt Wien erstand ein Unikum, einen Winter 
burger Druck, das Prognostikon auf das jar 1495, 
das Johann Muntz 1494 herausgab, um 500 S. Eben 
falls von der Stadt Wien wurde eine Sammlung 
Wiener Tageszeitungen 1787 bis 1789 (100 S), zwei 
sehr seltene Bücher des kaiserlichen Leibarztes 
Schröter aus dem Jahr 1553 (100 S), das für die 
Theatergeschichte Wiens überaus wichtige Theater 
journal des Theaters an der Wien von 1795 bis 1829 
(300 S) erworben. 
Ein lebhafter Kampf entspann sich zwischen 
der Stadt Wien und einem Sammler um eine Kol 
lektion von 748 Altwiener Glückwunschkarten. Es 
wurde von 400 bis 2800 S gesteigert. Sieger blieb 
der Sammler. Dafür fiel der Stadt Wien die Samm 
lung von 251 Visiten- und Neujahrskarten aus der 
Zeit von 1780 bis 1850 um 600 S zu. 
Unter den Autographen errang die erste 
Fassung von Franz Schuberts Komposition zu 
Schillers Ballade »Der Taucher« mit 1800 S 
den höchsten Preis. Beethovens erster Entwurf 
des Liedes auf den Tod der Frau Eleonora Pasqua- 
latti brachte 680 S, sein kurzes, erregtes Schreiben 
an den Grafen Lichnowsky »Falschheiten verachte 
ich — besuchen Sie mich nicht mehr — keine Aka 
demie wird sein“ — 550 S, das Fragment einer Quit 
tung, dem die Ernennungen Beethovens zum Mit 
glied der Stockholmer Musikakademie und des Wie 
ner kaufmännischen Vereines sowie die Todesan 
zeige Beilagen, 170 S. Das großenteils eigenhändige 
Originalmanuskript von Nestroys »Lumpacivagä- 
bundus« (23 Bl. in Folio) kostete 1300 S, das lücken 
lose Originalmanuskript von Nestroys „Der Welt 
untergangstag", die 20 Jahre später spielende Fort 
setzung zu »Lumpacivagabundus« (90 Seiten), 550 S. 
Kurze Briefe von Goethe notierten zwischen 120 
und 190 S, ein Brief von Schiller (2 Seiten) mit 
400 S. Das »Aschenlied« von Raimund wurde 
mit 240 S, vier für die Aufführung von »Der Bauer 
als Millionär« in Hamburg gedichtete Strophen zum 
»Aschenlied« mit 130 S bezahlt; kleine Autographen 
von Grillparzer wurden mit 16 bis 80 S be 
wertet. 
Nachstehend die Preise ab 100 Schilling: 
Aquarelle und Handzeichnungen. 
5 Jakob Alt, Nußdorf nächst Wien 110 
6 Ders,, Nußdorl von der Donau gesehen 120 
8 [Rudolf v. Alt. Blick auf Wien vom Josefstädter 
'Glacis 600 
9 Ders., Ferdinands'brücke 100 
11 Ders., Franz Josefskai 120 
14 Ders., Stein und Krems 210 
15 Ders., [Piazza della (Borsa in Triest 220 
30 Danhauser, Kroate, Waren feilbietend 158 
32 Alb. Decker, Ludwig Gabilion 250 
43 Fendi, Betende Frau 160 
44 Anton Fidler, Früchte und Blumen, 18 Bl 180 
172 J. IB, Höchle, Werbung um Erzh, Maria Louise für 
Napoleon 210 
173 Ders., Festmahl im Zeremoniensaal 110 
174 Der«,, Familie des Fürsten Liechtenstein in einem 
Park unter einem Baum 320 
194 Emil Hutter, Wiener Ansichten, 12 Bl 110 
200 Klimt, Kopfstudien, 8 Bl. 220 
202 Kriehuber, Porträt eines alten Mannes , ... . 450 
206 L a n z e d e 11 i, Karl Frh. v. Tettenborn 500 
213 Makart, Erster Entwurf zum Vorsaal des Stadt 
theaters 130 
217 Schule des Maulbertsch, 2 hl, Eremiten .... 120 
218 iDers., Himmelfahrt der Maria 180 
230 [R a u 1 i n o, Volksgarten in Wien mit Blick auf die 
Hofburg 140 
231 Desgl., mit Blidk auf Schwarzspanierkirche 120 
233 Franz Reinhold, Ansichten der Linien Wiens, 13 Bl. 200 
238 Carl v. Saar, Herrenbildnis 110 
245 Carl Schindler, Russ, Wachposten 200 
246 Ders.,, [Russ, Infanterie im Sturmangriff 120 
Joh. Chr, Schoeller. 
257 Hr. Walter als Chevalier Dumont 100 
259 Giisperl und Fisperl 120 
262 Wenzl Scholz in der Qhachucha 100 
263 Das liederliche Kleeblatt 350 
264 Hutmacher und Strumpfwirker 220 
267 Herr Spielberger, Röder und Werfe 110 
268 Der Doktor Nolens Volens 160 
269 Nestroy als Dichter (Leufs und Sans Quartier .... 150 
270 Nestroy als Amtsschreiber Wigowitz . 150 
271 Der Talisman mit Nestroy und Scholz ! 180 
292 Balth. Wigand. Das Peterstor von Leipzig, den 
19, Okt. 1813 300 
293 Ders., Das Grimmaische Tor 280 
294 Ders., Abreise des [Herrn Luigi Lablaches 190 
296 Ders,, Der 13. Okt. 1834 zum Andenken der Schlacht 
von Leipzig 145 
305 Franz Wolf, Vermählung der Erzh. Therese .... 110
	        
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