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MAK

Full text : Jahrgang 26 (1934) (4)

Nr.  4

INTERNATIONALE  SAMMLER-ZEITUNG

Seite  31

sind.  Da  die  Sammlungen  der  Deutschen  Bücherei  ständig
wachsen,  ist  die  Gesamtplanung  schon  so  aufgestellt  worden,
daß  eine  allmähliche  Erweiterung  möglich  ist,  ohne  wesentliche ­
  Veränderungen  der  vorhandenen  Bauteile  nötig  zu  machen. ­
  Der  Lesesaalbau  wurde  so  weit  vorgestreckt,  daß  sich
weitere  Lesesäle  und  Speicher  angliedern  lassen.  Der  vorhandene, ­
  rund  17.000  Quadratmeter  große,  von  der  Stadtgemeinde ­
  Leipzig  gestiftete  Bauplatz  soll  etwa  200  Jahre  auisreichen.
  Die  gesamte  Bauanlage  wird  dann  etwa  9000  Quadratmeter ­
  Fläche  bedecken  und  10  Millionen  Bände  aufnehmen
können.

BILDER.
(Ein  Selbstporträt  Raffaels  verbrannt.)  Wie  uns  aus  London ­
  berichtet  wird,  ist  beim  Brande  von  Gatton  Hall,
dem  Herrensitze  des  Senfkönigs  Sir  J.  Colman,  ein
Selbstporträt  Raffael®  vernichtet  worden.
(Lochners  „Anbetung  des  Kindes“.)  In  Amsterdam  ist
die  kleine  „Anbetung  des  Kindes“  von  Stephan  Lochner,
ehemals  im  Besitze  der  Prinzessin  Moritz  von  Sachsen-Altenburg, ­
  aufgetaucht.  Das  reizende  Oelbild,  zuletzt  im  Besitze  der
Familie  von  der  Heydt,  steht  auf  der  Liste  des  „Verzeichnisses ­
  der  national  wertvollen  Kunstschätze“,  deren  Ausfuhr
aus  Deutschland  verboten  ist.  Das  Gemälde  wird  jetzt  für  einen
sehr  hohen  Preis  ausgeboten,

NUMISMATIK
(Marlen-Schillinge.)  Wie  die  „Reichpost"  meldet,  werden
die  neuen  Fünf  sc’  illingstücke,  die  im  Zuge  der  geplanten ­
  Münzreform  in  Oesterreich  zur  Ausgabe  gelangen,  das
Bild  „Unserer  lieben  Frau  von  Mariazell"  tragen,
des  Gnadenbildes,  das  als  „Mariazeller  Muttergottes“  bekannt
ist.  Die  Wahl  des  Mariazeller  Gnadenbilde®  als  Münzbild
knüpft  an  den  Allgemeinen  Deutschen  Katholikentag  in  Wien
und  an  die  250-Jahr-Feier  der  Befreiung  Wiens  an,  die  schon
die  Zeitgenossen  de®  Siege®  über  den  Halbmond  vor  allem  der
Hilfe  der  Mutiergottes  zuschrieber.  Auch  eine  1863  geprägte
Münze  hat  auf  der  einen  Seite  die  Belagerung  Wiens,  auf  der
anderen  das  Mariazeller  Gnadenbild  mit  der  Umschrift:  „Maria
Zell,  Schutzfrau  von  Wien"  gezeigt.  Auch  in  deutschen  Landen
sind  Silbertaler  mit  dem  Marienbilde  nichts  neues.  Seit  dem
17.  Jahrhundert  hat  man  in  Goslar,  Mainz  und  anderen
Orten  Reichstaler  mit  dem  Bilde  Unserer  Lieben  Frau  geprägt,
und  in  Bayern  hielt  man  an  diesem  Brauch  noch  bis  zum
Jahre  1871  fest.  Noch  früher  sind  die  Mariengro  .sehen,
die  seit  1503  in  Niedersachsen  und  in  Westfalen  geprägt  wurden, ­
  und  die  Mari  engul  den  verbreitet  worden,  die  bis
zur  französischen  Revolution  in  Basel,  Straßburg  und
anderen  oberrheinischen  Gebieten  hergestellt  wurden,
(Die  Münze  in  der  Baumrinde.)  In  der  Nähe  von  Reichenhall ­
  wurde  aus  dem  abgesägten  Ast  einer  über  600
Jahre  alten  Linde  an  der  Staufenbrücke  eine  silberne  Münze,
die  vollständig  in  die  Baumrinde  eingewachsen  war,  aulgefunden, ­
  Es  handelt  sich  um  ein  vorzüglich  erhaltenes
15-Kreuzer-Stück  vom  Jahre  1694  mit  dem  fürsterzbischöflichen ­
  Wappen  und  der  Darstellung  des  heiligen  Rupertus  und
de.s  Salzburger  Erzbischofs  Johann  Ernst  Graf  Thun.

PHILATELIE.
(Neuheiten.)  Die  italienische  Post  Verwaltung  hat
neue  Kolonialmarken  zu  20  Lire  für  Postpakete
herausgebracht.  —  Indochina  erhielt  eine  Serie  von  14  Luftpostmarken ­
  von  1  Cent  bis  10  Piaster,  die  alle  einheitlich  ein
modernes  Landflugzeug  zeigen.  —  In  Griechenland  ist  die
sogenannte  staatliche  Luftpost-Serie,  die  Frankaturzwang  für  die
Ikarus-Gesellschaft  hat,  zu  melden.  Die  sieben.  Werte  von
59  Lepta  bis  50  Drachmen  zeigen  in  drei  verschiedenen  Mustern ­
  ein  .Flugzeug  über  der  Karte  der  Balkanhalbinsel,  ein
solches  über  der  Karte  des  Ikarischen  Meeres  und  Schließlich
ein  ganz  modernes  Flugzeug,  die  Akropolis  überfliegend.  Auffällig ­
  ist,  daß  bei  allen  Werten  eine  Inschrift,  die  die  Marken
als  Flugpostmarken  bezeichnet,  fehlt.  Ein  neuer  Freimarkenwert, ­
  75  Drachmen,  schwarz,  Mitte  lilaro.sa,  zeigt  Pallas  Athene
mit  Helm,  Schild,  Speer.  Frankreich,  Im  Friedensmuster  ist  der
Freimarkenwert  zu  65  Cent,  braunlila  erschienen,  der  bisher
nur  mit  Vorausentwertung  bekannt  war.  —  Dominikanische ­
  Republik.  Die  Flugpostmarke  zu  10  Cent,  gelangte ­
  in  neuer  Zeichnung  zur  Ausgabe.  Darstellung:  Flugzeug
über  dem  Fort  Ozama,  mit  Inschrift:  „Correo  Aereo  International", ­
  in  Steindruck  hergestellt,  in  Bogen  zu  5mal  5  Stück,

gezähnt  12,  10  Cent.,  dunkelblau.  —  Saargebiet.  Durch
Aufdruck  „Dienstmarke"  auf  die  niedrigen  kursierenden  Frei
markenwerte  wurden  neue  Dienstmarken  geschaffen.  10  Cent,
braun,  15  Cent,  dunkelgrün,  25  Cent,  blaugrün.  -—  Sansibar
Die  Portomarke  zu  25  Cent,  mit  Zierrahmen-Einfassung  hat  ihre
Papierfarbe  geändert,  25  Cent,  schwarz  auf  dunkellila
(Gedenkblatt  der  Deutschen  Nothille.)  Aus  Berlin  wird
uns  gemeldet:  Die  Deutsche  Nothilfe  feiert  ihr  zehnjähriges
Bestehen  durch  Herausgabe  eines  Gedenkblattes,  in  dessen
Mitte  die  vier  ersten  Werte  der  Hilfe  von  1923  aneinanderhängend
  mit  dem  Aufdruck  »1923—1933«,  ringsherum  gezähnt,
stehen.  Der  ganze  Bogen  mißt  210  auf  145  mm.  Die  Marken,
obwohl  als  Frankatur  gültig,  .sind  nur  bei  den  .Sammlerschaltern
  und  der  Geschäftsstelle  der  Nothilfe  zu  haben,  somit  keine
im  Sinne  des  Philatelisten  vollwertigen  Postwertzeichen.  Im
neuen  Hindenburg-Muster  können  wir  den  neuen  Wert  der
1  Pf.  schwarz  melden.
(II.  Landesbriefmarkenausstellung  in  Budapest.)  Anläßlich
de.s  50  jährigen  Bestandes  des  Ersten  Vaterländischen  Philatelistenvereines
  in  Budapest  findet  dort  vom  6.  bis  13.  Mai
d.  J.  in  .sämtlichen  Sälen  des  Nemzeti  Szalon  auf  dem  Erszebe
ter  die  II.  Landes-Briefmarken-Ausstellung  statt.  Die  kgl.  Post
wird  eine  offizielle  Gedenkmarke  herausgeben.
(Hinrichtungs-Briefmarken.)  Zum  fünfzehnten  Gedenktag
der  Hinrichtung  der  Sowjetkommissäre  in  Baku  hat  die
.sowjetrussische  Postverwaltung  eine  Serie  von  Briefmarken  zu
4,  5  und  20  Kopeken  herausgebracht,  auf  denen  die  einzelnen
Szenen  der  Hinrichtung  abgebildet  sind.  Es  dürften  wohl
die  ersten  Briefmarken  sein,  die  mit  Hinrichtungsszenen  geschmückt ­
  sind.

VERSCHIEDENES
(Prof.  Dr.  Emil  Dürr.)  Bei  einem  Sturz  aus  dem  Straßenbahnwagen ­
  in  Riehen  hat  der  Basler  Historiker  Prof.  Doktor
E.  Dürr  eine  Scbädelbasisfraktur  erlitten,  der  er  erlegen  ist.
Prof.  Dr,  Dürr,  der  nur  50  Jahre  alt  geworden  ist,  hat  sich
speziell  mit  Quellenkunde  zur  Schweizer  Geschichte  (Tschudi,
Felix  Haemmerli,  Rud.  Mad,  Buliinger)  und  auswärtiger  Politik
der  Eidgenossenschaft  im  XLV,  und  XV.  Jahrhundert  beschäftigt, ­
  als  dessen  Krönung  der  vor  kurzem  erschienene  große
Band  der  Schweizerischen  Kriegsgeschichte  betrachtet  werden
kann,  Auch  hat  er  sich  um  das  Zustandekommen  der  Großen
Jacob-Burckhard-Ausga'be  große  Verdienste  erworben.  Er  war
Herausgeber  der  Vorträge,  Verfasser  der  Schrift  »Freiheit  und
Macht  bei  J.  Burckhardt«,
(Josef  Glückselig.)  In  Wien  ist  am  3.  Februar  der  Begründer ­
  der  bekannten  Antiquitätenfirma  J.  Glückselig  &  Sohn,
Herr  Josef  Glückselig,  im  Alter  von  88  Jahren  gestorben.
Der  Verblichene  repräsentierte  den  Typus  Jener  immer  seltener ­
  werdenden  Kaufleute,  die  mit  peinlichster  Gewissenhaftigkeit ­
  große  Sachkenntnis  und  eisernen  Fleiß  verbinden.  Diese
Eigenschaften  vererbte  er  auf  seine  Söhne  Samuel  und  Max,
die  im  Laufe  der  Zeit  in  die  seit  1870  bestehende  Firma  eintraten, ­
  Josef  Glückselig  zog  sich  schon  vor  Jahren  von  dem
Geschäfte  zurück,  doch  blieb  sein  Interesse  ihm  stets  erhalten.
Noch  in  den  letzten  Wochen  sah  man  den  alten  Herrn  im
Geschäfte,  am  wenigsten  aber  ließ  er  sich  es  nehmen,  nicht  zu
einer  der  Kunstauktionen  zu  kommen,  die  seine  Söhne  in  dem
von  ihnen  ins  Leben  gerufenen  „Auktionshaus  für  Altertümer"
veranstalteten
(Franz  Hanaczck.)  Am  1.  Februar  starb  im  61,  Lebensjahre ­
  plötzlich  Kommerzialrat  Franz  H  a  n  a  c  z  e  k,  Chef  der
Firma  Herder  &  Co.  in  Wien.  Er  bekleidete  viele  Ehrenstellen ­
  und  Funktionen  und  war  auch  in  der  Wiener  Gesellschaft ­
  eine  bekannte  und  hochgeschätzte  Persönlichkeit.  Der
Verstorbene,  der  in  Reichenbach  in  Schlesien  geboren  war,
hinterläßt  eine  Witwe  und  vier  KindeT.
(Senefelder-Gedächtnis-Ausstellung  in  München.)  Der
Verband  der  Deutschen  Offset-  und  Steindruckereibesitzer  E.  V.
teilt  mit,  daß  er  am  26.  Februar,  der  100,  Wiederkehr  des
Todestages  von  Alois  Senefelder,  gemeinsam  mit  dem
Deutschen.  Arbeiterverband  des  graphischen  Gewerbes  in
München  eine  Senefelder  -  Gedächtnis  -  Ausstellung, ­
  die  die  gesamte  Entwicklung  des  Gewerbes  von  der
Lithographie  und  dem  Steindruck  bis  zum  Offsetdruck  zeigen
soll,  veranstaltet.  Man  wird  Sonderabteilungen  einrichten,  u.  a.
Notendruck  und  Kartolithographie,  Porträts  und  Landschaftslithographie, ­
  Gemäldereprcduktion,  Bilderbücher,  Almanache
und  Kalender,  Ansichts-  und  Glückwuncchkarten,  Geschäftsund ­
  Werbedrucksachen,  zusammengestellt  in  ihrer  Entwicklung
mit  Erfindung  des  Steindruckes  bis  zur  Neuzeit.  Der  Verband
■  bittet  alle  deutschen  Steindruckereien  und  die  mit  ihm  zusam-
            
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