Nr. 8
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Seite 69
In Anbetracht der ungaheueren Veränderungen aui dem internationalen
Antiquariats-Markt wird nunmehr die 5. bedeutend erweiterte Ausgabe
des
Internationalen Adressbuches der Antiquare 1934/35
International Directory of Antiquarian ßoaksellers
Repertoire International de la Ubraire Ancienne
vorbereitet. Alle Firmen erhielten Fragekarten zur kostenlosen Aus
nahme, um deren sofortige Rücksendung gebeten wird. Antiquare, die
diese Aufnahmekarten nicht erhielten, wollen sie sofort beim Verlag
STRAUBING & MÜLLER, WEIMAR 2, antordern.
228 Kremnitz, 8 (Gulden = 20' Francs 42
233 Des gl 41
235 Kremnitz, 4 Gulden = 10 Francs 24
236 Desgl 25
237 iKremnilz, 100 Kronen auf das 40jährige Krönungsjubi
läum 1867 jbis 1907 190
238 Kremnitz, 100 Kronen 1908 220
240 Kremnitz, 20 Kronen 1916 (letzter Jahrgang) .... 50
241 Kremnitz, 10 Kronen 1892 (stehender Kaiser), 1. J. . . 19
242 Siebenbürgen, Franz Joseph I., Karls'burg, Dukat 1859 . 25
246 Kärlsburg, Veireinsikrone 1858 110
247 Gyulafehervdr (Karlsburg), 8 Gulden =; 20 Francs, 1871 50
Republik Oesterreich.
248 Wien, 100 Kronen 1923 200
249 Wien, 20 1 Kronen 1923 45
250 Wien, 20 Kronen 1924 (letzter Jahrgang) 45
Deutsche Staaten.
251 Baden, Großherzog Leopold, Rheingold-iDukat 1851 . 50
252 Gh;g. Friedrich, 5 Mark, Karlsruhe 1877 13
253 Bayern, Kurfürst Maximilian, Dukat, München 1646 . 32
254 König Max Joseif, Dukat, München 1812 28
255 Ludwig II., 5 Mark, München 1877 13
255a 10 Mark, München 1878 22
256 Pfalz, Johann Wilhelm, Vikariatsdübat 1711 .... 60
257 ißraunschweig-Liineburg, Georg II., Goldgulden 1752 . 22
258 Hannover, Wilhelm IV., 10 Taler 1833 90
261 10 Kronen 1900, Wien 25
262 Mecklenburg-Strelitz, Herzog .Adolf Friedrich, 5 Taler
.1748 . . . 40
264 Wilhelm I., 5 Mark, Hannover 1877 13
265 Sachsen, Johann Georg, 4 Dukaten auf die Jahrhun
dertleier der Augsburger Konfession 1630 110
266 Doppeldukat, Dresden 1637 65
268 34. Dukal 1743 7
270 Schlesien, evangelische Stände, Dukat, Breslau 1634 . 50
271 Württemberg, König Wilhelm, Dükat 1848 (AD) . . 26
272 König Karl, 5 Mark, Stuttgart 1877 14
Deutsche Städte,
273 Augsburg, Dukat 1651 38
274 Campen, Dukat 1600 23
275 Dukat 1664 28
276 Frankfurt a. M., Dukat 1638 25
277 Dukat 1640 25
278 Dukat 1853 24
279 Hamburg, Dukat 1655 32
280 Dukat 1765 (Titel Franz I.) 30
282 Dukat 1830 25
283 Dukat 1845 25
284 Dukat 1860 25
285 Dukat 1867 25
286 5 Mark 1877 13
288 Nördlingen, Goldgulden mit Titel Friedrich III. ... 22
289 (Nürnberg, Goldgulden .1617
290 Pestdukat 1636 30
29.2 Dukat auf die Jahrhundertwende 1700 25
293 Dukatenklippe auf die Jahrhundertwende 1700 ... 32
294 iRegensburg, 1 / 32 Dukat o. J 16
295 Rothenburg ob der Täuber, Goldmark 9
296 Zwolle, Dukat 1642, mit Titel Ferdinand DL (!) ... 23
297 Dukat 1642, mit dem Titel Ferdinand 111 26
298 Dukat 1646, mit Titel Ferdinand II. (!) . 26
Personen.
299 (Luther und Melanchthon, Jeton auf die ,200-Jahrfeier
der Augsburger Konfession 1730 32
(Schluß folgt.)
Wer hat die ^Ansichtskarte erfunden?
In Passau ist am 30. März der 80jährige Hof-
pholograph Alfons Adolph gestorben, der allge
mein als der Erfinder der Ansichtskarte bezeichnet
wurde.
Ist aber Adolph wirklich der Erfinder der An
sichtskarte gewesen? Im »Volksboten«, einem Ol
denburger Volkskalender, erzählte der Buchhändler
August Schwarz aus Oldenburg im Jahre 1895,
wie er am 16. Juli 1870 eine der kurz vorher (am
25, Juni 1870) von Preußen für das norddeutsche
Postgebiet eingeführten Postkarten mit einem klei
nen Artilleristen-Bildchen bedruckte und sie an sei
nen Schwiegervater, den Rentner W. B e r n d t in
Magdeburg, sandte. Berndt zeigte diese Karte über
all herum, wobei er feststellen konnte, daß diese
Neuerung viel Verständnis fand. Diese Karte führte
zur Einführung der bebilderten Feldpostkarte. Denn
schon einige Wochen später erschienen bei dem
Buchhändler Besnardeau in Sille le Guillaume
im Departement Sarthe die ersten französischen
Ansichtskarten, die auch ins Feld geschickt wurden.
Fast zu gleicher Zeit dürfte auf diese Idee der Ber
liner Lithograph M i e s 1 e r gekommen sein, so daß
die Prioritätsfrage nicht geklärt werden konnte.
Die eigentliche Ansichtskarte, d. i. eine Post
karte, die eine Ansicht nach der Natur aufweist,
kam erst im Jahre 1872 auf. Sie zeigte Nürnberg
vom Mohrentor aus gesehen, ferner das Nürnberger
Doppelwappen und zehn Bilddrucke berühmter
Männer aus Nürnberg. Gestochen war diese Karte
von F. Rohrich, Dieser Karte folgte am 31. August
1874 eine Ansicht der Rudelsburg (abgebildet in
F. M. Feldhaus' Werk »Die Technik der Vorzeit,
der geschichtlichen Zeit und der Naturvölker«.)
Im Oktober des folgenden Jahres erschien die von
August Schwarz eingeführte Karte mit 24 anders
bedruckten Karten in einem Umschlag unter dem
Titel »25 illustrierte Correspondenzkarten mit 25
verschiedenen Bildern humoristischen und ernsten
Genres« im Handel.
Adolphs Verdienst besteht darin, daß er als
erster am 1. Juli 1879 Ansichtskarten mit Hilfe eines
Lichtdruckverfahrens herstellte. Adolph gründete in
Zittau eine Fabrik und seine Leistungen waren ge
radezu bahnbrechend für die Entwicklung der mo
dernen künstlerischen Ansichtskarte. Erst seit die
sem Zeitpunkte konnte die Ansichtskarte ihren
Siegeszug durch die Kulturwelt antreten. Bald gab
es kein Land der Erde, das nicht Ansichtskarten
herausgab: einzelne Staaten, wie Griechenland und
Montenegro, monopolisierten sie und schufen sich
dadurch eine ergiebige Einnahmenquelle. Heute müs
sen die deutschen Postämter — eine österreichische
Statistik liegt uns nicht vor — jährlich weit über
eine Milliarde Stück Postkarten abfertigen, und man
kann annehmen, daß ein Drittel davon Ansichts
karten sind. Vor ein paar Jahren schätzte man, daß
im innerdeutschen Verkehr im Jahre etwa acht
hundert Millionen Ansichtskarten befördert werden.
Der Export, der bis zum Krieg recht erheblich war,
ist in der Nachkriegszeit allerdings zurückgegangen;
Japans graphische Industrie hat sich den Osten er
obert und Amerika kauft fast nur noch Gratulations
karten,