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MAK

Full text : Jahrgang 27 (1935) (10)

Nr.  10

INTERNATIONALE  SAMMLER-ZEITUNG

Seite  71

schliffene  Bergkriistalle  u.  a,  m.  lassen  erkennen,  wie  der  wehrhafte ­
  freie  Franke  die  Frauen  verehrte,  denen  er  diese  herrlichen ­
  Schmuckstücke  mit  ins  Grab  gab.  In  den  Schränken
mit  Einzelgrabfunden  läßt  sich  die  Entwicklung  der  {fränkischen ­
  Keramik  und  Glasbläserei  verfolgen,  während
in  einem  Schrank  sich  zwei  Lederscheiden  für  fränkische  Hiebsdhwerte
  befinden,  die  unter  Verwendung  der  erhaltenen  Lederreste ­
  und  Bronzekmöpfe  nach  den  Bildaufnahmen  vom  Ausgrabung,sbeiund ­
  rekonstruiert  wurden.  Mehrere  Ecken  des  hohen ­
  Baumes  'sind  ausgefüllt  mit  Steindenkmälern  aus
fränkischer  Zeit,  roh  behauenen  Grabsteinplatten,  Grabkopfsteinen ­
  und  Grabinschriften.  Bemerkenswert  unter  ihnen  ist
eine  gewaltige  Grabplatte  mit  kreuzartig  stilisierter  menschlicher ­
  Relieffigur;  andere  Steine  zeigen  Sonnenrad,  Kreuzrad
und  schließlich  Kreuz  und  Fisch  als  christliche  Symbole.  In
einer  Ecke  stehen  greifbar  und  zum  eigenhändigen  Auswiegen
nachgebildete  Frankenschwerter  und  -lanzen.
(DaudeteMuseum  in  Fontvieille.)  Am  23.  Juni  wird  in
Fontvieille  in  der  Provence  die  Einweihung  eines  einzigartigen ­
  Museums  stattfinden.  Unter  der  Leitung  der  Witwe
Frederic  Mistrals'  und  von  Leon  B  e  r  a  r  d  hat  die  „Soctete
des  mulin®  d‘Alphonse  Daudet"  die  den  Kamm  eines  benachbarten ­
  Hügels  .krönende  einstige  Windmühle  von  Saint-Pierre
  erworben,  um  diese  zu  einer  Erinnerungsstätte  für  Daudet ­
  auszugestalten.  Bildnisse,  Manuskripte  und  Autogramme
von  Alphonse  Daudet  sowie  Erstausgaben  «einer  Werke,  die
Entwürfe  zu  den  Theaterdekorationen  der  „Arlesienne“  u.  a.,
sollen  hier  vereinigt  werden.
(Neuerwerbungen  der  Tale-Galerie.)  Aus  London  wird
uns  berichtet:  !D:ie  Tat  e-G  a  1  e  r  i  e  hat  zu  Ehren  des  Regiecungsijubiläums
  ihre  Neuerwerbungen  ausgestellt.  Räumlich  beherrscht ­
  im  kleinen  Saal  ein  frisch  entdeckter  Gainsborough
  die  Hauptwand,  ein  lebensgroßes  Familienbild,  das
Ehepaar  Byam  mit  «einem  Töchterchen,  im  Park  spazierend,
darstellend.  Es  stammt  aus  der  Frühzeit  des  Künstlers.  Auch
an  den  Nebenwänden  herrscht  das  Porträt.  Das  letzte  Selbstbild ­
  Max  Liebermanns,  des  87jährigen,  hebt  sich  hell  heraus, ­
  ganz  stark,  auf  das  Wesentliche  konzentriert.  Gegenüber
leuchtet,  von  Manet  gemalt,  da«  Bild  des  Juristen  Jouiy  auf,
in  kleinerem  Format.  In  seiner  Nähe  hängt  eine  „Alte  Dame  im
Kapothut"  von  Renoir.  T  o  u  1  o  u  s  e-L  autrec  (hat  ein  älteres ­
  Mädchen  im  Garten  dargestellt.  Zu  solchen  Impressionisten ­
  von  Weltgeltung  gesellen  «ich  heute  lebende  englische
Künstler,  so  W,  R.  Sickert,  A.  John,  Pih.  C  o  n  n  a  r  d,
Marie  M  c  E  v  o  y,  J.  Sarg  ent  u.  a.  Neu  erworben  wurden
ferner  Werke  von  Franzosen  wie  Pissarro,  Derain,
Utrillo,  von  Picasso  und  von  Engländern  wie  James
I  n  n  e  s,  Chr.  Wood,  M,  Smith  u.  a.
(Einzigartiges  Museumsobjekt,)  Demnächst  wird  der
„Schädelthron  der  Kopfjäger“  von  Borneo  in  ein  Museum
nach  Amsterdam  gebracht  werden,  Es  handelt  sich  hier
um  ein  Stück,  wie  es  sonst  auf  der  ganzen  Erde  unbekannt
ist:  Die  Kopfjäger  von  Borneo,  dem  Stamme  der  Dajaks  zugehörig, ­
  haben  vor  über  100  Jahren  ihrem  damaligen  Herrscher ­
  einen  Thron  aus  60  Schädeln  angefertigt.

VOM  KUNSTMARKT
(Ankauf  der  Sammlung  Trivulzio.)  Die  Stadt  Mailand
hat  die  Sammlung  des  Principe  Trivulzio,  der  sie  dem  italienischen ­
  Staat  zum  Kauf  angeboten  hatte,  für  9  Millionen
Lire  erworben.  (Turin  hatte  dieselbe  Summe  offeriert).  Die
Sammlung  Trivulzio  ist  weltberühmt.  Sie  umfaßt  Gemälde  von
Andrea  Mantegna,  Giovanni  Bellini,  Antonello  da  Messina,
Tizian  u.  a.,  Miniaturen  von  Jan  van  Eyck,  Zeichnungen  von
Lionardo,  Tapisserien  des  15.  Jahrhunderts,  eine  wertvolle
Kollektion  von  Elfenbeinen  und  Bronzen,  2500  Manuskripte,
eine  Bibliothek  von  70.000  Bänden,  die  große  Kostbarkeiten
enthält.  Der  Kaufpreis  darf  al®  «ehr  mäßig  bezeichnet,  werden.
(Die  Firma  C,  J,  .Wawra  gelöscht.)  Laut  einer  Mitteilung
der  amtlichen  ..Wiener  Zeitung“  ist  die  Firma  C.  J.  Wawra,
F.  P.a  ternos  Nach!,  in  Wien,  III.,  Lothringerstraße  14,
infolge  Erlöschens  der  Gewerbeberechtigung  im  Handelsregister
gelöscht  worden.  Damit  hat  die  alte,  angesehene  Kunsthandlung, ­
  die  zuletzt  von  Alfred  Wawra  geleitet  wurde,  zu
bestehen  aufgehört.  Oie  Konzession  für  die  Auktionen  ist  auf
die  Witwe  Alfred  Wawras  übergegangen,  die  aber  persönlich
keinen  Gebrauch  von  ihr  macht.  Frau  Wawra  leiht  vielmehr
ihren  Namen  fallweise  Personen  zur  Abhaltung  von  Auktionen,
die  ein  recht  bescheidenes  Niveau  haben

(Zugunsten  einer  Stiftung  für  arme  Studenten,)  Am
10,  April  versteigerte  das  Wiener  Auktionshaus  J.  Fischer
zugunsten  einer  Stiftung  für  arme  Studenten  die  gesamte  Wohnung®- ­
  und  Kanzleieinrichtimg  (8  Zimmer  mit  Nebenräumen)
des  verstorbenen  Wiener  Rechtsanwaltes  Dr.  Emanuel  B  r  ü  c  h.
Bemerkenswerte  Preise  (in  Schilling)  brachten  hiebei:

3  Schlafzimmereinrichtung  320
11  Nymphen  und  Satyre,  Kopie  nach  Rubens  170
12  Rebecca  Al.  Pozzo,  Kopie  nach  Cimigiani  di  Plstoja  160
23  Speisezimmereinrichtung  550
24  Silberschrank  t60
24a  Silberbestecke.,  368  St,  ca,  15Vi  kg  1600
25  Standuhr  von  Anton  HaweLk,  Wien  260
26  Inländerteppich  mit  Persermuster,  500:400  cm  ....  260
33  Zwei  Meißener  Henkel  fassen  160
34  Große  Meißener  Henkelvase  HO
37  Bauernhochzeit,  Kopie  nach  Breughel  200
38  Bauernkirmeß  nach  Breughel  200
39  Jurutka,  Stillehen  mit  Buch  und  Becher  ICO
40  Der«,,  Stilleben  mit  Weintrauben  und  Austern  .  ,  .  120
47  Porzellan-Speiseservice,  Marke  Thun-Klöisterle  .  .  .  1O0
54  Wendebillard  (Fa.  Carl  Knill)  mit  12  Queues  ....  200
58  Gepolst.  Sitzgarnitur  mit  Gobelinstoffbezug  120
59  2  Ohrenfauteuils  mit  Gobelinstoffbezug  100
62  Oelkopie  nach  Fra  Sebastiano  di  Piombo,  Tod  des
Adonis  150
63  Oelkopie,  Mythol.  Sujet  -  •  140
69  Goldener  Doppelmantel-Chronometer  200
72  Goldene  Uhrkette,  37  g  110
77  2  goldene  Brustkr.öpfe  m.  je  10  Brillanten  u.  rotem
Färbst  ein  HO
89  Fr.  Friedl  ander,  Invaliden  in  der  Wirtsstube  .  .  260
90  Der®.,  2  Invaliden  120
91  Othmar  Ruzicka,  Slowakische  Bauern  140
92  Abraham  van  S  L  r  i  j,  Der  Prasser  2:60
93  J.  Z  e  r  m  a  t  i,  Beim  Wollabwickeln  140
94  A.  F  ehrin  g,  München.  Kartenspielende  Bauern  .  .  140
95  J.  Eberhard  l,  Die  Vision  80
96  Oelkopie  nach  'D,  Teniers  d.  J.,  Selbstbildnis  des
Meisters  im  Wirtshaus  45
97  A.  Prinz,  Vor  dem  Amtshause  130
99  R.  T  i  e  m  a  n,  Nach  der  Mahlzeit  120
100  Hans  Ranzoni,  Lusthaus  im  Prater  280
101  G.  Angely,  Hühnerhof  ,  ,  .  110
102  iDesgl  100
103  M.  Suppantschitsch,  Wachauer  Landschaft  180
104  C.  Dux  a,  Vorstadtcafe  160
105  Porzellanbild,  Kopie  nach  Adrian  van  der  Werfft,
Abraham  verstößt  die  Hagar  100
107  E,  Blume,  Soldat  und  Mädchen  60
108  L.  G  e  d  1  e  k,  Ungarische  Bauernszene  mit  Reiter  und
Ungarische  Marktszene  160
109  T.  Agujary,  Die  Wahrsagerin  90
110  Johann  Nepomuk  Geller,  Marktszene  95
114  A.  Trentin,  Italienerpaar  60
114  Perserteppich  Mahal  472:328  cm  600
116  Salonga'rnitur  m.  Frisee-Peluche'bezug  130
124  Silberschrank  140
132  2  «iebenkerz.  Chmasilber-Girandole lS  380
138  4  figuralverzie-te  silberne  Bonbonniere®  m.  geschliff.
Glaseinsätzen,  845  g  120
155  4  Meißner  Porzellangruppen,  Die  Jahreszeiten  .  .  ,  110
165  Meißener  Porzellangruppe,  Karten.spieler  130
180  Schwarzpolif.  kreuzsaiti.ger  Flügel  (Ehrbar,  Wien)  .  .  550
18!  Schwarzpolit.  Pianola  The  Aeolian  Comp.  New  York,
mit  ca.  90  Notenrollen  180
183  Ungar,  Eschenholz-Kasten  150
184  Oelkopie  nach  Rubens,  Die  Folgen  des  Krieges  ....  170
185  Desgl.  Selbstporträt  ur.d  die  drei  Philosophen  ....  150
186  Oelkopie  nach  Guido  Reni,  Susanna  und  die  beiden
Alten  8Q
187  M.  Hi  Iler-Herr  mann,  Mädchen  im  Bauernhof  .  .  75
190  4  Fauteuils  mit  Perser-Schirastaschen  170
191  2  Fauteuils  mit  Perser-Taschen  100
193  Pertserteppich  Schiras,  238:150  cm  230
195  Perserteppich,  Mahal,  430:325  cm  500
206  Schl  afzimmer  einrichtung  160
203  Gepolst.  Shzgarniiur  m.  geblümtem  Bezug  110
25,2  Sechstür.  nußpolit.  Bücherkasten  mit  6  unteren  Türen  100
253  Desgl  pgo
254  'Desgl  14Q
Gesamtergebnis  S  19.674.
            
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