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MAK

Full text : Jahrgang 27 (1935) (3)

Nr.  3

INTERNATIONALE  SAMMLER-ZEITUNG

Seite  15

Qesterreichische  JYZedaillemüsstellung  in  Budapest.

Aus  Budapest  wird  uns  berichtet:
Als  Gegenbesuch  für  die  ungarische  MedailleuraUmstellung
  in  Wien  ist  die  ab  2.  Februar  hier  stattfindende ­
  Ausstellung  des  Vereines  österreichischer
Medailleure  zu  werten.  Diese  Wanderausstellung
wird  im  Kunstgewerblichen  Museum  im  Beisein  des
obersten  Protektors,  des  ungarischen  Unterrichtsministers ­
  von  Homan,  eröffnet,  Dem  Ehrenkomitee
gehören  an:  Staatssekretär  Dr.  Paul  Petri,  Oberbürgermeister ­
  Dr.  Eugen  S  i  p  ö  c  z,  Bürgermeister
Br,  Karl  Szendi,  der  Präsident  des  Landesrates
für  Kunst  und  Unterricht  Dr,  Gabriel  U  g  r  o  n,  Graf
Stephan  Zichy  und  Dr.  Bela  von  Procopius,
Den  Ehrenschutz  auf  österreichischer  Seite  haben
Bundeskanzler  )Dr.  Kurt  Schuschnigg,  Staatssekretär ­
  :  Doktor  P  e  r  n  t  e  r  und  Bürgermeister
Schmitz  übernommen.  Die  österreichischen  Behörden ­
  wird  bei  der  Eröffnung  der  Direktor  des
Münzkabinetts  Hofrat  Dr.  Loehr  vertreten.
Die  Ausstellung  ;  österreichischer  Medailleure
enthält  über  300  Werke  erlesener  Art,  die  von  25
österreichischen  Künstlern  beigestellt  wurden,  Diese
Arbeiten  geben  ein  abgerundetes  Bild  des  modernen
künstlerischen  ^Schaffens  der  österreichischen  Medailleure, ­
  beginnend  von  den  Altmeistern  Scharff,

j  Tautenhayn  und  Schwarz,  aus  den  Beständen  des
Münzkabinetts  stammend,  bis  zu  den  derzeit  in
Oesterreich  schaffenden  Künstlern,  wie:  Hofrat  Prof,
Rudolf  Marschall,  Grünauer,  Hanisch,  Concee,  Hartig,
  Prof,  Hujer,  Adolf  Hofmann,  Prof.  Kautsch,  Köblinger
  (Innsbruck),  Perl,  Pfeffer,  Ruepp,  Schmidt,
Scholz,  Six,  Prof,  Thiede,  Prof,  Trautzl,  Unterhölzer,
Prof.  Zitta  und  Regierungsrat  Placht.
Die  Auswahl  der  Werke  ist  nach  streng  sachlichen ­
  Motiven  erfolgt.  Der  Präsident  des  Vereines
österreichischer  Medailleure  Prof.  Ludwig  Hujer
erklärt,  daß  die  Oesterreicher  hoffen,  den  ungarischen ­
  Kollegen  und  dem  ungarischen  kunstbeflissenen
  Publikum  in  mannigfacher  Hinsicht  befruchtende
Anregungen  bieten  zu  können.
Das  Schaffen  lebender  Künstler  wird  durch  die
Beistellung  der  Werke  der  Altmeister  seitens  Hofrates ­
  Loehr  in  wesentlichem  Maße  veranschaulicht
werden.  Die  Ausstellung  wird  sechs  Wochen  lang
geöffnet  bleiben,
Der  Wechselverkehr  zwischen  Budapester  und
Wiener  Künstlern  durch  Veranstaltung  solcher  Wanderausstellungen ­
  wird  sicherlich  dazu  beitragen,  die
künstlerischen  Beziehungen  der  beiden  Länder  zu
vertiefen  und  auszugestalten.

Die  ^Auktionen  bei  Svaupe  in  JSerlin

Man  berichtet  uns  aus  Berlin:
w
Das  —  man  darf  es  jetzt  sagen  —  Unerwartete
wurde  zum  Ereignis.  Die  von  Paul  Graupe  am  25,
und  26.  Jänner  durchgeführte  erste  Versteigerung
der  Bestände  der  in  Liquidation  befindlichen  Berliner
Kunstfirmen  van  Diemen  &  Co.,  A  11  k  u  n  s  t,  Antiquitäten ­
  A,  G.  und  Dr.  Otto  Burchard  &  Co,
gestaltete  sich  ,zu  einer  Sensation  auf  dem  Kunstmarkt. ­
  Da  man  voraussah,  daß  die  Räume  der
Firma  Graupe  in  der  Bellevuestraße  für  den  Andrang
des  Publikums  als  zu  klein  sein  werden,  hatte  man
den  großen  Bankettsaal  des  Restaurants  Rheingold
zum  Versteigerungsraum  adaptiert.  Riesige  Scheinwerfer ­
  beleuchteten  die  zum  Teil  sehr  kostbaren
Objekte  und  im  Saale  und  auf  den  Galerien  drängte
sich  ein  Publikum,  das  nicht  nur  sehen,  sondern  auch
kaufen  wollte.  Es  war  ein  in  Berlin  lang  entbehrter
Anblick!
Neben  den  Direktoren  der  großen  und  kleinen
deutschen  Museen  gewahrte  man  rheinische  und  thüringische ­
  Industrielle,  die  als  Käufer  hauptsächlich
für  die  qualitätvollen  Bilder  auftraten.  Auch  ausländische ­
  Museen  hatten  ihre  Vertreter  entsandt,  So  erkannte ­
  man  unter  andern  den  Kustos  des  Mauritshuis
im  Haag  und  das  kluge,  freundliche  Gesicht  des  Direktors ­
  S  1  o  m  a  n  vom  Kopenhagener  Kunstgewerbemuseum. ­
  Der  ausländische  Kunsthandel  war  durch
einige  prominente  Abgesandte  der  großen  Häuser
vertreten.  Vor  allem  waren  aber  die  deutschen
Kunsthändler  aus  allen  Gauen  des  Reichs  erschienen,
Die  auf  allen  großen  Auktionen  wohlbekannten  Gesichter ­
  aus  Berlin,  München  und  Köln,  aus  Frankfurt
und  Hannover  folgten  mit  Anteilnahme  und  Kauflust
dem  Gang  der  Versteigerung,  Daneben  sah  man  im
Publikum  manches  neue  Gesicht,  so  daß  der  Berichterstatter ­
  mit  Vergnügen  feststellen  konnte,  daß  auch

I  in  der  jüngeren  Generation  nicht  ausschließlich  In-|
  teresse  für  Sport  und  Auto  vorhanden  ist.
Jedes  ausverkaufte  Haus  wirkt  günstig  auf  Darsteller ­
  und  Publikum.  So  war  auch  in  diesem  überfüllten ­
  Saal  die  Stimmung  recht  lebhaft,  und  die
Preise,  ,die  erzielt  wurden,  erreichten  oftmals  eine
beachtenswerte  Höhe.  Ais  das  Kreuzigungsbild  eines
unbekannten  österreichischen  Meisters  um  1480,  das
man  früher  einmal  mit  Dürer  in  Beziehung  brachte
und  das  mit  6000  Mark  geschätzt  war,  nach  hartem
Kampf  einen  Preis  von  21,500  Mark  erreichte,  war
das  ein  entscheidender  Höhepunkt.  Ueberhaupt  lagen
die  Preise  in  vielen  Fällen  ein  gut  Teil  über  den  angesetzten ­
  Taxen.  Die  Aufmerksamkeit  konzentrierte
sich  insbesondere  auf  die  Werke  der  Deutschen
und  Niederländischen  Meister  des  15,
und  17.  Jahrhunderts,  während  die  Italiener
weniger  gefragt  waren.
In  der  Nähe  des  eben  erwähnten  Preises  hielten
sich  verständlicherweise  nur  die  ganz  großen  Meisternamen.
  Der  kleine  männliche  Studienkopf  des  Remb
  r  a  n  d  t,  um  1643,  ehemals  in  der  Eremitage  zu
Petersburg,  ging  mit  22.400  Mark  an  J,  u.  S,  G  o  1  d-Schmidt
  in  Frankfurt  a,  M.,  .  ebenso  die  schöne
Oelskizze  von  Rubens,  eine  Allegorie  auf  die  Geschichte ­
  der  Päpste  mit  21,500  Mark.  Der  zweite
Rubens,  Verkündigung  an  Maria,  eines  der  seltenen
kaltfarbigen  Frühwerke  des  Meisters,  konnte  für
17,300 (  Mark  ein  Kommissionär  für  einen  Sammler
erstehen.
Beachtenswert  war  auch  der  Preis  von  15.800
Mark  für  zwei  .kleine  Flügel  mit  Heiligenfiguren  des
Niederländers  Gerard  David,  die  noch  vor  wenigen
Jahren  auf  der  Versteigerung  Castiglioni  bei  Müller
in  Amsterdam  nur  12.000  Mark  brachten.  Als  wichtige ­
  Erwerbung  hat  für  den  Käufer  die  besonders
            
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