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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
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der Reicfeshauptstadt, und zahlreiche seiner Hauptwerke zieren
die bedeutendsten Galerien des Deutschen Reiches. Zu seinem
80. Geburtstag wurde ihm vom Reichspräsidenten Hindenburg
der AdlerschiM des Reiches und vom Preußischen Staat das
erste Exemplar der wieder neugestifteten goldenen Staatsmedaillle
verliehen, während die Stadt Berlin ihn zum Ehrenbürger
ernannte. Im Mai 1933 trat Liebermann, der noch im
Dezember 1932, zum ersten Vizekanzler der Friedensklasse des
Ordens Pour le merite gewählt worden war, unter Protest gegen
die politische Umsdhaltung in der Kunst, (freiwillig aus der
Berliner Akademie aus.
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Kunstkitterei FRANZ STIBITZ
Wien VII, Neubaugasse 17 - Telephon A-39-8-38
(Gustav E, Pazaurek gestorben.) Aus Stuttgart wird
uns gemeldet: Gustav E. Pazaurek, der langjährige frühere
Direktor unseres Landesgewerbemuseums, ist siebzig Jahre alt
gestorben. Er war einer der führenden deutschen Forscher auf
dem Gebiete des Kunstgewerbes, Einer weiteren Oeffentlicfekeit
ist er namentlich durch seine aus kunsterzieherischen Gründen
erfolgte Sammlung von „Kunstgreueln 1 ', d, h. von Geschmacksverirrungen
auf dem Gebiete des Kunstgewerbes bekanntgeworden,
für die er in seinem Museum eine eigene Abteilung
gegründet hat,
(Professor Julius Schmid t-) In seinem Landhaus in Mödling
ist der Maler Professor Julius Schmid gestorben. Schmid,
der 80 Jahre alt geworden ist, lehrte an der Wiener Akademie
der bildenden Künste von 1897 bis 1925, Er hat zahlreiche hervorragende
Gemälde geschaffen, so u. a. die 15 Deckengemä'de
für das Schottenstift in Wien, Porträts des Bürgermeister® Prix,
des Erzherzogs Franz Ferdinand d'Este, des Kaisers Franz Joseph,
den Vorhang für das Raimundtheater, das bekannte Bild
„Schubertabend“, eine Reihe von Beethoven-JBildern, darunter
da® IBild, da® Beethoven spazierengehend im Walde zeigt, ein
Plafondgemälde für das Gremium der Wiener Kaufmannschaft,
das Haydn-Quartett, das im Museum der Stadt Wien ist, Medaillons
für die Stephaniesäle in Graz und eine Reifee von
historischen Gemälden ifür die Neue Wiener Hofburg.
(Die Frühjahrssaison im Brunner Künstlerhaus) wird am j
1. März mit einer Ausstellung „100 Jahre Handzeichnungen“ [
und einer Kollektion Scherenschnitte von Ernest A, P o t u -
czek eröffnet werden. Einige hervorragende Brunner Sammler
haben ihre Beteiligung zugesagt, so daß eine anregende
Ausstellung zustande kommen wird, in welcher die Entwicklung
der Zeichenkunst 1m letzten Jahrhundert dargetan werden soll.
Gleichzeitig wird dem jungen Ernest A, Potuczek, dem
künstlerisch begabten Sohn seines Vaters, Gelegenheit gegeben
werden, seine seilen geübte Kunst in einer Reihe von Arbeiten
dem Publikum zu zeigen. Dauer der Ausstellung bis 20. März,
(150 Jahre einer Münchener KunsthandwerkeriamUie.) Unter
diesem Titel hat die Firma Anton Possen, bacfeer, eine
der alten Unternehmungen, die den kunstgewerblichen Ruf
Münchens begründet haben, jn ihren neuen Räumen am
Odeonsplatz in München eine große Zahl von Entwürfen zu
Innenausstattungen, Möbeln usw. aus den letzten 150 Jahren
vereinigt. Dazu hat das Residenzmuseum noch einige schöne
Möbelstücke Pössenbachers Herkunft zur Verfügung gestellt.
Die Pössenbacher waren nicht nur geschmackvolle und sorgsame
Mäbelschreiner, sie waren sich auch bewußt, daß Ausstattung
und Raumgestaltung eine Einheit bilden müssen, und
so vereinigten sie, wie die ausgestellten Entwürfe belegen, in
sich den Architekten und den Kunsthandwerker, In der Zeit,
als in dem großen Konkurrenzkampf .zwischen den beiden Möbelstädten
des Südens, München und Augsburg, München vor
allem dank der Förderung durch Hof und Adel siegte und das
von diesen gepflegte Rokoko von dem Bürger- und Bauerntum
assimiliert wurde, kam der oberbayrische Bauernsohn und Klosterschreiner
Matthias P ö ss e n b a c fe e r 1774 nach München.
Er fand mit seiner gediegenen Ausbildung Anschluß an die
großen Münchner Rokoko-Architekten des 18. Jahrhunderts,
und seine Nachfahren, weitgereiste Leute, setzten die Leistungen
fort, indem sie, wie das Münchener Kunstigewerbe überhaupt,
traditionsbewußt die alten Stilformen pflegten, sich aber
auch dem ernsthaften Neuen nicht verschlossen. Die Zeugen
stehen in der Münchner Residenz, in den Schlössern König
Ludwigs II. (Herrenchiemsee, Linderhof, Neuschwanstein) und
in den deutschen Ozeandampfern, deren Repräsentationsräume
Troost entworfen hat.
(Tizian-Ausstellung in Venedig.) Aus Venedig wird
uns gemeldet: Die Stad Venedig veranstaltet im Frühjahr
dieses Jahres eine Ausstellung des berühmten Führers der
venezianischen Schule des 16. Jahrhunderts Tizian. Die Ausstellung
wird am Tage des heiligen Marcus, den 25, April, eröffnet
und am 8. November geschlossen werden. Der Zweck
der Veranstaltung, die in zwei Ehrenräumen des Palazzo Pesaro
vor sich gehen wird, ist die Vereinigung einer großen Zahl von
Werken des berühmten Meisters aus Italien und dem Ausland,
Autogramme und Graphiken Tizians sowie alle Dokumente, die
sich auf sein Leiben beziehen, werden die Ausstellung vervollständigen.
(Calvin-Ausstellung in Paris.) Anläßlich der bevorstehenden
Vierhundeirtjahrleier für Johannes Calvin, wird in P aris
im März 1. J. eine große Ausstellung „Calvin und die
französische Reformation" abgehalten werden.
(Internationale Ausstellung der katholischen Presse.) Anläßlich
der 75jäferigen Gründungsfeier des „Osservatore Romano“
wird im Jahre 1936 eine internationale Ausstellung der
katholischen Presse im Vatikan veranstaltet werden. Papst
Pius bekundet lebhaftes Interesse für diese Ausstellung, die
aller möglichen Förderung durch den Vatikan sicher ist.
(Die Eumoriopoulos-Sammlung.) Das Britische und das
Viktoria und Albert Museum in London haben zusammen die
große Eumoriopoulos-Sammlung, die wertvolle chinesische
und japanische Kunst umfaßt, erworben,
(Umbräche Fresken des 14. und 16. Jahrhunderts.) Gelegentlich
von Restaurierungsaribeiten an einer kleinen Dorfkir
ehe zu Montecastelli bei Umberti di Umbria wurden
bemerkenswerte Fresken des 14. und 16. Jahrhunderts freigelegt.
Die Arbeiten sind noch nicht vollendet. Bisher kennt
man unter anderem wohlerbaltene Teile einer „Kreuzig
u n g“ aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, Sie zeigen
den Gekreuzigten und Johannes den Täufer, der in schmerzbewegter
Haltung mit gefalteten Händen zum Erlöser aufblickt.
Das Werk gehört der Sienesisehen Schule an und
verrät den Einfluß des Pietro Lorenzetti, Unter den dem
16, Jahrhundert entstammenden Fresken ist namentlich eine
von Luca Sign orelli beeinflußte Figur des Hl. Rochus
hervorzuheben, die das Datum 1510 und die Inschrift „Barlo
1 o m e o d’A adre a“ trägt.
MUSEEN.
(Neuerwerbungen des Salzburger Stadtmaseums,) Bei der
Hauptversammlung des Salzburger Museums-Vereines berichtete
Museums-Kustos Dr. Max Silber über Fe Neuerwerbungen
des Stadtmuseums im abgelauifenen Jahre Die wichtigsten darunter
sind jene, die das Stadtmuseum Ende des Jahre® durch
die vom Unterrichtsministerium zum Jubiläum gespendeten
Ehrengaben machen konnte. E,s sind dies vier verschiedene
Gegenstände, die aus dem Lungau stammen. Darunter steht
an erster Stelle ein reichgesticktes M a d o n n e n-K leid de®
18. Jahrhunderts aus dem ehemaligen Kapuzinerklosier in Tamsweg.
Die Dekoration mit Ranken und großen Blumen in buntfarbener
Hochstickerei weist einen eigenartigen, von anderen
Stickerei-Arbeiten in dem Salzburgiscfeen Gebiete abweichenden
Charakter auf. Altsälzburgiscbe Handarbeit ist auch der
zweite Gegenstand, eine in Flach-Stich verzierte Altar-Decke
mit Klöppel-Spitze, deren liturgische Bestimmung durch
die als altchristliche Symbole bekannten Tierfiguren, den Pelikan
und den Pfau, erwiesen wird, Eine Zinn-Tasse für
Meßkännchen trägt die Marke de® Josef Anton Greißing,
der 1698 in der Meisterliste der Salzburger Bürgerbücher erscheint
und später das Hofzinngießer-Haus fEcke Goldgasse-Rescdenzplatz)
erwirbt. Erzeugnisse seiner Werkstätte finden
sich noch mehrfach in den Salzburger Stadt- und Landkirchen.
Das vierte Stück ist ein Kostümbild in Oel. AU Maler
des Bildes, das die Jahreszahl 1790 trägt, ist Gregor IV. L ederwasch
zu vermuten, aus jener Familie in Tamsweg, deren
Angehörige vom 17. bis zum Beginn des 19, Jahrhunderts
den Mesner-Dienst in der St. Leonhardskircfee versahen und
sich vielfach auch als Maler betätigten. Das Bild befand sich
Hs 1901 in dem Mesner-Hause. Die Dargestellte ist die Frau
des Sohnes des genannten Malers, des Gregor V,, der sie, eine
geborene Maria Gruber, Peterbauers Tochter in Lasa (.Mariapfarr),
1776 geehelicht batte.
Zur Erinnerung an den fünfzigjährigen Todestag Makarts
stiftete der Museums-Verein eine Handzeichnung des Künstlers,
eine weibliche Kostüm-Studie in Renaissance-Tracht, ein
Bruchstück eine® Salzburger Bauern-Kalenders vom Jahre 1673.
Erwähnenswert sind als weitere Geschenke de® Museums-Vereines:
ein Lehrbrief der Salzburger Zimmermeister vom Jahre
1812 und eine Silbermünze des Kaisers Bibius Volusianus (254
n. Chr.), ein Fundstück aus Mattsee.