Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahrgang 28 (1937) (14)

Nr.  14

internationale  sammler-zeitunG

Seite  14§

Fig.  G,  Kaminuhr.  Godon,  Paris,  und  zwei  üirandols,  Paris,
Fnde  18.  J.

logischen  Szenen  und  vier  Eckstücken  mit  Symbolen,
'Iischfuß  mit  einer  Bronzeverkleidung,  umwunden  von
einer  vergoldeten  Bronzeschlange  und  besetzt  mit
Akanthusblättern.  Auf  der  achteckigen  Fußplatte
ein  Bronzebogenkranz.  Porzellangemälde  Sevres,  das
Mittelstück  datiert  1784,  der  Tisch  mit  Bronzefassung ­
  gegen  1790“.  Der  Prunktisch  ist  auf  4000  S
geschätzt  und  wird  mit  2000  S  ausgeboten  werden.
Ein  Prachtstück  ist  auch  die  Kaminuhr  mit
reicher,  vergoldeter  Bronzegruppe  auf  weißem  Marmorpostament ­
  (Fig.  5).  Die  Bronzegruppe  besteht
aus  zwei  Priesterinnen,  die  eine  emaillierte  Opferstele
mit  Opferschale  und  Vase  tragen.  Der  weiße  Marmorsockel ­
  mit  den  eingesetzten  Wedgewoodreliefs  ruht
auf  vier  Bronzelöwen  mit  Schabracken,  unter  den
Löwen  ist  das  weiße  Marmorpostament  sichtbar.  Die
Uhr  hat  die  Signatur  F.  L.  Godon,  20  de  Camera  de
S.M.  C.  Paris,  gegen  1790.  Die  beiden  Girandols,  die
auf  derselben  Abbildung  die  Uhr  umgeben,  sind
ebenfalls  Pariser  Provenienz  und  stammen  auch  aus
derselben  Zeit.  Sie  sind  aus  vergoldeter  Bronze  und

zeigen  geflügelte  Genien,  die  auf  dem  Haupt  eine
vasenförmige  Lichttülle  auf  einem  Alabastersockel  mit
Bronzegrotesken  und  in  den  Armen  füllhornartig  gebogene ­
  Lichtträger  haben.  Besonders  hervorzuheben
wäre  weiters  eine  Serie  aus  der  Albertina  stammender
Gobelinbezüge  aus  der  Zeit  Ludwigs  XVI.,  die
auf:  erneuerte  Sessel  des  ehemaligen  Palais  des  Erzherzogs ­
  Friedrich  aufmöntiert  sind.
Man  darf  aber  auch  die  Bilder  und  Bücher
nicht  unerwähnt  lassen,  die  größtenteils  aus  der  Albertina-Sammlung ­
  des  Erzherzogs  Friedrich  herrühren ­
  und  einige  interressante  Widmungsexemplare  an
verschiedene  Mitglieder  des  ehemaligen  Kaiserhauses
aufweisen.  Unter  den  Bildern  muß  namentlich  auf
eines  der  seltenen  Blumenstücke  Ferdinand  Bauers,
auf  ein  eigenartiges  Blatt  Joh.  Baptist  Coppets,  die
Krönung  Kaiser  Franz  I.  darstellend,  und  auf  die
Aquarelle  der  Biedermeiermaler  Gurk,  Heinrich,  Neugebauer, ­
  Pieringer  und  Schnorr  von  Carolsfeld  hingewiesen ­
  werden.

Kunst  und  Kunstförderung.

Aus  I  n  n  s-b  r  u  ck  wird  uns  geschrieben:
Viel  besprochen  wird  eine  Rede,  die  der  Universitätsdozent
Dr.  Vincenz  Ob  e  r  h  a  in  m  e  r  auf  der  Kulturtagung  des  Bruder ­
  Willram-Bundes  hielt.
Dr.  Ober  h  a  m  m  e  r  sprach  über  Kunst  und  Kunstförderung, ­
  wobei  er  u.  a.  sagte:  Wohl  auf  keinem  Gebiete  wirkt
sich  die  Zerrissenheit,  der  Wirrwarr  der  gegenwärtigen
Zeit  so  verhängnisvoll  aus,  wie  auf  dem  Gebiete  der  Kunst.
Der  Einzelne,  das  kann  man  wohl  sagen,  hat  den  Zusammenhang ­
  völlig  verloren,  er  ist  entweder  auf  die  eigene  Ungebildetheit, ­
  in  deren  Folge  der  Kitsch  wandert,  oder  aber  der
marktschreierischen  Reklame  der  Journalistik  vollkommen  ausliefert. ­
  Die  Loslösung  des  modernen  Lebens  von  den  natürlichen ­
  Bindungen  hat  gerade  hier,  wo  untrügliche  individuelle  I
Organe  so  selten  sind,  besonders  zersetzend  gewirkt.

Wie  war  es  da  eigentlich,  müssen  wir  uns  fragen,  in
früherer.  Zeit?  Hat  nicht  immer,  der  kleine  Adelige,  der  Bürger, ­
  der  Bauer  dem  großen  .  Fürsten  seinen  Palast  —  freilich
in  richtigem,  ihm  in  der  natürlichen  Ordnung  vorgeschriebenen
Abstand  —  nachgebaut?  Das  sehen  wir:  Das  Volk  hat  kein
.  Vorbild,  keinen  Fürsten,  kein  Mäzenatentum  oder  sagen  wir
besser  keine  hohe  Politik,  denen  es  hierin  gläubig  folgen  könnte.
Damit  haben  wir  auch  schon  den  springenden  Punkt  in
der  ganzen  Frage  der  staatlichen  Kunstförderung.  Man  muß
sich-grundsätzlich,  umstellen  und  einmal  ganz  davon  abkommen,
als  die  Hauptsache  bei  dieser  Frage  die  finanzielle  Seite,  zu  betrachten. ­
  Freilich  ist  es  furchtbar,  ja  unhaltbar,  wenn  das
Land  Tirol  seinem  Kunstreferenten  für  das  ganze  Gebiet  der
Kunstförderung  im  Jahre  2000  S  zur  Verfügung  stellt  (erst  in
'  diesem  Jahre  ist  es  der  Rührigkeit  des  Referenten,  Herrn
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.