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internationale sammler-zeitunG
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Fig. G, Kaminuhr. Godon, Paris, und zwei üirandols, Paris,
Fnde 18. J.
logischen Szenen und vier Eckstücken mit Symbolen,
'Iischfuß mit einer Bronzeverkleidung, umwunden von
einer vergoldeten Bronzeschlange und besetzt mit
Akanthusblättern. Auf der achteckigen Fußplatte
ein Bronzebogenkranz. Porzellangemälde Sevres, das
Mittelstück datiert 1784, der Tisch mit Bronzefassung
gegen 1790“. Der Prunktisch ist auf 4000 S
geschätzt und wird mit 2000 S ausgeboten werden.
Ein Prachtstück ist auch die Kaminuhr mit
reicher, vergoldeter Bronzegruppe auf weißem Marmorpostament
(Fig. 5). Die Bronzegruppe besteht
aus zwei Priesterinnen, die eine emaillierte Opferstele
mit Opferschale und Vase tragen. Der weiße Marmorsockel
mit den eingesetzten Wedgewoodreliefs ruht
auf vier Bronzelöwen mit Schabracken, unter den
Löwen ist das weiße Marmorpostament sichtbar. Die
Uhr hat die Signatur F. L. Godon, 20 de Camera de
S.M. C. Paris, gegen 1790. Die beiden Girandols, die
auf derselben Abbildung die Uhr umgeben, sind
ebenfalls Pariser Provenienz und stammen auch aus
derselben Zeit. Sie sind aus vergoldeter Bronze und
zeigen geflügelte Genien, die auf dem Haupt eine
vasenförmige Lichttülle auf einem Alabastersockel mit
Bronzegrotesken und in den Armen füllhornartig gebogene
Lichtträger haben. Besonders hervorzuheben
wäre weiters eine Serie aus der Albertina stammender
Gobelinbezüge aus der Zeit Ludwigs XVI., die
auf: erneuerte Sessel des ehemaligen Palais des Erzherzogs
Friedrich aufmöntiert sind.
Man darf aber auch die Bilder und Bücher
nicht unerwähnt lassen, die größtenteils aus der Albertina-Sammlung
des Erzherzogs Friedrich herrühren
und einige interressante Widmungsexemplare an
verschiedene Mitglieder des ehemaligen Kaiserhauses
aufweisen. Unter den Bildern muß namentlich auf
eines der seltenen Blumenstücke Ferdinand Bauers,
auf ein eigenartiges Blatt Joh. Baptist Coppets, die
Krönung Kaiser Franz I. darstellend, und auf die
Aquarelle der Biedermeiermaler Gurk, Heinrich, Neugebauer,
Pieringer und Schnorr von Carolsfeld hingewiesen
werden.
Kunst und Kunstförderung.
Aus I n n s-b r u ck wird uns geschrieben:
Viel besprochen wird eine Rede, die der Universitätsdozent
Dr. Vincenz Ob e r h a in m e r auf der Kulturtagung des Bruder
Willram-Bundes hielt.
Dr. Ober h a m m e r sprach über Kunst und Kunstförderung,
wobei er u. a. sagte: Wohl auf keinem Gebiete wirkt
sich die Zerrissenheit, der Wirrwarr der gegenwärtigen
Zeit so verhängnisvoll aus, wie auf dem Gebiete der Kunst.
Der Einzelne, das kann man wohl sagen, hat den Zusammenhang
völlig verloren, er ist entweder auf die eigene Ungebildetheit,
in deren Folge der Kitsch wandert, oder aber der
marktschreierischen Reklame der Journalistik vollkommen ausliefert.
Die Loslösung des modernen Lebens von den natürlichen
Bindungen hat gerade hier, wo untrügliche individuelle I
Organe so selten sind, besonders zersetzend gewirkt.
Wie war es da eigentlich, müssen wir uns fragen, in
früherer. Zeit? Hat nicht immer, der kleine Adelige, der Bürger,
der Bauer dem großen . Fürsten seinen Palast — freilich
in richtigem, ihm in der natürlichen Ordnung vorgeschriebenen
Abstand — nachgebaut? Das sehen wir: Das Volk hat kein
. Vorbild, keinen Fürsten, kein Mäzenatentum oder sagen wir
besser keine hohe Politik, denen es hierin gläubig folgen könnte.
Damit haben wir auch schon den springenden Punkt in
der ganzen Frage der staatlichen Kunstförderung. Man muß
sich-grundsätzlich, umstellen und einmal ganz davon abkommen,
als die Hauptsache bei dieser Frage die finanzielle Seite, zu betrachten.
Freilich ist es furchtbar, ja unhaltbar, wenn das
Land Tirol seinem Kunstreferenten für das ganze Gebiet der
Kunstförderung im Jahre 2000 S zur Verfügung stellt (erst in
' diesem Jahre ist es der Rührigkeit des Referenten, Herrn