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MAK

Full text : Jahrgang 28 (1937) (15)

Nr.  15

INTERNATIONALE  SAMMLER  ZEITUNG

Seite  157

Munt  he,  zwei  Seebilder  von  Andreas  Achenbach ­
  a-us  seiner  besten  Zeit,  ,.Faust  und  Margarete",
von  Hans  Makart,  eine  große  „Morgenstimmung.vor
-Venedig“  von  Ludwig  Dill,  „Schottische  Küste  in
Abendstimmung“  von  Adolf  Li  e  r,  den  „Antiquitätensammler“ ­
  von  Ludwig  Knaus,  „Genesung"  von
Walter  F  i  r  1  e,  ein  Hauptwerk  von  Gregor  von  B  o  c  Irin ­
  ann  „Große  esthnische  Landschaft“,  ferner  hervorragende ­
  Werke  von  Gotthard  Kuehl,  Ed.  von  Gebhardt, ­

  Heinrich  von  Zügel,  -  Richard  Bumier,  Carl
I'erd.  Sohn,  Eugen  Kampf,  G.  A.  Rasmussen,  G.
Schönleber,  Karl  Schuch,  Friedrich  Voltz,  Robert
Schleich,  Hugo  Kauffmann,  Wilhelm  v.  Diez,  Wilhelm ­
  Trübner,  Hans  Hermann  usw.
Die  meisten  dieser  Bilder  sind  von  kategorischer
Bedeutung  für  das  Schaffen  der  betreffenden  Maler;
die  Auktion  am  30.  Oktober  wird  also  die  Beachtung
der  deutschen  Kunstfreunde  beanspruchen  können.

Die  Oktober-Versteigerung  bei  Weinmüiier.

Aus  München  wird  uns  berichtet:
Als  erster  Teil  der  Sammlung  Theodor  Stroefer
  (Nürnberg),  kommt  am  21.,  22.  und  23.  Oktober ­
  im  Münchner  Kunstversteigerungshaus  Adolf
Weinmüller  altes  Kunstgewerbe  zur  Versteigerung. ­

Die  Bedeutung  dieses  Teiles  der  Stroefer’schen
Sammlung  liegt,  wie  das  Vorwort  des  über  900
Nummern  umfassenden  Kataloges  besagt,  nicht  in
einzelnen,  besonders  wertvollen  Spitzenstücken,  sie
beruht  vielmehr  auf  der  breiten  Basis  bester  Qualität, ­
  die  besonders  in  den  Gruppen  Glas,  Möbel,
Metall  und  Schmuck  das  Interesse  des  ernsthaften
Sammlers  verdient.
Unter  den  Fayencen  findet  sich  eine  Reihe
guter  Walzenkrüge  der  Manufakturen  Crailsheim,
Dorotheenthal  und  Hanau,  ein  sehr  schöner  Hanauer
Kugelbauchkrag  und  Nürnberger  Enghalskrüge.  In
der  Gruppe  Glas  sind  namentlich  Nr.  J38  des
Kataloges,  ein  venezianisches  Kelchglas  des  18.  Jh.
(der  Schaft  in  Form  eines  stehenden  Ziegenbockes),
Nr.  148  ein  böhmischer  Pokal’  des  frühen  17.  Jh.,
einige  Spessarter  Becher  des  17.  Jh.  und  ein  sehr
feiner  Nürnberger  Schraubflakon  des  frühen  18.  Jh.
zu  nennen.  Es  folgen  Kannen,  Wannen  und
Model  in  Kupfer,  Zinngerät  des  16.  bis  18.  Jh.,  da
runter  ein  sehr  interessanter  Radstädter  Trinkkrug
und  eine  Regensburger  Schauplatte,  Tafelzinn  des
19.  Jh.
Besonders  reich  und  vielgestaltig  ist  die  Abteilung ­
  Schmuck.  Der  Katalog  verzeichnet  Halsketten, ­
  Armbänder,  Ohrringe,  Miederhaken  und  Miederknöpfe, ­
  Schließen,  Ilaarschmuck,  meist  süddeutsche,
Schwäbisch  (irnünder  Arbeiten  des  18.  und  19.  Jh.,
darunter  auch  einige  nordische  Stücke,  wie  che  beiden ­
  friesischen  Halsketten  Nr.  425  und  409.  Daran ­
  schließen  sich  Miniaturen  und  Bijouterien ­
  mit  einem  kleinen  goldemaillierten  Stehkreuz,
wohl  eine  Augsburger  Arbeit  des  18.  Jh.
Die  kirchliche  Kunst  bringt  einige  hübsche
Kruzifixe  und  als  wertvollstes  Stück  eine  gotische
Monstranz  aus  Rörgkau,
In  der  Gruppe  M  ö  b  e  1  sind  besonders  erwähnenswert: ­
  deutsche  Schreibkommode  um  1750  (siehe
die  Abbildung  Fig.  3),  eine  reich  eingelegte  Tischplatte ­
  derselben  Zeit  (Nr.  718),  eine  Kommode  um

1780,  ebenfalls  mit  reicher  Einlegearbeit  (Nr.  723),
ein  großer,  äußerst  dekorativer  Schreibtisch  des
späten  18.  Jh.  (Nr.  733),  ein  fränkischer  Kon-Fig.

  3.  Schreibkommode,  Süddeutsch,  Mitte  18.  ].

soltisch  mit  feiner  Rocaillenschnitzerei  um  1750  (Nr.
719),  eine  Folge  kleiner  Kommoden  und  Aufsatzkästchen ­
  des  18.  Jh.  und  als  Glanzstück  der  Sammlung ­
  deutsche  und  italienische  Rahmen  des  17.  und
18.  Jahrhunderts.
Unter  den  Varia  werden  Beschläge,  Buchschließen, ­
  Wachsarbeiten,  Hinterglasbilder,  Lederdruckstempel ­
  für  Bucheinbände,  sowie  Stoff  druckmodel
interessieren.
Die  Besichtigung  der  Objekte  findet  von  Samstag, ­
  den  16.  bis  einschließlich  Dienstag,  den  19,
Oktober  täglich  von  9  bis  13  und  15  bis  19  Uhr
Uhr  statt.
Der  Katalog  mit  acht  Abbildungstafeln  ist  zum
Preise  von  2  Rm.  durch  die  Versteigerungsfirma
zu  beziehen.

Eine  Schweizer  Sammlung  im  Dorotheum

Die  nächste  (448.)  Kunstauktion  des  Dorotheums
  in  Wien,  die  vom  21.  bis  23.  Oktober  stattfindet, ­
  bringt  eine  hervorragende  Schweizer  Sammlung. ­
  170  Nummern  des  Katalogs  bilden  eine  zusammenhängende ­
  Reihe  erlesener  Stücke  von  der
Zeit  der  alten  Aegypter  bis  zum  ausgehenden  Barock.

Angefangen  von  den  plastischen  Spolien  der  Antike: ­
  Terrakotta,  Stein  und  Bronze,  von  den  geheimnisvollen ­
  Luristan-Bronzen,  findet  der  Bestand  in  den
Werken  der  mittelalterlichen  Kunst  seinen  Höhepunkt.
Schon  lange  ist  keine  solche  Kollektion  von  französischen ­
  Limoges-Arbeiten  des  13.  Jahrhunderts  in  Wien
            
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