MAK
Seite 24 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 2 
regirnent) dar, die sich unter dem Kommando des Hauptman 
nes August von der Groeben am lag von Königgrätz, 
am 3. Juli 1866, der aus Chlum vorbrechenden preußischen 
Garde entgegenwarf, um in einigen Minuten dem Schnellfeuer 
des Zündnadelgewehres zu erliegen. Das Gemälde ist das Ge 
genstück zu desselben Malers „Reiterkampf bei Strezetic" im 
Heeresmuseum, das seit fünf Jahren infolge Ausgestaltung 
der artilleristischen Sammlung der Besichtigung entzogen war. 
Die beiden Kolossalgemälde sollen in einigen Wochen mit an 
deren Neuerwerbungen in einem neu angeschlossenen Saal 
dem Publikum zugänglich gemacht werden. 
(Ein Museum der Wiener Tischler.) In Wien wird ein 
Tischlermuseum e.richtet, das alles zusammenfassen 
soll, was sich auf die Geschichte dieses alten Handwerkes be 
zieht. Mannigfaltig und interessant ist das bereits vorhandene 
Material. So besitzt die Zunft noch die älteste aus dem Jahre 
1445 stammende Tischlerordnung, sowie 200 Geburtsbriefe der 
Meister (zum Nachweis der ehelichen Geburt, aus den Jah 
ren 1600 bis 1710), ferner sämtliche Protokolle der Zunftvor- 
stehung aus dem Jahre 1631, sowie dickleibige Folianten aus 
der Türkenbelagerungszeit, Zuschick Bücher, alte Siegel u. a. 
Auch an technischen Behelfen des Tischlers fehlt es nicht. 
Fis sind die Zunfttruhep, eine Rennaissance-Meisterlade aus dem 
Jahre 1624, Totentafeln, kupfergetriebene Insignien der Genos 
senschafter der Zunft da. 
(Das Laipaer Heimatmuseum) hat ein bisher unbekanntes 
Meiste r b u c h der Maurer. Steinmetze und Ziegeldecker in 
Leipa erworben. Das Buch wurde 1696 angelegt und umfaßt 
über 350 Seiten. 
(Ein großartiges Geschenk.) Aus Bratislava wird uns. 
gemeldet: Unser Vizebiirgermeister Herr Dr. Franz Kraus, 
ein bekannter Folklorist, hat seine großartige volkskundliche! 
Sammlung dem Stadtmuseum zum Geschenke gemacht. Für 
die Unterbringung der Sammlung, die auf über 100.000 Kc. ge 
schätzt wurde, ließ der Stadtarchivar Dr. Ovid Faust einen 
Saal dem Arkadengang entlang adaptieren; mit der Sich 
tung und Katalogisierung der Objekte wurde die am Museum 
wirkende Kunsthistorikerin Frau Dr. Olga Wagner betraut. 
Die Sammlung bietet ein schönes Bild der Flntwicklung der 
Volkskunst in der Slowakei. Fis sind da Glasmalereien des 
18. und 19. Jahrhunderts, keramische Erzeugnisse Kostkas aus 
Stampfen und aus der bis zum Jahre 1825 bestandenen kera 
mischen Fabrik in Hohe, reizende polychromierte Holzstatuen 
aus Kirchen und Klöstern, prächtige Stickereien aus Zvolen 
(Zolyom), schöne Erzeugnisse der Detva, ein interessantes 
Reliquiar und vieles andere. 
(Ein Museum der öffentlichen Arbe'ten.) In Paris ist der 
Grundstein zum „Museum für öffentliche Ar 
beiten" gelegt worden, das eine bleibende Erinnerung an die 
Weltausstellung dieses Jahres bilden soll. 
VOM KUNSTMARKT. 
(Die Sammlungen des Industriellen Skutecky.) Aus B r ii n n 
wird uns geschrieben: Der mährische Landesausschuß hat dem 
Unterrichtsministerium den Ankauf der Sammlung von Zeich 
nungen, Bildern und Medaillen des kürzlich verstorbenen In 
dustriellen Arnold Skutecky für das Landesmuseum um 
den Preis von 1,6 Millionen Kronen empfohlen. 
(Detroit kauft moderne deutsche Kunst.) Im letzten Heft 
des „Bulletin of the Detroit Institute of Arts of the city of 
Detroit" werden die neu erworbenen Aquarelle deutscher 
Künstler eingehend behandelt. Die Sammlung zeitgenössischer 
Kunst des Museums ist durch die Blätter von fünf Künstlern 
der modernen Schule glücklich erweitert worden. Bezeichnend 
für diese Zeit ist es, daß Arbeiten dieser Künstler ihren Weg 
in eine öffentliche amerikanische Sammlung gefunden haben, 
da Amerika bisher seine Aufmerksamkeit hauptsächlich moder 
ner französischer Malerei zugewandt hatte. Unter den Neuer 
werbungen sind Blätter voll R o h 1 f s, Schmidt-Rott 
luff, Otto Lange (Dresden), Karl Doebel (Kassel) und 
Hans K ü h n. 
AUSSTELLUNGEN. 
Berlin. Kaiser Friedrich-Museum. Spanische 
Münzen und Medaillen. 
Brünn. Künstler haus. Sonderausstellungen von Ge 
mälden, Zeichnungen und Radierungen von Prof.' Alfred Ger 
stenbrand, Ernst Huber, Dr. Franz Sedlacek, Ing. Oskar Stößer 
(Wien) und Dr. Hans Grüner (Brünn). 
Budapest. K ii n s 11 e r h a u s, Winterausstellung. 
— Nemzeti S za Ion. Belgische Kunstausstellung 
- Frankel-Salon. Gemälde von Paul C. Molnar. 
-- Ernst-Museu m. Gemälde von Johann Vaszary und 
Skulpturen von Zoltan Borbercky. 
Czernowitz. Museum König Carol II Bilder von 
C. Goroneanu. 
Köln. Kunsthaus M almede. Gemälde alter Meister. 
London. Bloumsbury Galerie. Bilder des unga 
rischen Malers Bela Murckos-Merzöly. 
Paris. Orangerie. Albert Degas. 
— Galerie Paul Rosenberg, Henri Rousseau. 
- Musee de Arts decoratifs. Guya. 
Wien. Kunst historisches Museum. Malerei und 
Plastik aus Steiermark. Niederländische Medaillen, plastische 
Skizzen. 
Albertina, Zeichnungen und graphische Arbeiten 
von B 1 a ke und T urne r. 
-Oberes Belvedere. Barock-Entwürfe. 
Hagen b und. Malerei, Plastik, Graphik. 
Glaspalast, Burggarten. Gemälde von Alfred 
H a w e 1. 
—N eue Galerie. Ferdinand Sch m u t z e r als Maler 
und Zeichner. 
— Galerie W ü r t h 1 e-Zwianer-Brücke. 
AUKTIONEN. 
15. bis 17. März. Nizza. Hall du Savoy durch J. J. 
T e r r i s. Alte Gemälde, alte und moderne Aubusson-Tapis- 
serien. 
15. März. Paris. Galerie Charpentier. durch Me. 
Henri Baudoin. Möbel aus der Zeit Louis XV. und Louis 
XVI. 
16. bis 20. März. Wien. J. Fis c h e r. Antike und moderne 
Möbel, Teppiche, Meistergeigen, Bronzen, Uhren u. a. 
16. und 17. März. Wien. Glückselig. Wohnungseinrich 
tung (Mobiliar, Teppiche, Glas, Kunstgewerbe, Gemälde unga 
rischer Meister) und Gemälde aus Wiener Privatbesitz. 
17. März. Wien. Dorotheum. Brillant- und Perlen 
schmuck, Markenuhren, Platin-Armbanduhren, Ringe usw. 
17. März. London. C h r i s t i e. Juwelen lind Goldschmie- 
arbeiten. 
17. und 18. März. München. A. W e i n m ü 11 e r. Gemälde 
alter und neuer Meister. 
18. und 19. März. Berlin. Max Perl. Bücher, Graphik. 
18. März. London. Christi e. Porzellan, englische Mö 
bel, Ostasiatica und Tapisserien. 
18. und 19. März. London. Harmer, Rooke & Co. 
Raritäten aus der Sammlung F. R. Conceiacao, San 
Paulo. 
19. März. London. C Frist i e. Bilder und Stiche aus den 
Sammlungen Mrs. J. M. Morse und Esqu. Sydney Morse. 
18. und 19. März. Paris. Galerie Charpentier 
durch Baudoin. Alte Gemälde, Tapisserien, Mobiliar, Por 
zellan. 
18. bis 20. März. Wien. Albert K e n d e. Privatbesitz Frau 
Anna Ullmann (Graz), Gemälde alter und moderner Maler, 
Glas, Porzellan, Majolika, Fayencen, Silber, Bein- und Holz 
schnitzereien, Antikes und Stilmobiliar, und Waffensammlung 
aus oberösterreichischem Adelsbesitz. 
18. bis 20. März. Köln. Math. L e m p e r t z. Antiquitäten, 
Gemälde alter Meister. 
19. März. Wien. Dorotheum. Briefmarken. 
19. und 20. März. Wien. Dorotheum. 445. Kunstauk 
tion, Gemälde alter und neuerer Meister, Aquarelle, Miniatu 
ren, Handzeichnungen, Graphik, Antiquitäten, Tapisserien, Spit 
zen, Waffen. 
20. März. Genf. Galerie Moos. Kollektion Paul Chavan 
(Genf) und anderer Besitz. 
22. bis 24. März: London. S o t h e b y, Bibliothek Lord 
A 1 d e n h a m. 
22. bis 25. März. Berlin. Heinrich Köhler. Briefmarken. 
30., 31. März und 1. April. Haag. J. K. R i e t d y k. 130. 
Briefmarkenauktion. 
Anfangs April. Berl'n. J. A. Star gar dt. Autographen, 
Handzeichnungen und Erstausgaben. 
2. und 3. Aprril. London, Harmer, Rooke & Co. 
Seltene Briefmarken. 
7. bis 10. April. München. A. Weinmüller, Gemälde 
alter und neuer Meister. 
Mitte April. Hamburg. Galerie Commeter Gemälde, 
Handzeichnungen, G raphik. 
15. und 16. April. London. S o t h e b y. Antike silberne 
Löffel. 
19. bis 28. April. London. S-otheby. Sammlungen Ba 
ron Viktor Rothschild und N. Mayer. Silberne Kunstschmiede 
arbeiten, Services, Porzellan, alte Gemälde, antike Möbel usw. 
27. bis 29. April. Amsterdam. Men sing Fils. Hand 
zeichnungssammlung W. M e n s i n g. 
30. April. London. C h r i s t i e. Sammlung Capitans 
Lloyd. Alte Meister. 
Ende April. Rostock. L. Grabow. Zweiter Teil der Mün 
zensammlung Roeper,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.