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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Nr. 4
das Bild einer Taube, allerdings in anderer Aufnahme, zeigen
werden. Auch die neuen K i n d e r hilfsmarken dürften im
Mai schon ausgegeben werden. Diesmal werden sic um 50 Heiler
mehr kosten, als im Vorjahre, also 5.50 Kc- Das Markenbild
wird eine Mutter zeigen, die ihr Kind in eine Wiege
|egt, auf dem höchsten Wert auch noch den Vater, der
ein ’ Wiegenliedchen geigt. Die Marken werden bis Jahresschluß
Geltung haben. Schließlich werden noch die Blocksammier
ihren ersten tschechoslowakischen Markenblock
erhalten, für den schon jetzt Bestellungen gegen
Vorauska.-se angenommen werden. Der Block soll zwei Marken
(du Bild mit einer Tatra-Ansicht, das andere mit dem
Grabmal Stefaniks) haben, deren Nominale' 1.50 betragen
wird, die aber durch den Eintritt in die Freßburger Brief*
markenausstellung auf 5 Kc verteuert werden.
UHREN.
(400 Uhren suchen einen Erben ) Eine der berühmtesten
Uhrensammlungen der Welt ist zur Zeit herrenlos. Es ist
die Sammlung Josef Vlaseks, der in Los Angeles ohne
Hinterlassung eines Testamentes starb. Die Sammlung besteht
aus 400 prachtvollen Uhren aus dem 17. Jahrhundert.
Ein besonderes Prunkstück ist eine goldene Uhr aus dem
Jahre 1700, die von dem Londoner Uhrmacher James Lloyd
hergestellt wurde. Wenn sich in geraumer Zeit kein Erbberechtigter
meldet, wird die Sammlung an den Staat fallen
und aller Wahrscheinlichkeit nach im Nationalmuseum in
San Francisco ihren Platz finden.
(Die Uhr an der Linzer Tabakfabrik.) Aus Linz wird
uns berich'et: Gegen s ä-Hg sind am Neubau der Tabakfabrik
die Montagearbeiten für die große Uhr im Gange, die die
Außenwand des eben der Vollendung entgegengehenden Tabakspeichers
I ziert. Dieser Speicher ist der nördlichste der
Tabakspeicher, er liegt unmittelbar an der Unteren Donaulände,
neben der Einfahrt des Industriegeleises und dem
Haupteingang, den der schöne Fries von Professor F r a ß
ziert. Hier ist über Eck an den beiden zusammenstoßenden
Mauern des Speicherbaues eine große Uhr mit zwei Zifferblättern
geschaffen worden, zu der der bekannte i.inzer Maler
Hauck die Entwürfe geliefert hat. Bei beiden Zifferblättern
ist reicher Figurenschmuck zur Anwendung gekommen,
. das straßenseitige Zifferblatt trägt die Darstellung der
vier Jahreszeiten, die gekennzeichnet sind durch säende Männer
(Frühling), eine Schnitterin (Sommer), Weinleser (Herbst)
und zwei eben in winterliche Gewänder sich hüllende Männer
(Winter). Die Mitte des Zifferblattes ziert ein die Sonne
versinnbildender Strahlenkranz. Das der Einfahrt zugekehrte
zweite Zifferblatt trägt die zwölf Tierkreiszeichen, die in ihrer
Darstellung sich zum Teil an die bekannten Zeichen aus alten
Kalendern anschließen, zum Teil neuartige Auffassung
zeigen. Die Stelle der Ziffern ist bei beiden Zifferblättern
durch Klötze markiert. Die Figuren sind in Mosaik von der
Tiroler Glasmalerei ausgeführt worden
VERSCHIEDENES.
(500 Pfund für einen PaiS Mussolinis.) Der letzte Paß,
den M u s s o 1 i n i vor der Machtergreifung besaß, ist jetzt
in L. o n d o n von der Buchhandlung Elkin M a t h e w s um
den Betrag von 500 Pfund verkauft worden. Der Paß
ist datiert vom 27. Dezember 1921 und wurde dem zukünftigen
Duce zur Reise nach Cannes ausgehändigt, wo er
bei der interalliierten-Konferenz als Korrespondent des „Popolo
d'Italia" tätig war.
(Das Weltkriegserlebnis im Bilde und in der Karikatur der
Völker.) Unter diesem Titel zeigt das Stadtgeschichtliche Museum
in Leipzig erstmalig einen kleinen Ausschnitt aus der
Sammlung Steche, die kürzlich in den Besitz der Stadt
übergegangen ist. Direktor Hans Erich Steche hat in jahrzehntelanger
Arbeit große Sammlungen zum Kriegserlebnis
und über Kriegspropaganda geschaffen, die nach und nach
der Oeffentliehkeit erschlossen werden sollen. In ihrer ersten,
zunächst in einer Auswahl zur Schau gestellten Abteilung
enthält die Sammlung vor allem Karikaturen und Flugschriften
der kriegführenden, wieder neutralen Staaten. Eine zweite
Abteilung behandelt den „Meinungskampf in Buch- und Broschürenform''.
Die dritte „Der Weltkrieg in der Dichtung
und Volkspoesie" unterrichtet über den Widerhall der politischmilitärischen
Entwicklung in breiteren Schichten, die vierte
die „Innenpolitische Auswirkung des Weltkrieges in den verschiedenen
Ländern", eine fünfte wurde dem Nachkriegsdeutschland
Vorbehalten.
(Verifizierung von Stradivari-Geigen.) Im heurigen Sommer
begeht Cremona das 200. Todesjahr des berühmten Geigenbauers
Antonio Stradivari. Um nun nacli Möglichkeit
festzustellen, wie viele echte Stradivari-Geigen in der Welt
vorhanden sind, hat der Festausschuß beschlossen, ein Komitee
von Fachleuten einzusetzen, bei denen jeder wirkliche
oder angebliche Besitzer einer Stradivari sein Instrument
„verifizieren" kann,. Wer die Echtheit 'seines Instrumentes
von der Kommission in Cremona beglaubigt bekommt, der
besitzt wirklich eine „Stradivarius". Bis Mitte Mai will
der Cremoneser Ausschuß seine verantwortungsvolle ■ Prüflings
tatigkeit abgeschlossen habe.
MUSEEN.
(Neuerwerbungen des Richard Wagner-Museums in E»s;nach)
Das Richard \’7agne”-Mu:.eu;n in Eisenach hat aus
den späteren Lebensjahren Richard Wagn ers einige bis'er
unbekannte Dokumente erworben. Darun er befindet sich der
Nachlaß Anton Seidls, eines Hausgenossen und Schülers
Wagners. Er enthält als besonders interessante und wertvolle
Stücke die große, von Wagner für die Pariser Aufführung
gestaltete Tannhäuser-Partitur und einen Taktstock,
den Wagner bei .einer Probe zur „Götterdämmerung" zerbrach.
Ferner hat Professor Dr. Gr ein er, der Direktor
des Museums, jetzt das große Zeitungsarchiv, das 12.(109
zeitgenössische Kritiken Wagner’scher Werke umfaßt, geordnet
und der Oeffentliehkeit, vor allem der Forschung, zugänglich
gemacht. Die Bibliothek des Museums enthält nunmehr
180 eigenhändige Briefe Wagners, 100 Briefabschriften
und 609 Briefe von Zeitgenossen über Wagner, darunter umfangreiche
Ausführungen von Moritz von Schwind und
zwei Briefe Mathilde W e s e ii d o n c k s.
(Ein Museum für M^s. Simpson?) In Baltimore, der
Geburtsstadt der Mrs. Simpson, beabsichtigt ein „Klub
der Freunde von Wally Simpson" die Errichtung eines M u -
s e u m s im Geburtshaus der Frau, die beinahe Königin
von England geworden wäre. Das Museum soll alles Material
enthalten, das irgendwie mit dem Leben der Mrs. Simpson
zusammenhängt.
VOM KUNSTMARKT.
(Nachlaß Hofrat Ludw'g Karpath.) Vom 15. bis 17. April
versteigert das I) orotheum in Wien die B i b 1 i o t h e k
des verstorbenen Hofrates Ludwig Karpath. Musikschriftsteüer
von Beruf, sammelte Karpath Musikalien (Klavierauszüge,
Kammermusik, Partituren usw.). Es befinden sich darunter
die elf bändige Ausgabe der Werke Riöhärd Wagnebs,
die von den Originalverlegern veranstaltet wurde, die erste
Gesamtausgabe von Beriioz literarischen Werken, die erste
kritische Gesamtausgabe der Briefe Mozar s und seiner Familie,
u. a. Sammler wird auch interessieren, daß ein Privatdruck
der Sammlung Camillo Castiglione, Bronzesta uetten und
Geräte von L. Planicsig unter den Hammer kommt.
Am 19. April gelangen außerdem aus dem Nachlasse Karpaths
Möbel, Luster, Smyrnateppiche, Glas, Spiegel, Bilder,
Silber- und Alpakkagegenstände, Weine und Schaumweine
(darunter französische Marken), 1 iköre und Schnäpse [darunter
von englischer, französischer und ungarischer Provenienz]
zur Versteigerung. Sammler und Sammlerinnen, von Künstlerphotographien
werden da auf ihre Rechnung kommen, da
zahlreiche Photographien von Sängern, Schauspielern und
Komponisten mit eigenhändiger Unterschrift zum Ausgebote
gelangen. Besonders stark ist die Familie Richard Wagners
vertiefen, mit der Karpath in freundschaftlichen Beziehungen
stand.
(131. Große Aukfon im Dorotheum) Das Dorotheum
in Wien hält seine 131. Große Auktion am 22. 23. und
24. April ab. Es kommen älteres und Stilmobiliar, moderne
Gemälde, Teppiche, Kunstgewerbegegenstände u. a. zur
Versteigerung. Unter den modernen Gemälden verdienen besondere
Beachtung: Ernst Huber, „Gartenfest", Edmund
M a h I k n e c h t, „Magd mit Herde am Wasser", Hugo
Da r na u t, „Frühling im Hausgarten", Daniel Hock, „Madonna
mit dem Kinde", Adolf Kaufmann, „Herbst
im Wienerwald", Hans Ranzoni, „Kanal in Amsterdam",
Konstantin S t o i t z n c r, „Aus dem Vintschgau", Alcis P r i echenfried,
„Betende Juden", Emil Rau, „Plauderei im
Dorfwirtshaus" (2200 S), sowie R a n f 11 mit seinem Hauptwerk
„Der Iaufgang" (3009 S). Von Otto Hers.che 1 nennen
wir eine schöne Gouache „Holländerin in der Küche".
(Versteigerung der Sammlung Hauth,) Die international
bekannte Sammlung Arthur Hauth aus Düsseldorf, die
Meisterwerke alter Malerei und Plastik von höchstem Rang
enthält, gelangt am 4. und 5. Mai bei Lern p e r t z in K ö I n
zur Versteigerung. Man begegnet in der Sammlung Namen wie
Michael Pacher, Barthel Bruyn, Hans von Kulmbach, van
Dyck, Tintoretto, Greco, Palamedesz, Cuyp, Heemskerk. Darüber
hinaus werden kostbare Möbel, prachtvolles rheinisches
Steinzeug, Delfter Fayencen, Alf-China-Porzellan, Bronzegefäße
der Gotik und Renaissance, sowie verschiedene Metallarbeiten
in Kupfer und Zinn versteigert