Nr. 5
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
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einschmeichelnde Pinselführung eines Cosway, in
einem grazilen Damenporträt die verwandte künst
lerische Art seines Schülers Grimaldi zur Gel
tung. Miniaturen von der Hand der beiden Hone,
von Stump, dem Maler der englischen Theaterwelt,
Thomsons Kleinbildnis eines Admirals oder das
anonyme Miniaturporträt Gainsboroughs bleiben
auch bei flüchtiger Umschau in der Erinnerung haf
ten.
Unter den Franzosen durchbricht die Reihe
der in die zeitübliche Anonymität gehüllten Ver
treter der Rokokominiatur und ihrer Ausläufer ein
Männerbildnis von D u m o n t, heben sich u. a. die
Künstler aus dem Kreise Isabeys und Augus
tins hervor, von ersterem die Leistungen eines
Jacques oder M a n s i o n, von letzterem die eines
Autissier oder miniaturübender Frauen, wie Mme.
D u m e r o y und Fanny C h a r i n n. Beachtung ver
dient ferner eine Auslese von Künstlern italienischer
Herkunft, von der manche, wie etwa Bossi, Alba
ne s i, Pietro Ermini einen mehr oder minder en
gen Zusammenhang mit dem franzisceischen Wien
aufweisen.
Mit liebevollem Plifer wurden von Straßer na
turgemäß die künstlerischen Produkte von österrei
chischen und spezifisch wienerischen Miniaturisten
zusammengetragen, unter denen neben einigen Na
menlosen des 18. Jahrhunderts Füger und Daf
finger nebst ihrem Schülerkreis und Anhang im be
sonderen vorherrschten. Den wohlbekannten charak
teristischen Bildnissen eines Grafen Thun oder
Potocki von Füger schließen sich die zeit- und
technikverwandten Miniaturen eines G r a s s i,
Kreutzinger und B o d e m e r an, ebenso klingen
noch in manchen Arbeiten Agricolas, Guerards
oder I. indcrs die künstlerischen Merkmale der
Füger-Schule nach. Beachtenswerte Beispiele werden
der wienerisch-bodenständigen Art eines Daffinger
und Saar gerecht, weisen auf Peter, die Brüder
Theer und manche wirkliche Begabung von noch
wenig verbreitetem Klang hin.
Die Sammlung Straßer enthält auch noch Mi
niaturen von Künstlern reichsdeutscher Her
kunft, die wie etwa die Nürnberger Kreul oder
Kleemann, der Frankfurter Oechs, der Berliner
König d. Ae., Sophie Friederike Dill in ge r und
Dorothea Stock, Interesse für sich in Anspruch
nehmen dürfen.“
So Dr. Grünstein in dem Vorwort, das sich wie
ein Abriß der Geschichte der Miniaturen liest. Ein
Wiener Tageblatt wollte wissen, daß sich Straßer in
letzter Zeit vieler seiner Kunstschätze entäußert
habe. Mag sein, deß sind wir aber gewiß, daß seine
Witwe, Frau Clarisse von Straßer, eine Dame von
hervorragendem Kunstverständnis und selbst eine
großzügige Sammlerin, das Vorhandene getreulich
hüten werde.
Kunstwerke aus den Beständen der
Man schreibt uns aus Berlin :
Die umfangreichen Neuerwerbungen, die die Ber
liner Museen im letzten Jahre durch Uebernahme eini
ger größerer Nachlässe machen konnten und von
denen ein Teil in einer Ausstellung im Schloßmuseum
Berlin zusammen mit dem rückerworbenen Weifen
schatz gezeigt wurde, setzen die Museen in die Lage,
umfangreiche Bestände, die als Dubletten oder unter
musealen Gesichtspunkten entbehrlich geworden sind,
füg. 1. Johann En der, Baronin Fanny Skrbensky.
Staatlichen Museen in Berlin.
Fig. 2. Große lederne Feldflasche. Oesterreich,- :18w;J-
vvieder dem freien Markte zuzuführen. Dies geschieht
in Form einer Versteigerung, die. in München am
i. und 2. Juni, gemeinsam von den Firmen Julius
Böhler (München)' und Rudolph Lep k e (Berlin)