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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Nr. 6
26 Seiten Kupferstiche, die verschiedene Mißgeburten und ge
spenstische Erscheinungen darstellen, ferner Japonica und Com-
plets von Bildern mit den Heiligen.
(Die Bibel des Borso d’Este.) In einer auf fünfhundert
numerierte Exemplare beschränkten zweibändigen Ausgabe ist,
von Giovanni Treccani herausgegeben und von Adolfo
V e n t u r i mit einer kunstgeschichtlichen Studie eingeleitet, die
berühmte Bibel des Herzogs von Ferrara Borso d'E s t e er-
schienen: „La Bibbia di Borso d'Este" (Emilio Betetti, editore
d’arte, Milano. 1200 Seiten in Schwarzdruck und 24 Seiten in
Gold- und Farbendruck. Preis 5500 Lire). Es handelt sich liier
um eine getreue Wiedergabe der von dem Mailänder Kalli
graphen Pietro Paolo Marone geschriebenen und von einer
Reihe Illuminatoren mit Taddeo C r i v e 11 i an der Spitze mit
Miniaturen und Randleisten ausgeschmückten Bibel, die 1461
fertiggestellt, eine Zierde der Hofbibliothek in Ferrara bildete,
dann eine jahrhundertelange Wanderung .antrat, bis sie 1928
auf dem Pariser Büchermärkte auftauchte und um den Preis
von fünf Millionen Lire wieder in italienischen Besitz gelangte
und der königl. Bibliothek in Modena einverleibt wurde.
BILDER.
(Eine Millionenschenkung.) Der amerikanische Bankier Ju
lius Bach hat der Stadt Newyork eine Sammlung von
Meisterwerken der Malerei zum " Geschenk gemacht, deren
Wert auf 30 Millionen Dollar geschätzt wird. Die Sammlung
enthält Bilder von Raffael, Tizian, Bellini, Botticelli, Crivolli,
Fra Filippo Lippi, Van Dyck, Rembrandt, Holbein, Dürer,
Goya, Velasquez, Watteau und Fragonard.
EXLIBRIS.
(Sonderschau der Oesterreichischen Exlibris-Gesellschaft)
Im Rahmen der 16. Kunstausstellung des Vereines heimischer
Künstler in Klosterneuburg hat die Oesterreichische
Exlibris-Gesellschaft eine Sonderschau arrangiert. 27 nam
hafte Graphiker sind mit ihren Arbeiten vertreten. Die Aus
stellung, deren Besuch Exlibrissammlern wärmstens empfohlen
sei,.bleibt bis zum 1. Juni geöffnet.
NUMISMATIK.
(Münzenpreise.) Bei der am 26. und 27. April von J.
Schülmän in Amsterdam abgehaitenen Münzauktion
wurden folgende namhafte Preise (in I lolland-Gulden) ver
zeichnet:
497 Zauditu v. Abvssinien, 5 Wark 380
498 Desgl. 2 Wark 175
500 Persien Feth Ali 5 Tuman 145
505 Nasir-al-Din 10 Tuman 120
511 Muzaffar-al-Din 10 Tuman 135
512 Desgl. 5 Tuman 130
517 Ahmed Shah 10 Tuman 200
518 Desgl. 140
520 Desgl. 5 Tuman 96
521 Desgl. 125
556 Jahangir Bacchanalien Mohur 110
578 Jamu Ranvir Singh Mohur 170
648 Cambodge 5 Francs Gold 125
649 Desgl. 2 Francs Gold 125
673 China Anhwei, 25 Dollars 1920 175
Am 7. Juni versteigert J. Schulman hervorragende Serien
Griechen, Röme r und von europäischen Gold-
mitnzen.
(Münzenausstellung in Kiew.) Im Zentralen Historischen
Museum in Kiew ist eine Münzenausstellung eröffnet worden,
die einen interessanten Ueberblick über die Münzen gewährt,
die in der Zeit der alten russischen Kiewer Fürsten Wladi
mir und Swjatopolk (10. bis 12. Jahrhundert) geprägt wurden
Die Ausstellung umfaßt ferner die Tschernigower und Kiewer
sogenannte „Grivny" (12. bis 14. Jahrhundert), sowie seltene
altgriechische und römische Münzen des 1. bis 4. Jahrhunderts.
PHILATELIE.
(Hohe Preise für ‘Marken.) Bei der am 26. und 27. April
von H. R. Harme r in London durchgeführten Briefmar
kenauktion wurden sehr gute Preise gezahlt. Es erzielten: Eine
Sammlung englischer Kolonialmarken in Imperialalbum 95, eine
Sammlung wertvoller Marken Europas und anderer Erdteile
in zwei Schaubeck-Alben 135, eine sehr lehrreiche Ausland
sammlung in 2 Idealalben mit vielen Duplikaten 52, eine
große allgemeine Markensammlung in zwei schwarzen Imperial-
Alben 36, eine Sammlung von Frühdrucken von Süd-Austra
lien, Lagos, Britisch-Guyana, West-Australien und Neusee
land 31, Kolonialmarken in losen Blättern 20, eine Sammlung
von Kolonialmarken, Imperium u. a. 33, Sachsen: 1850, 3 Pf.,
gebraucht mit Stempel Leipzig 40, England, 1840, 1 d schwarz,
links 1 kleiner Einschnitt 28, England, 1840, 1 d, schwarz, Vierer
block 26, Englische Spezialsammlung von 1887—1892 160, Le-
thauen, 1924, ganzer Satz, 22, Londoner Druck, Juli 1835, 1 Pf.
blaßgeib-grtin auf weißem Papier 22, Neuseeland, 1 Pfund,
grün, 1855, gute Ränder 21, Neuseeland, 1864—67, ein Paar
4 d, ungebraucht, 20 Pfund,
(Die Marken der Kleinen Entente.) Aus Prag wird uns
berichtet: Die Entscheidung über die Kleine-Fntente-Marken ist
gefallen. Die Marken werden fortgesetzt. Nachdem schon Ru
mänien (wie von der „Internationalen Sammler-Zeitung“ seiner
zeit mitgeteilt) eine solche Marke herausgegeben hat, kommt
jetzt Jugoslawien an die Reihe, das einen Wert von
7 Dinar emittieren wird. Als letzte wird dann die T s c h e c ho-
Slowakei mit einer Kleinen-Entente-Marke folgen.
(Zwei neue ungarische Werte.) Am 5. Mai hat die Ge
neraldirektion der ungarischen Post zwei neue Werte ausgege
ben. Eine 5 Heller-Marke mit dem Bildnis des Dichters der
ungarischen Nationalhymne Franz K ö 1 c s e y (f 24. August
1838) und eine 25 Heller-Marke mit dem Bilde des Dichters
Michael Vörösmarty, der durch sein romantisch-pairioti-
sches Heldengedicht „Die Flucht Zalans“ reformierend ge
wirkt hat. Die neuen Marken sind vorläufig nur in den grö
ßeren Postfilialstellen, bezw. Messepostämtern zu haben; später
werden sie in den allgemeinen Verschleiß gelangen.
(100 Jahre Universität Athen,) Anläßlich des 100jährigen
Jubiläums der Universität Athen hat Griechenland eine Ge
denkmarke im Werte von 3 Drachmen in orangebrauner Farbe
ausgegeben, die Pallas Athene mit Schild und Speer und
im Hintergrund das Universitätsgebäude zeigt. Die Marke
wurde in einer Auflage von 5 Millionen Exemplaren in Ver
kehr gesetzt. Die Gültigkeitsdauer ist auf 40 Tage beschränkt.
(Eine Anatole France-Gedenkmarke.) Aus Paris wird uns
berichtet: Zu den zahlreichen Gedenkmarken, die unsere Post
verwaltung in den letzten Jahren herausgebracht hat, kommt
jetzt eine neue, besonders interessante, nämlich eine Gendenk
marke für den Dichter Anatole France. Auf Anregung der
Anatole France-Gesellschaft hat der Kupferstecher Delzers.
der auch die schöne Gedenkmarke zum Jubiläum des „Cid"
entworfen hat, eine Anatole France -Marke gezeichnet,
die ein vortrefflich gelungenes Porträt des Poeten mit seiner
faksimilierten Unterschrift zeigt. Man sieht den Weisen aus
der Villa Said mit seinem berühmten schwarzen Käppchen
auf dem Kopfe. Die Anatole France-Marke soll als 30 Cen
times Wert herauskommen, ward aber zu 40 Centimes verkauft
werden, wovon 10 Centimes dem Fonds für intellektulle Ar
beitslose zufallen werden.
VERSCHIEDENES.
(Dr. v. Schubert-Solderii.) In Wien feierte am 2.
Mai der ehemalige Präsident des Bundes-Denkmalamtes Dr.
F. Schubert von S o 1 d c r n seinen 70. Geburtstag. Der
Jubilar hat sich um die österreichische Denkmalpflege, ins
besondere dadurch große Verdienste erworben, daß er nach
dem Zusammenbruche der Monarchie das selbständige Denk-
mälamt organisiert hat. 1928 wurde Schubert Soldern zum
Präsidenten des Amtes ernannt, dem er drei Jahre lang
Vorstand. ; , j j ;
(Tod bekannter Sammler.) In der Stadt des Vatikans
starb der päpstliche Akademiker Paolo Luigino, Direktor des
zoologischen Museums im Tiergarten in Rom. Seine Insekten-
Sammlung gehört zu den größten der Welt; sie soll nur
von der des Barons Victor Rothschild in Ting (England)
übertroffen werden.
In Budapest starb Frau Nelly Nilius-Tafler. Die
Verstorbene, die bis vor wenigen Jahren durch Jahrzehnte
in Wien lebte, war als Sammlerin von antiken Spitzen bekannt.
(Führungsvorträge in den Pariser Galerien.) Der seit
1929 in Paris tätige Wiener Kunstgelehrte Prof. I3r. Ludwig
W. Abels teilt uns mit, daß er während der Dauer
der Pariser Welt-Ausstellung, also von etwa 15.
Mai bis 15. Oktober in den Pariser Galerien Füh-
rungs - Vorträge (in der Art der unvergessenen „Wiener
Kunstwanderungen' 1 ) abhalten" wird, und zwar in deutschem,
französischer und italienischer Sprache. Die Anmeldungen
sind entweder an die Adresse Dr. Abels, Paris I a, 18,
Rue Jean J. Rousseau, oder an die „Legation d’Autriche“ Pa
ris, VIII., Avenue Hoche 38, zu richten.
(Der Kirchenraub in Vorchdorf.) Aus S a 1 z b u r g wird
uns berichtet: im Februar wurde in der Kirche in Vorch
dorf bei Gmunden, die durch ihre altgotischen Figuren in
weiten Kreisen bekannt ist, ein Einbruch verübt, wobei meh
rere Engelsfiguren gestohlen wurden, die einen bedeutenden
Wert repräsentierten. Erst einen Monat später wurde in
Hallein der Bergarbeiter Michael Köglberger aus Stadl-
paura als Täter ausgeforscht. Seinen Kumpan, den schwer
vorbestraften Kirchendieb Adolf K 1 e i n r i e d e r hatte man
durch einen sonderbaren Zufall entdeckt. Die Kirchendiebe