(Ausfuhr historischer Sachwerte aus Italien verhoteh«) Aus
Rom-wird gemeldet: Der Senat hat einen Gesetzentwurf angenommen,
durch den die Ausfuhr aller Gegenstände
von g e sc h i c h r 1 i c h e ir Wert verboten wird. Im Laufe
der Debatte erklärte der Minister für Volkserziehung, das Gesetz.
habe den Zweck, die Verteidigung des künstlerischen
Erbes Italiens in wirksamster Weise zu sichern.
(Leichtgläubigkeit von Kunstfreunden.) Das „Berliner Tageblatt"
berichtet aus Genf: Wenn es etwas Erstaunliches
gibt, so ist es die Leichtigkeit, mit der sich Geschäftsleute, die,
ihrer Zahlungsfähigkeit nach zu schließen, in ihrem Beruf keine
Dummköpfe sein können, unechte Gemälde andrehen lassen.
Ein . Kaufmann in Zug, ein Geschäftsmann in Basel und ein
Genfer Industrieller lieferten einen neuen Beweis dafür. Die
Geschichte beginnt damit, daß der Zuger Kaufmann vor einigen
Jahren beschloß, sich, eine Gemäldegalerie anzulegen: Er kaufte
bei einem Kunsthändler in Zürich drei Bilder, einen van Dyck,
einen Rembrandt, einen Greuze, ohne sich darüber zu wundern,
daß drei, Meister dieser Bedeutung auf einmal zu erstehen
waren. Der Kunsthändler garantierte die Echtheit der Bilder
und flüsterte dem Käufer ins Ohr, daß. sie der Sammlung der
Hohenzollern in Potsdamm entstammten. Einige Zeit, danach
entschloß sich der Mann aus Zug, die Gemälde wieder zu
verkaufen, und übergab sie einer Vermittlerin, der Besitzerin
eines Juweliergeschäftes im Kanton Aargau, mit der Bestimmung,
daß sie ihm vom Erlös mindestens 200.000 Franken
auszajilen müsse,
Es gelang der tüchtigen Dame, die Bilder für 350.000
Franken einem hiesigen Fabrikanten und einem Geschäftsmann
in Basel zu verkaufen, nachdem sie durch einen Sachverständigen
geprüft worden waren. Die Vermittlerin empfing 1Q.000
Franken Provision. Am gleichen Tage erwarben die beiden
Käufer von ihr noch einen Tizian für 237.000 Franken, den
ihr der Kunsthändler zum Verkauf übergeben hatte. Nach
einiger Zeil stiegen den beiden Bilderkäufern Bedenken auf.
Sie ließen die Gemälde durch zwei Pariser Sachverständige
prüfen, die feststellten, daß es sich bei den vier Bildern um
Kopien handelte. Damit war das Signal zu einer Klage gegen
die Vermittlerin und den Kunsthändler gegeben, sowie zur Forderung
an den Zuger Kaufmann auf Rückerstattung von 350.000
Franken.
Die Einzelheiten des komplizierten Prozesses, der erst vor
dem Bundesgerichtshof sein Ende fand, sind uninteressant.
Die Richter entschieden, daß der Genfer und der Basler mir
von der Vermittlerin Schadenersatz verlangen können. Ob sie
damiJu.JErfolg hatten, ish nicht bekannt. Auf jeden Fall ist es
bemerkenswert, wie leicht sich in diesen harten Zeiten Geschäftsleute
von ihrem Gelde trennen und wie rührend wenig
Mißtrauen sie beim Bilderhandel an den Tag legen, selbst
wenn ihnen die größten Meister gleich serienweise angeboten
werden.
AUSSTELLUNGEN.
Basel K u n s t h a 11 e. Künstler-Kopien.
Berlin. Preußische Akademie der Künste. Italienische
Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
— Kronprinzen-Palais. Sudetendeutsche Kunstausstellung.
Brünn. M ährischer Kunst verein. Weihnachtsausstellung
von Mitgliedern des deutsch-mährischen Kunstgewerbebundes,
verbunden mit einer Keramikschau von Grete H e i -
n i s c h.
Düsseldorf. Galerie Alex V ö m e 1. Weihnachtsausstellung.
Haarlem. Frans Hals-Museum. Bilder von Fr.
Hals.
Köln. K u n s t h a u s Mal in e d e. Seltene Meister des
15.—17. J.
Linz. O b e r ö s t e r r e i c h i s c h e s L a n d e s m u s e u m.
Altes Spielzeug.
München. Graph. Kabinett Günther Franke. Ferdinand
Filler (Plastik), Josef Made r (Zeichnungen).
— L u d wi gs -G a I e r i e. Gemälde und Handzeichnungen
deutscher Künstler aus der Zeit der Romantik.
— Münchener Kunstversteigerungshaus Adolf Weinm iii-1
er. Bis 15. Jänner: Kollektivausstellung Hans Flüggen;
vom 15. Jänner bis 15. Februar: Kollektivausstellung Willi
Reue.
Paris. Guy Stein. Große und kleine Meister des ersten
Kaiserreiches.
— Galerie B e 11 i e r. Grausame Kunst.
Prag. S.V. U. Man es. Dnesni Manes (der heutige Manes).
Rom Augustus-Gedenkausstellung.
— Ausstellung der Revolution.
Wien. Kunsthistorisches Museum. Ausstellung
von Fälschungen.
— Albertina. Farbstiche des 18. und 19. Jahrhunderts.
— Sezession. Jahresausstellung..
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Frühe Pergamenthandschriften, Einbanddeckel in getriebener
Arbeit, hohe Preise. E. von Scher 1 i n g, Leiden (Holland).
Exlibris von englischen Dichtern. Zuschriften unter „Albion".
T hi eine und Becker, Kuustlexikpii; alle bisher erschienenen
Bände. Zuschriften unter „Kunsthistoriker".
Alles auf die Alpenländer (mit Ausschluß SteiermarksR Bezügliche.
Zuschriften unter R- G.
Altes Spielzeug besonders Puppenstuben, Puppen, Marionetten
v o r 1850. Zuschriften unter L. M.
Briefmarkentausch. Aeltere Oesterreich gegen Schweizer
Pro Juventute, deutsche, holländische Winterhilfsmarken und
italienische Augustusmarken. Zuschr. unter „Pilatelistin in W."
— Hagenbu iul. 78. Ausstellung. Gemälde, Plastik und
graphische Arbeiten.
— K ü n s 11 e r h a u s. Herbstausstellung.
Aquarell Ausstellung Hermine Faulhaber, IX,,
Lazarethgassc 28.
AUKTIONEN.
4. Jänner. Wien. Dorotheum. Briefmarken.
7. Jänner. Wien. D o r o t h e u in. Briefmarken.
10. und 11. Jänner. London. li. R. H a r m e r. Briefmarken.
10. bis 14. Jänner. Wien. D o r o t h e u in. Nachlaß Oberlandesgerichtrat
Dr. Piek.
11. und 12. Jänner. Wien. Dorotheum. Briefmarken.
13. und 14. Jänner. London. H a r in e r, Rooke & Co.
Briefmarken.
17. und 18. Jänner. London. H. R. H a r in e r. Briefmarkensammlung
Michael Stephens. 6. (letzter) Teil.
18. Jänner. Haag. Jacques Schul man. Münzen und Medaillen.
4. und 5. Februar, Wien. Dorotheum. Sonderauktion
der Bücherabteilung.
Anfangs März. München. Münchener Kunstversteigerungshaus
Adolf W e i n m ü 1 1 e r, Silber des 17. und 18. J. aus dem
Besitz eines Münchener Sammlers.
11. und 12. März. Köln. Math. Lern per t'z. Werke alter
Kunst von hohem Rang.
LITERATUR.
H. Lucken bach, Kunst und Geschichte. Druck und
Verlag von R. Oldenbourg, München und Berlin. Ber
redter, als dies Worte vermöchten, sprechen die hohen Auf -
lagenziffern für das Werk, das in drei Teilen vorliegt. Mittelr
alter und Neuzeit sind bereits in zehnte r, das Altertum sogar
in fünfzehnter Auflage erschienen. Der außerordentliche
Erfolg dieser populär gehaltenen Bücher ist nicht zuletzt
darauf zurückzuführen, daß sie dem Geschmack der Jugend
von heute, für die sie in erster Linie berechnet sind, völlig
angepaßt sind. Neue Zeiten, sagt der Verfasser im Vorwort
mit Recht, verlangen neue Bücher. Ist das Hauptgewicht,. Wie
erforderlich, auch auf die trefflichen Abbildungen gelegt, ist
der Text doch ausführlicher gestaltet, als in den früheren..
Auflagen. Man sieht die Kunstwerke und erfährt auch gleich,
wer sie geschaffen, wo sie sich befinden etc. So erreichen die
Bücher ihren Zweck, eine Krgänzung zu den Geschichtsbüchern
zu sein und das Interesse für die unvergänglichen Schöpfungen
der Künstler zu wecken, bezw. zu vertiefen.
NEUE KATALOGE.
Otto Wilhelm Gauß, München 22, Königinstr. 5. Liste 7,
Graphik und illustrierte Bücher moderner Meister. Liste 8.
Graphik und Zeichnungen vom 18. Jahrhundert bis heute..
Kunstsalon Abels, Köln, Wallrafplatz 6. Meisterwerke
alter und neuer Kunst auf der Ausstellung in der Gemäldegalerie.
Adolph Hess Naclif. Dr. B. Paus und Paul R.ot Ittenbach
er, Frankfurt a. M., Mainzer Landstr. 49. Kat.. 229.
Verkäufliche Münzen und Medaillen, Bücher (279 Nummern).
Robert Aid er, Bern, Ryfflig: 13. Sonderangebot 2: Kunst
(92 Nummern). List 9: Sprache und. Literatur des Mittelatters,
der Reformation und des Barock (163 Nummern). —.
Liste 10: Die Philosophie von Descartes bis Leibniz (144 Nummern).
— Liste 11: Illustrierte Bücher, Vorzugs- und Erstausgaben,
Kunst (129 Nummern). Sonderliste: Fichte, Hegel,
Kant, Schelling (145 Nummern).
Les Editions du Cygne, 17, Rue Bonaparte, Paris; Vle.
Kat. 27: Auswahl (800 Nummern).
Gilhofer & Ranschburg, Wien I., Bognergasse 2.
Kat. 265: Fine and precious Books and Manuscripts froin th.e
Library of a Nobleman founded in the 16th Century. (339
Nummern mit vielen Abbildungen auf 46 tafeln und int Text.)
J. Mongenet, Genf, 18 Chernin du Point du Jour. .Liste
speciale 31. Mediane ancienne (96 Nummern). . .. j . .. ...