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Full text : Jahrgang 29 (1938) (1)

(Ausfuhr  historischer  Sachwerte  aus  Italien  verhoteh«)  Aus
Rom-wird  gemeldet:  Der  Senat  hat  einen  Gesetzentwurf  angenommen, ­
  durch  den  die  Ausfuhr  aller  Gegenstände
von  g  e  sc  h  i  c  h  r  1  i  c  h  e  ir  Wert  verboten  wird.  Im  Laufe
der  Debatte  erklärte  der  Minister  für  Volkserziehung,  das  Gesetz. ­
  habe  den  Zweck,  die  Verteidigung  des  künstlerischen
Erbes  Italiens  in  wirksamster  Weise  zu  sichern.
(Leichtgläubigkeit  von  Kunstfreunden.)  Das  „Berliner  Tageblatt" ­
  berichtet  aus  Genf:  Wenn  es  etwas  Erstaunliches
gibt,  so  ist  es  die  Leichtigkeit,  mit  der  sich  Geschäftsleute,  die,
ihrer  Zahlungsfähigkeit  nach  zu  schließen,  in  ihrem  Beruf  keine
Dummköpfe  sein  können,  unechte  Gemälde  andrehen  lassen.
Ein  .  Kaufmann  in  Zug,  ein  Geschäftsmann  in  Basel  und  ein
Genfer  Industrieller  lieferten  einen  neuen  Beweis  dafür.  Die
Geschichte  beginnt  damit,  daß  der  Zuger  Kaufmann  vor  einigen
Jahren  beschloß,  sich,  eine  Gemäldegalerie  anzulegen:  Er  kaufte
bei  einem  Kunsthändler  in  Zürich  drei  Bilder,  einen  van  Dyck,
einen  Rembrandt,  einen  Greuze,  ohne  sich  darüber  zu  wundern,
daß  drei,  Meister  dieser  Bedeutung  auf  einmal  zu  erstehen
waren.  Der  Kunsthändler  garantierte  die  Echtheit  der  Bilder
und  flüsterte  dem  Käufer  ins  Ohr,  daß.  sie  der  Sammlung  der
Hohenzollern  in  Potsdamm  entstammten.  Einige  Zeit,  danach
entschloß  sich  der  Mann  aus  Zug,  die  Gemälde  wieder  zu
verkaufen,  und  übergab  sie  einer  Vermittlerin,  der  Besitzerin
eines  Juweliergeschäftes  im  Kanton  Aargau,  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  sie  ihm  vom  Erlös  mindestens  200.000  Franken
auszajilen  müsse,
Es  gelang  der  tüchtigen  Dame,  die  Bilder  für  350.000
Franken  einem  hiesigen  Fabrikanten  und  einem  Geschäftsmann
in  Basel  zu  verkaufen,  nachdem  sie  durch  einen  Sachverständigen ­
  geprüft  worden  waren.  Die  Vermittlerin  empfing  1Q.000
Franken  Provision.  Am  gleichen  Tage  erwarben  die  beiden
Käufer  von  ihr  noch  einen  Tizian  für  237.000  Franken,  den
ihr  der  Kunsthändler  zum  Verkauf  übergeben  hatte.  Nach
einiger  Zeil  stiegen  den  beiden  Bilderkäufern  Bedenken  auf.
Sie  ließen  die  Gemälde  durch  zwei  Pariser  Sachverständige
prüfen,  die  feststellten,  daß  es  sich  bei  den  vier  Bildern  um
Kopien  handelte.  Damit  war  das  Signal  zu  einer  Klage  gegen
die  Vermittlerin  und  den  Kunsthändler  gegeben,  sowie  zur  Forderung ­
  an  den  Zuger  Kaufmann  auf  Rückerstattung  von  350.000
Franken.
Die  Einzelheiten  des  komplizierten  Prozesses,  der  erst  vor
dem  Bundesgerichtshof  sein  Ende  fand,  sind  uninteressant.
Die  Richter  entschieden,  daß  der  Genfer  und  der  Basler  mir
von  der  Vermittlerin  Schadenersatz  verlangen  können.  Ob  sie
damiJu.JErfolg  hatten,  ish  nicht  bekannt.  Auf  jeden  Fall  ist  es
bemerkenswert,  wie  leicht  sich  in  diesen  harten  Zeiten  Geschäftsleute ­
  von  ihrem  Gelde  trennen  und  wie  rührend  wenig
Mißtrauen  sie  beim  Bilderhandel  an  den  Tag  legen,  selbst
wenn  ihnen  die  größten  Meister  gleich  serienweise  angeboten
werden.
AUSSTELLUNGEN.
Basel  K  u  n  s  t  h  a  11  e.  Künstler-Kopien.
Berlin.  Preußische  Akademie  der  Künste.  Italienische ­
  Kunst  des  19.  und  20.  Jahrhunderts.
—  Kronprinzen-Palais.  Sudetendeutsche  Kunstausstellung. ­

Brünn.  M  ährischer  Kunst  verein.  Weihnachtsausstellung ­
  von  Mitgliedern  des  deutsch-mährischen  Kunstgewerbebundes, ­
  verbunden  mit  einer  Keramikschau  von  Grete  H  e  i  -
n  i  s  c  h.
Düsseldorf.  Galerie  Alex  V  ö  m  e  1.  Weihnachtsausstellung.
Haarlem.  Frans  Hals-Museum.  Bilder  von  Fr.
Hals.
Köln.  K  u  n  s  t  h  a  u  s  Mal  in  e  d  e.  Seltene  Meister  des
15.—17.  J.
Linz.  O  b  e  r  ö  s  t  e  r  r  e  i  c  h  i  s  c  h  e  s  L  a  n  d  e  s  m  u  s  e  u  m.
Altes  Spielzeug.
München.  Graph.  Kabinett  Günther  Franke.  Ferdinand
Filler  (Plastik),  Josef  Made  r  (Zeichnungen).
—  L  u  d  wi  gs  -G  a  I  e  r  i  e.  Gemälde  und  Handzeichnungen ­
  deutscher  Künstler  aus  der  Zeit  der  Romantik.
—  Münchener  Kunstversteigerungshaus  Adolf  Weinm  iii-1
  er.  Bis  15.  Jänner:  Kollektivausstellung  Hans  Flüggen;
vom  15.  Jänner  bis  15.  Februar:  Kollektivausstellung  Willi
Reue.
Paris.  Guy  Stein.  Große  und  kleine  Meister  des  ersten
Kaiserreiches.
—  Galerie  B  e  11  i  e  r.  Grausame  Kunst.
Prag.  S.V.  U.  Man  es.  Dnesni  Manes  (der  heutige  Manes).

Rom  Augustus-Gedenkausstellung.
—  Ausstellung  der  Revolution.
Wien.  Kunsthistorisches  Museum.  Ausstellung
von  Fälschungen.
—  Albertina.  Farbstiche  des  18.  und  19.  Jahrhunderts.
—  Sezession.  Jahresausstellung..

Ich  suche:  -  A  v.
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Frühe  Pergamenthandschriften,  Einbanddeckel  in  getriebener ­
  Arbeit,  hohe  Preise.  E.  von  Scher  1  i  n  g,  Leiden  (Holland).
Exlibris  von  englischen  Dichtern.  Zuschriften  unter  „Albion".

T  hi  eine  und  Becker,  Kuustlexikpii;  alle  bisher  erschienenen ­
  Bände.  Zuschriften  unter  „Kunsthistoriker".
Alles  auf  die  Alpenländer  (mit  Ausschluß  SteiermarksR  Bezügliche. ­
  Zuschriften  unter  R-  G.
Altes  Spielzeug  besonders  Puppenstuben,  Puppen,  Marionetten ­
  v  o  r  1850.  Zuschriften  unter  L.  M.
Briefmarkentausch.  Aeltere  Oesterreich  gegen  Schweizer
Pro  Juventute,  deutsche,  holländische  Winterhilfsmarken  und
italienische  Augustusmarken.  Zuschr.  unter  „Pilatelistin  in  W."

—  Hagenbu  iul.  78.  Ausstellung.  Gemälde,  Plastik  und
graphische  Arbeiten.
—  K  ü  n  s  11  e  r  h  a  u  s.  Herbstausstellung.
Aquarell  Ausstellung  Hermine  Faulhaber,  IX,,
Lazarethgassc  28.
AUKTIONEN.
4.  Jänner.  Wien.  Dorotheum.  Briefmarken.
7.  Jänner.  Wien.  D  o  r  o  t  h  e  u  in.  Briefmarken.
10.  und  11.  Jänner.  London.  li.  R.  H  a  r  m  e  r.  Briefmarken.
10.  bis  14.  Jänner.  Wien.  D  o  r  o  t  h  e  u  in.  Nachlaß  Oberlandesgerichtrat ­
  Dr.  Piek.
11.  und  12.  Jänner.  Wien.  Dorotheum.  Briefmarken.
13.  und  14.  Jänner.  London.  H  a  r  in  e  r,  Rooke  &  Co.
Briefmarken.
17.  und  18.  Jänner.  London.  H.  R.  H  a  r  in  e  r.  Briefmarkensammlung ­
  Michael  Stephens.  6.  (letzter)  Teil.
18.  Jänner.  Haag.  Jacques  Schul  man.  Münzen  und  Medaillen. ­

4.  und  5.  Februar,  Wien.  Dorotheum.  Sonderauktion
der  Bücherabteilung.
Anfangs  März.  München.  Münchener  Kunstversteigerungshaus ­
  Adolf  W  e  i  n  m  ü  1  1  e  r,  Silber  des  17.  und  18.  J.  aus  dem
Besitz  eines  Münchener  Sammlers.
11.  und  12.  März.  Köln.  Math.  Lern  per  t'z.  Werke  alter
Kunst  von  hohem  Rang.
LITERATUR.
H.  Lucken  bach,  Kunst  und  Geschichte.  Druck  und
Verlag  von  R.  Oldenbourg,  München  und  Berlin.  Ber
redter,  als  dies  Worte  vermöchten,  sprechen  die  hohen  Auf  -
lagenziffern  für  das  Werk,  das  in  drei  Teilen  vorliegt.  Mittelr
alter  und  Neuzeit  sind  bereits  in  zehnte  r,  das  Altertum  sogar ­
  in  fünfzehnter  Auflage  erschienen.  Der  außerordentliche ­
  Erfolg  dieser  populär  gehaltenen  Bücher  ist  nicht  zuletzt
darauf  zurückzuführen,  daß  sie  dem  Geschmack  der  Jugend
von  heute,  für  die  sie  in  erster  Linie  berechnet  sind,  völlig
angepaßt  sind.  Neue  Zeiten,  sagt  der  Verfasser  im  Vorwort
mit  Recht,  verlangen  neue  Bücher.  Ist  das  Hauptgewicht,.  Wie
erforderlich,  auch  auf  die  trefflichen  Abbildungen  gelegt,  ist
der  Text  doch  ausführlicher  gestaltet,  als  in  den  früheren..
Auflagen.  Man  sieht  die  Kunstwerke  und  erfährt  auch  gleich,
wer  sie  geschaffen,  wo  sie  sich  befinden  etc.  So  erreichen  die
Bücher  ihren  Zweck,  eine  Krgänzung  zu  den  Geschichtsbüchern
zu  sein  und  das  Interesse  für  die  unvergänglichen  Schöpfungen
der  Künstler  zu  wecken,  bezw.  zu  vertiefen.
NEUE  KATALOGE.
Otto  Wilhelm  Gauß,  München  22,  Königinstr.  5.  Liste  7,
Graphik  und  illustrierte  Bücher  moderner  Meister.  Liste  8.
Graphik  und  Zeichnungen  vom  18.  Jahrhundert  bis  heute..
Kunstsalon  Abels,  Köln,  Wallrafplatz  6.  Meisterwerke
alter  und  neuer  Kunst  auf  der  Ausstellung  in  der  Gemäldegalerie. ­

Adolph  Hess  Naclif.  Dr.  B.  Paus  und  Paul  R.ot  Ittenbach ­
  er,  Frankfurt  a.  M.,  Mainzer  Landstr.  49.  Kat..  229.
Verkäufliche  Münzen  und  Medaillen,  Bücher  (279  Nummern).
Robert  Aid  er,  Bern,  Ryfflig:  13.  Sonderangebot  2:  Kunst
(92  Nummern).  List  9:  Sprache  und.  Literatur  des  Mittelatters, ­
  der  Reformation  und  des  Barock  (163  Nummern).  —.
Liste  10:  Die  Philosophie  von  Descartes  bis  Leibniz  (144  Nummern). ­
  —  Liste  11:  Illustrierte  Bücher,  Vorzugs-  und  Erstausgaben, ­
  Kunst  (129  Nummern).  Sonderliste:  Fichte,  Hegel,
Kant,  Schelling  (145  Nummern).
Les  Editions  du  Cygne,  17,  Rue  Bonaparte,  Paris;  Vle.
Kat.  27:  Auswahl  (800  Nummern).
Gilhofer  &  Ranschburg,  Wien  I.,  Bognergasse  2.
Kat.  265:  Fine  and  precious  Books  and  Manuscripts  froin  th.e
Library  of  a  Nobleman  founded  in  the  16th  Century.  (339
Nummern  mit  vielen  Abbildungen  auf  46  tafeln  und  int  Text.)
J.  Mongenet,  Genf,  18  Chernin  du  Point  du  Jour.  .Liste
speciale  31.  Mediane  ancienne  (96  Nummern).  .  ..  j  .  ..  ...
            
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