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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Nr. 11
Poststempel ein -Unikum. Der Kopf eines Indianerhäuptlings, I
der Hauptfigur der Karl May-Erzänlungen, ist auf diesen Son
derstempel zu sehen, der nur am 15. Mai auf der Werbeschau
erhältlich war. Radebeul ist bekanntlich die Stadt der Karl
Map-Erinnerungen, hat doch dort der berühmte Jugendschrift
steller bis zu seinem am 30. März 1912 erfolgten lode gelebt
und befindet sich dort auch seit 1928 ein Karl May-Museum,
das die ethnographischen Sammlungen Mays und Andenken
an ihn 'enthält. Anläßlich der Werbeschau erschienen auch
zwei schöne Eestposiknrten zum Gedenken an May. Nähere
Auskunft erteilt der l)S(i. Gaugruppenwart Dresden-A, Annen-
straße 12.
(Erinnerungsmarken.) In der Schweiz wurden je zwei
Erinneruiigsmarken für den Völkerbund und das Internationale
Arbeitsamt in Verkehr gesetzt. Alle vier Marken sind querrecht
eckig mit verschiedenen Zeichnungen, und zwar zeigen die
Werte zu 20 Rappen und 1 Fr. das neuerbaute Arbeitsamt in
Genf und tragen die Inschrift B.I.T. Die beiden Werte zu
30 und 60 Rappen zeigen das neue Völkerbiindgebäude in
Genf und haben die Inschrift: SNN — Societe des Kations
Völkerbund. Die Marken wurden nach Entwürfen des Gra
phikers Hans F i s c h c r in Zürich angefertigt.
Am 16. Juni, dem Geburtstag des bulgarischen Kron
prinzen Simeon Knnjs Tirnowski erscheint in Bulgarien eine
Erinnerungsausgäbe, die fünf Werte umfassen wird, und zwar
zu 1, 2, 4, 7 und 14 I.eva.
In Venezuela wird die Ausgabe einer Gedenkmarke
mit dem Bilde der am 12. Juni 1917 verstorbenen berühmten
Pianistin l'eresa Korreno vorbereitet. Die Marke wird zur
Erinnerung an die Heimkehr der Asche der aus Caracas stam
menden Künstlerin ausgegeben werden, die u. a. mit Eugen
d’Albert verheiratet war.
(Wieder eine Mauritius unter dem Hammer.) Das Berliner
Briefmarkenhaus Heinr. Köhl e r bringt in seiner 99. Versteige
rung, die vom 8. bis 11. Juni stattfindet, eine 1 Penny orange
der Mauritius 1847 zur Versteigerung. Die Marke, die
mit zirka 25.000 RM. ausgerufen werden wird, ist repariert,,
was aber nicht viel zu bedeuten hat. Denn auch das im Ber
liner Postmuseum befindliche Sliick ist repariert und wurde im
Jahre 1898 vorn Museum mit 30.000 Goidmark bezahlt. Außer
diesem Rarissimurn weist der Katalog noch zahlreiche andere
sehr seltene und wertvolle Marken auf.
(Sonderstempel.) Die Sonderschau der ,,Deutschen Sämm-
iergemeinschaft der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in
Breital i. S. brachte am 29. Mai einen Sonderstempel. Gleich
zeitig erschien eine zweifarbige Festpostkarte mit der ver
größerten Fiilirermarke vom 20. April d. J. Auskunft durch den
DSG.-Gaugruppenwart Sachsen, Dresden A, I., Annenstraße 12.
Zur Forderung der Bestrebungen der NS.-Fliegerkorps
wurde in der Zeit vorn 22.' bis 29. Mai eine Stempelwerbung
durch Briefstempelmaschinen durchgefiihrt. Solche Sonder
stempel werden in den Städten, die vom Deutschlandflug be
rührt wurden, ausgegeben, d. i. in Linz, Salzburg und Inns
bruck.
(Ein Willibrordus-Satz.) Zu Pfingsten erscheint in L u -
x e rri b u r g ein aus sechs Werten bestehender St. Willibrordus-
Satz (Nennwert 20 Fr.). Während der ersten drei Verkaufs
tage erhalten diese Marken den Sonderstempel ,,Premier jour
d’Emission, Echternach, Pentecote 1938". Der hl. Willi
brord gründete das Kloster Echternach, wo er auch 739 be
graben wurde. Sein ältestes Bild bringt eine Miniatur im Fchter-
naclier Evangeliar aus der Zeit Kaiser Ottos III. in Gotha.
In der vom Abt Theofrid von Echternach (f 1110) verfaßten
Vita des Heiligen (in der Bibliothek zu Gotha) überreicht
Theofrid ■ dem hl. Willibrord das Buch. Sein Bild mit Namen
bezeichnet auf einem Glasgemälde in der St. Viktorskirche
zu Xanten (16. J.). Seine Halbfigur zu Rindern (16. [.). Sein
Reliquiar in der Münsterkirche zu Emmerich. In Echternach
befindet sich ein Tafelgemälde des 16. J. Der Heilige sitzt
in bischöflicher Tracht im Vordergrund, hinter ihm eine große
Schar Gläubiger, die zur Willibrordikirche eilen.
(Falsche Transvaarmarften.) Ein Pariser Händler bietet in
verschiedenen philatelisfischen Zeitschriften eine Kollektion
Transvaal-Marken mit großem Rabatt auf die Katalogpreise an.
Diese Marken. haben jedoch nie Transvaal gesellen, sondern
wurden beim Ausbruch des Burenkrieges von der holländischen
Druckereifirma Enschede mit einem restlichen Druckabfall
direkt an einige Spekulanten verkauft. Die Aufdrucke auf diesen
Marken sind falsch. Man wird gul tun, sich beim Kauf sol
cher Marken das Rüekgaberecht zu sichern, und die Marken
nach Erhalt vorerst einem Sachverständigen 'zur Prüfung vor
zulegen.
(Weltaustellung der Briefmarkenhändler.) Auf der Tagung
des Norddeutschen Phi'atelisten-Verbandes wurde mitgeteilt, daß
im nächsten Jahre eine B r i e f m a r k e n - W e 11 a u s s t e I -
lang in Berlin stattfinden werde. Gleichzeitig wird auch
der Bundestag der Deutschen Philatelisten 1839 in B c r I i n ab
gehalten werden.
VERSCHIEDENES.
(Alte Hakenkreuzmotive.) Das erzbischöfliche Dom- und
Diözesan-Museutn in Wien besitzt eine gut erhaltene Stola mit
eingewebten kleineren und größeren Hakenkreuzen. Die Her
kunft dieser Stola konnte noch nicht festgestellt werden. Naeh|
den Angaben der Spenderin, die dieses Stück im Jahre 1933
dem Museum überließ, soll es sich um eine ukrainische Stola
handeln. Obwohl der Stil der Weberei für diese Annahme
spricht, dürfte die Stola eher orientalischen Ursprungs sein,
zumal auf ukrainischem Gebiet das Hakenkreuzmotiv unbe
kannt war. . j |
Im Museum der Stadt Steyr befindet sich ein Hakenkreuz
aus der Römerzeit. Es ist auf einem einfachen graubraunen
Topf als Töpferzeichen angebracht. Der Topf wurde mit ande
ren römischen Geräten bei der Erneuerung, der üeleiseanlage
in Ernsthofen gefunden und dem Museum in Steyr überwiesen.
(Die Rembrandl-Ausstellung in Amsterdam verschoben.)
Im Rahmen der Festlichkeiten für das in diesem Jahre zu
feiernde 40jährige Regierungsjubiläum der Königin Wilhel
mine von Holland sollte eine große Rembrandt-Ausstellung
in Amsterdam stattfinden. Nun teilt das Festkomitee mit,
daß von der Veranstaltung in diesem Jahre Abstand genommen
werden muß, da eine Anzahl von Werken, für die die Zusagen
bereits Vorlagen, wieder zurückgezogen worden ist, während an
dere Besitzer von Rembrandt-Werken nur unter ganz be
stimmten Vorbehalten zur Hergabe der Werke bereit sind. Das
Komitee hofft, im nächsten Jahre die Ausstellung unter Dar
bietung zum mindesten der Werke durchführen zu können,
für welche die Zusagen bereits gegeben wurden und bei
denen man nicht mit der Zurückziehung der Zusagen zu rech
nen braucht.
(Sammlung weltberühmter Fäuste.) Manche I eute sammeln
Photographien von ihren Sportlieblingen, andere Autogramme;
Dr. Walter Jacobs, ein Zahnarzt in New-York, sammelt
Gipsmodelle von den Händen berühmter Athleten. In seiner
Sammlung, die bereits vierzig Fäuste zählt, lassen sich sehr
interessante Beobachtungen machen. Zum Beispiel wird jeder
glauben, daß der kräftiger gebaute Boxer eine größere Hand
hat. Das ist ganz unrichtig; wenn man die Gipsfäuste ver
gleicht, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Leichtgewicht
ler häufig größere Hände haben, als die Schwergewichtler.
Außerdem läßt sich auf Grund von Dr. Jacobs Sammlung fest
stellen, daß die Kämpfer, die bereits aus modernen Schulen
hervorgegangen sind, viel regelmäßiger geformte Finger haben,
als jene aus der alten Schule. Ueberhaupt scheint der richtig
geübte Boxsport die Hände zu verändern, nämlich nicht nur
muskulöser, sondern auch gleichmäßiger zu machen. Die
schönstgebnute Hand unter all den vierzig ist die Henry Arm
strong s, der die Weltmeisterschaft im Federgewicht errang;
seine langen, sehnigen Finger und zarten Gelenke würden eher
auf einen Musikvirtuosen, als auf einen Boxer schließen las
sen. Doch ist seine Hand nicht die kleinste. Die geschlossene
laust des ehemaligen Weltmeisters im Bantamgewicht, Ion
Sali ca, mißt nur fünfundzwanzig Zentimeter und weist so
mit den geringsten Umfang auf. Sehr stolz ist Dr. Jacobs auf
das Gipsmodell von John Reagans Hand, der 1887, also
vor mehr als fünfzig Jahren, in London fünfundvierzig Runden
gegen Jack Demps'ey kämpfte. Alle diese Namen klingen
vielen Leuten fremd, dem begeisterten Anhänger des Box-
;ports sind sie wohl geläufig.
(Schopenhauers Bett.) Aus Frankfurt a. M. wird uns
berichtet • Als Artur Scho p e n li a u e r am 21. September 1360
die Augen schloß, erbte seine Haushälterin seine ganze Woh
nungseinrichtung, die übrigens bescheidener war, als man es
vermutet hätte. Da sie aber das meiste nicht brauchte, ver
anstaltete sie eine Versteigerung, in der u. a. auch das BetS
Schopenhauers einen neuen Besitzer fand. Die 150-Jahrfc.ier
von Schopenhauers Geburtstag im Februar dieses Jahres hat
nun zu einer überraschenden Entdeckung geführt. Durch
Zeitungsartikel aufmerksam gemacht, entsann sich eine 83-
jährige Frankfurterin, daß sie einst von dem damaligen Dom
prediger ein Bett geerbt hatte, von dem es hieß, es stamme aus
dem SchopenhaiKT'schen Nachlaß. Nachforschungen ergaben,
daß es sich wirklich um das Bett des Philosophen handelt. Das
Erinnerungsstück, das Schopenhauers geringer Körpergröße
entsprechend kurz ist, wurde nun dem Schopenhauer-Ärclüv
übergeben.
MUSEEN.
(Das enterbte Nationalnuiseum.) Ein Sammler in Kopen
hagen, namens Oie Olsen, hatte vor längerer Zeit der
Oeffentlichkeit mitgeteilf, daß er testamentarisch verfügt habe,
daß seine Sammlung nach seinem Tode dem dänischen Natio
nalmuseum zufalle. Die Sammlung, die einen Wert von 600.000