MAK
Internationale 
^ammler^eifunj 
Zentralblatt für Sammler, Liebhaber und Kunstfreunde 
Herausgeber: Norbert Ehrlich 
2Q. Jahrgang 15. Juli 1938 Nr. 13/14 
100.000 Pfund für die Sammlung- Mortimer L. Schiff. 
Aus L o n do n wird uns berichtet: 
Vom 22. bis 25. Juni fand bei Christie die 
Versteigerung der Sammlung des Mr. Mortimer 
L. Schiff statt, die ein Gesamtergebnis von 100.000 
Pfund S t e r 1 i n g ergab. Amerikanische, franzö« 
sische und deutsche, sowie holländische Kunstsamm 
ler und ^Händler waren herbeigeeilt und beteiligten 
sich ungemein lebhaft an der Auktion, so daß das 
gute Resultat keine Ueberraschung war. 
An den beiden ersten Tagen (22. u. 23. Juni) wurden 
die Kunstgegenstände ausgeboten. Es erzielten: Eine 
chinesische Porzellanvase, Ming»Epoche, schwarze Fa 
milie, 483 Pf., Terrakotta von I. C. Marin, Mutter 
schaft 997 Pt.; Houdon, Marmorstatuette Voltaires, 
283 Pf.- Marmor, Bouchardon, die Liebe, sign. 1744, 
3885 Pf., (Käufer Seligmann, Paris). 
I. Varin, Bronzebüste Ludwig XII., 441 Pf.; Ba 
rometer und Thermometer Ludwig XV. mit Por 
zellanplakette:, farbig, Sevres, sign. CI. C. Passement, 
735 Pf.; Salon Louis XV., mit Gobelins montiert, 
darstellend Fabeln von Lafontaine, 906 Pf.; Gueridon- 
Tisch, mit Porzellanplatte aus Sevres, Carl in sign., 
1050 Pi.; Gueriüontisch gleicher Art, 756 Pf.; ein 
gelegtes Tischchen Louis XVI. Geschenk Marie An 
toinettes an die Prinzessin Paar 1942 Pf.; zwei ein 
gelegte Kommoden Louis XVI. 997 Pf.; ein Para 
vent Louis XVI., gemalt mit Blättern von 1. L. 
Schall, 892 Pf.; zwei Brautkoffer aus dem 18. Jahr 
hundert von Cli. A. Boulle, welche Ludwig XIV. für 
den Großdauphin bestellt hatte, 1134 Pf. 
Zwei Gobelins aus dem 18. Jahrhhundert nach 
Zeichnungen von Caravaggio kosteten 525 Pf.; Kan 
zel mit Gobelins von Le Blond nach Vernansal (zwi 
schen 1729 und 1730) 367 Pf.; fünf Tapisserien 
aus Beauvais aus der Serie der Grotesken (um 1700) 
von Ph. Behagle nach Cartons von Berain 3045 Pf.; 
ein Teppich Louis XIV. aus der Savonnerie 1260 
Pf.; ein anderer Teppich gleicher Art 2205 Pf.; ein 
Ispahan-Teppich aus dem 16. Jahrh. 840 Pb.; Email 
dose Limoges, 13. Jahrh., 441 Pf.; Tryptichon in 
Email aus dem t6. Jahrh. von Penicaud, religiö 
ses Motiv darstellend, 819 Pf.; fünfzehn Basreliefs 
in Terrakotta (1513; von S. Buglioni., 420 PL; G. 
Deila Robbia, Terrakotta, Madonna mit Kind, 567 
PL; Basrelief in Marmor aus dem 15. Jahrhh., ita 
lienische Mutter mit Kind vom Meister der Ma 
donnen in Marmor, 996 Pf.; gotische Tapisserie, 
Flandern um 1500, die heilige Familie, 777 Pf.; eine 
andere Tapisserie, Brüssel, um 1520, die Eucharistie, 
735 Pf.; Tapisserie in Millefleurs, mit Wappen (um 
1480) 1627 Pf.; franco-flandrische Tapisserie um 
1520, das Leben des hl. Augustin, 444 Pf. 
Im Kampfe gegen Herrn Estrangin errang Mr. 
M. J o n a s eine Gouache von Lawrence „Ver 
sammlung im Salon“ um 1900 Pf. und dessen Gegen 
stück, „Versammlung im Konzert“ um 1900 Pf. Eine 
Federzeichnung des jungen Moreau „Beim Ver 
lassen der Oper“ errang 840 Pf.; eine Rötelzeichnung 
von Watteau, das Porträt Mehcmet Riza Beys, 
wurde um 900 Pf. losgeschlagen. 
Unter den Gemälden, die am 24. Juni unter den 
Hammer kamen, erreichten: ßourdichon, Porträt 
eines Herrn und seiner Dame, 660 Pf.; Corneille 
deLyon, Porträt der Jacqueline Rohan 900 Pf. (Käu 
fer Mr. Estrangin); LukasCrana ch, das Porträt Jo 
hann Friedrichs von Sachsen und seiner Gemahlin, 
1000 Pf. Derselbe Preis wurde auch für eine Jung 
frau mit dem Kinde, von zwei Engeln gekrönt von 
A. Isenbrant gezahlt. 
Die Galerie Mathhiesen kaufte einen Teil des Al 
tars der Abtei von Marienfeld, ein Panneau von 
I. Ivoerbeckc, darstellend die Vorstellung im Tem 
pel um 3400 Pl ; . Das Porträt eines venetianischen 
Herrn von Rocco Marconi brachte 500 Pf.; I. 
Mostaert’s, Damenporträt, 750 Pf.; zwei Panneaux 
von B. van O r! e'y, die Legende des hl. Martin, 
1500 Pf.; ein Damenporträt von I. B. Perroneau, 
600 Pf. (Käufer M. Wildenstein); Memling, Jung 
frau mit dem Kinde auf Thron, 6200 Pf. Das schön 
ste Gemälde der Sammlung „Der Traum des hl. Ser 
gius“ von Roger van der Wey den, Panneau wahr 
scheinlich um 1450, wahrscheinlich für die Kirche 
St. Pierre in Lieges gemalt, wurde um 14.000 Pf. 
verkauft. 
Versteigerungen bei Sotheby. 
Bei Sotheby wurden am 15. Juni Bilder und 
Zeichnungen versteigert, von denen viele namhafte 
Preise brachten. Es erzielten in Pfund: 
90 Jacopo R a s s a n 0, Susanna und die Alten, 36 : 40 
Zoll (Käufer Forrester) 185 
91 Paris Bordone, Hl. Familie mit dem hl. Hierony 
mus, sign., 34 :40 Zoll (Pospisil) ’ 200 
115 A. C a n a 1 e 11 o, Ansicht des alten Somerset Hauses 
von der Themse aus gesehen, 31 : 46 Zoll (Knoedler) 540 
119 Florentinische Schule, um 1450, Szene aus der 
klassischen Geschichte, wahrscheinlich Alexanders 
des Großen, 16 :55 Zoll (Käufer Berry) 
110
	        
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