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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG
Nr. 6
Hearst verkauft seine Kunstschule.
Aus New York kommt eine überraschende
Kunde:
Mr. William Randolph Hearst, der Besitzer
des nach ihm benannten Hearst Konzerns, der über
23 Zeitungen mit über 8 Millionen Auflage, über
13 Sonntagsblätter und 7 Zeitschriften gebietet, hat
den Entschluß gefaßt, sich seiner Kunstschätze zu
entäußern. Das Motiv ist nicht etwa in den materiel
len Verhältnissen Hearst zu suchen, nein, er ist
nach wie vor einer der reichsten Männer der Neuen
Welt, aber er hat keine Freude mehr an seinen Samm
lungen. Es ist dies bei Sammlern sehr selten, aber
es kommt vor.
Seit seiner Jugend sammelte der heute 74 Jahre
alte Mann unterschiedslos alles, was ihm unterkam,
Bilder und Antiquitäten, Bronzen und Porzellane, Waf
fen, etc. etc. Er häufte Kunstwerke auf seinen ver
schiedenen Besitzungen, wie in seinem Hause in New
York und aut seinem Schlosse in Schottland. Welchen
Wert seine Sammlungen haben, weiß man nicht, aber
es geht jedenfalls in die Millionen.
Zuletzt machte Hearst vor einigen Jahren von
sich reden, als er in Spanien ein altes historisches
Schloß erwarb, das er abtragen ließ, um. cs in Ame
rika neu erstehen'zu lassen. Die einzelnen Teile wur
den in Kisten verpackt und nach der Union trans
portiert, aber von seiner Absicht, das Schloß wieder
aufzubäucn. scheint Hearst abgekommen zu sein. Noch
heute sollen die Kisten uneröffnet bei einem Spedi
teur in New York lagern. Ob auch diese Schloßbe-
standteile unter den Hammer kommen, ist noch un
bekannt, wie man auch nichts Genaues über den
Zeitpunkt der Versteigerung gehört hat.
Große Gemälde- und Antiquitätenauktion.
Hans W. L a n g e (vormals Paul Graupe) - B e r
1 i n W 9, Bellevuestraße 3, gibt bekannt, daß er
am 30. und 31. März eine große Gemälde- und
Antiquitäten-Auktion veranstaltet. Sie ent
hält unter anderem Gemälde alter Meister aus der
Berliner Sammlung E. L., eine größere Antiqui-
täten-Sammlung aus norddeutschem Privatbesitz, go
tische Skulpturen aus einer bekannten suddeutschen
Privatsammlung und einen umfangreichen Beitrag al
ter Kunst aus einem Berliner Besitz.
Unter den B i 1 dem begegnet man-einigen recht
bedeutenden Werken, so von Ambrosius Benson
(Porträt eines Spaniers), Anthonis Mor (Männer
porträt), Jan Breughel (Blumenstücke), Rubens
(Studie zu einem Antwerpener Altar), J. Ruisdael
(große Landschaft), Jan Verkolje (holländisches
Interieur), Anton Graff (drei Frauenporträts).
Unter den Skulpturen gibt es eine Madonna
von Syrlin, eine bedeutende große schwäbische Be
weinungsgruppe, eine spätgotische französische Micha
elsfigur neben süddeutschen und Tiroler spätgoti
schen Schnitzereien.
Die norddeutsche Antiquitäten-Sammlung ist be
sonders reich an schönem deutschen Renaissance-
und Barqcksilber (zirka zwanzig Hamburger Silber
humpen, Lüneburger Renaissance-Arbeiten), alten Glä
sern, Limoges-Arbeiten, deutschen Fayencen (Haus
maler), Meissener Porzellan (Herold- und Kändler-
Stückc) und an Schweizer Glasscheiben.
Der Berliner Besitz besteht im wesentlichen aus
einer sehr stattlichen Reihe schöner, hauptsächlich
deutscher Möbel des 18. Jahrhunderts, aus mehreren
flandrischen Tapisserien und kleinasiatischen Knüpf
teppichen.
Die Versteigerung bei Adolf Weinmüller.
Aus M ü n chen wird uns geschrieben:
Die am 3. und 4. März im Münchner Kunst
versteigerungshaus Adolf W e i n in ü 1 I e r durchge
führte Auktion nahm bei lebhafter Beteiligung von
Sammlern und Kunsthändlern einen erfreulichen Ver
lauf. Besondere Anziehungskraft übten die prächti
gen, aus einer Münchener Sammlung stammenden
Silberarbeiten des 17. bis 19. Jahrhunderts, die
durchgehends gut abgingen.
Bemerkenswerte Preise (in Rm.) brachten:
Fayencen, Metallarbeiten.
33 Enghalskrug, Künersbefg, 2. H. 18. J. 350
215 Luster, Gelbguß, Tirol, 16. J. 400
220 Ein Paar Altarleuchter, Messingblech, Süddeutsch
uin 1760 ' 100
261 Räucherbecken, China, Han 260
Arbeiten in Silber, Uhren, Schmuck.
292 Jagdpokal, Augsburg um 1600 505 g
294 Knorrenbecher, Nürnberg, Auf. 17. J., 148 g
296 Bartmannskanne, Augsburg, Meistermarke K B I im
Rund, 763 g
297/98 Zwei Becher, Nürnberg 1612, 129 bez. 127 g
299 Ananaspokal, Nürnberg 1613
300 Bergkristallschälchen, Augsburg, 1. H. 17. }.
301 Becher, Augsburg, 1. H. 17. J., 203 g
302 Wochenbettschüssel, Deutsch, 1. H. 17. }., 670 g
303 Deckelkrug, Deutsch, Mitte 17. J., 884 g
304 Sturzbecher mit Windmühle, Nürnberg T652, 128 g
800
230
620
650
400
220
230
300
550
50
305 Großer Deckelhumpen, Lübeck, Marke des Lorenz
Detbarg (e), 1479 g 1500
306 Deckelkrug, Norddeutsch um 1670, 637 g 700
307 Deckelhumpen, Marken des Joh. Eißler, Meister in
Nürnberg, 994 g ' 550
308 Bergmannsbecher, Dresden, 17. J, 247 g 250
309 Pokal, Augsburg, 2. H. 17.. J. ' 200
310 Becher, Frankfurt um 1700, 122 g 230
311 Ovale Platte, Deutsch um 1700, 715 g 200
312 Runde Platte, Augsburg, wahrscheinlich Peter Rams
272 g 180
317 Deckelbecher, Dresden, 1. V. 18. ]., 303 g 180
318 Ziborium, Augsburg um 1723, 202 g 1.00
319 Becher, Riga, 1. H/l8. )., 325 g 250
327 Zwei Deckelkannen, Augsburg, Meister Jac. Willi.
Kolb, 871 g ' 480
331 Ein Paar Kandelaber, Berlin, Anf. 19. |., 2339 g 450
347 Halsuhr, Regetispurg, Ende 18. J. ' ' 310
348 I maildo.se, Dresden, Mitte 18. J. 240
351 Halskette, Gold, Deutsch um 1800, 48 g 370
354 Diadem, Silber mit kleinen Diamanten und drei aus
Perlen gebildeten Trauben, Deutsch, Anf. 18. J. 400
355 Taschenuhr, Gold, Deutsch, Anf. 19. |. ' 300
356 Taschenuhr, Gold, Wien, 11m 1806 ' 220
363 Taschenuhr, Gold, Schweiz, 1. II. 19. |. 120
367 Halskette, Gold, Deutsch. 1. H. 19. J. 380
368 Münzenkrug, Silber, teilvergoldet, Königsberg 1696,
1266 g ‘ 600
Miniaturen und Dosen.
386 Miniatur, Damenbildnis, Englisch, Ende 17. J. 100
387 Miniatur, Karl Landgraf von Hessen von |oh.‘ Georg
Freese ' 130