MAK
VER SACRUM. EF 
IHR 
Schönheit die unvermeid 
lichen Stufen der Treppe 
hernieder. 
Im Anfang sind sie 
lachend und sorglos; 
dann legt eine davon 
schon beunruhigt dieFin- 
ger über die lange, feine, 
silberne Trompete, um 
ihren vollen Klang zu 
dämpfen. Und die Köpfe 
neigen sich oder richten 
sich auf und die sanften 
Bewegungen vermehren 
noch die Falten der flies 
senden, durchsichtigen 
Gewänder. Sie schreiten 
herab und an der Wen 
dung der Stiege, in ihrer 
Mitte, verbildlicht das 
Klingen einer Violine die 
verhaltene Leidenschaft. 
Dann erweckt das me 
tallische Tongeriesel zar 
ter, kupferner Cymbeln 
das Bild eines Sonnen 
unterganges im Herbst, 
mit seinen Färbungen 
von trübem Gold und 
verblasstem Purpur. 
Schon wenden sie sich 
ab und entfernen sich 
langsam; aber ehe es den 
mächtigen Saal betritt, 
wo ein dunkler und dich 
ter Säulengang sich an 
reiht, bleibt das letzte der 
jungen Mädchen stehen; 
es wendet noch einmal 
den Kopf und sendet 
einen lächelnden Ab- 
schiedsgruss zurück. 
„Träume sind Schäu 
me,“ sagt man; aber 
wenn die letzte Stunde 
kommt, und vor unseren 
Augen, die allmählich 
der Schatten umzieht, 
nur noch ein vager 
Schimmer dessen bleibt, 
was unser Leben war — 
warum dann noch euch 
trennen? O! Erinnerun 
gen des Erlebten! O! 
Spiegelungen des Er 
träumten ! 
F. KHNOPFF 
= PROFIL. =
	        
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