IV
ER SACRUM.
WELTGEHEIMNIS
Fernand Khnojjff
Die Einsamkeit.
Der tiefe Brunnen weiss es wohl;
Einst waren alle tief und stumm
Und alle wussten drum.
Wie Zauberworte, nachgelallt
Und nicht begriffen in den Grund,
So geht es jetzt von Mund zu Mund.
Der tiefe Brunnen weiss es wohl:
In den gebückt, begriff's ein Mann,
Begriff es und verlor es dann
Und redet' irr und sang ein Lied.
Auf dessen dunklen Spiegel bückt
Sich einst ein Kind und wird entrückt
Und wächst und weiss nichts von sich selbst
Und wird ein Weib, das einer liebt
Und — wunderbar wie Liebe gibt!
Wie Liebe tiefe Kunde gibt! —
Der wird an Dinge dumpfgeahnt,
In ihren Küssen tief gemahnt.
In unsren Worten liegt es drin.
— So tritt des Bettlers Fuss den Kies,
Der eines Edelsteins Verliess. —
Der tiefe Brunnen weiss es wohl:
Einst aber wussten alle drum.
Nun zuckt im Kreis ein Traum herum