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VER SACRUM.ER
Fernand Khnopff
= Rothe Lippen. =
schwellender Üppigkeit.
Das zarte Vergissmein
nicht und die reine, weisse
Lilie; die geschmeidige
Grazie der Winde und die
derbe Stattlichkeit der Son
nenblume.
Dann erscheinen einige
Damen, die prächtig in
orangegelben Brocat ge
kleidet sind, den Chrysan
themen mit den schlanken
Schnörkeln ihrer Blätter
ädern.
Undam EndedesZuges
wandelt eine, die erlesenste
von allen: die Schneerose.
Hoch, schlank und bieg
sam, mit einem feinlinigen,
schmachtenden Antlitz
und grossen,träumerischen
Augen, hält sie den Kopf
leicht gesenkt unter der
offenenHaube ausweissen,
irisierenden Blumenblät
tern; die bis zum Ellbogen
behandschuhten Arme
hängen müde nieder; der
Körper mit seinem lässigen
Schwung versinkt schlaff
unter der Berührung eines
seidigen, grünen Kleides,
vom stumpf en,trüben Grün
einer Wasserpflanze, mit
dem bräunlichen Schim
mer der Verwesung an den
Rändern.Diese Schneerose
ist eine der entzückendsten
Schöpfungen des Walter
Crane, oder eigentlich, es
ist eine der trefflichsten
Typen der englischen
Ästhetin, der Engländerin
aus der Zeit des Pfaus,
wie man in Kensington
sagt.
Walter Crane hat nur
selten versucht, die mo
derne Engländerin darzu
stellen, die sich mehr nach
Chicago als nach Florenz
richtet, die willkürlich im
Reiche der Mode gebietet,