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die Träger der Farbe seien. 
Er selbst, sagte er, würde 
noch keine Blumen-Compo- 
sition ohne menschliche Fi 
guren malen, weil die neue 
Kunst noch zu unverständ 
lich sei, um nicht der Vermit 
telung zu bedürfen. Erst all 
mählich würden die Künst 
ler die Symbolik der Natur 
so in ihreGewalt bekommen, 
dass sie des erklärenden Bei 
werks entrathen könnten. 
Beladen mit soviel Ab 
sichten und Ideen, liess sich 
nur schwer und langsam 
schaffen. Von einem seiner 
Bilder, der Quelle, sagt er, 
es solle eine Quelle im wei 
testen Sinn des Wortes wer 
den : die Quelle aller Bilder, 
die er noch machen werde, 
die Quelle der neuen Kunst, 
die er suche, und auch eine 
Quelle an und für sich. 
Auf diesem Bilde liegt 
eine Nymphe an der Quelle 
und spielt mit den Fingern im 
W asser, wodurch sichBlasen 
bilden; darin sitzen muntere 
Knaben und wollen heraus, 
und wie die Blasen zersprin 
gen, fliegen die Knaben in 
gewisse zu ihnen gehörige 
Blumen und Bäume, deren 
Charakter sie so völlig aus- 
drücken, dass sie ordentlich 
körperlich einen Begriff von 
ihnen geben. EinÖlgemälde, 
die Lehrstunde der Nachti 
gall, war durch folgende Ver 
se Klopstocks entstanden: 
Flöten musst du, bald mit 
immer stärkerem Laute, 
Bald mit leiserem, bis sich 
verlieren die Töne; 
Schmettern dann, dass es die 
Wipfel des Waldes durch 
rauscht, 
Flöten, flöten, bis sich bei 
den Rosenknospen 
Verlieren die Töne. 
Gustav Klimt. 
Damenbildnis 
(189V). 
Das eigentliche Haupt 
bild stellt eine weibliche Ge 
stalt dar, die im laubigen 
Baume auf Amors Flöte 
lauscht. Für Runge war aber 
beinahe die arabeskenartige 
Umrahmung seiner Bilder 
das Wichtigste. „Ich lasse 
unten im Bilde ein Stück von 
der Landschaft sehen. Diese 
ist ein dichter Wald, wo sich 
durch einen dunkeln Schat 
ten ein Bach stürzt; dieses 
ist dasselbe in dem Grunde, 
was oben der Flötenklang in 
dem schattigen Baume ist. 
Und in dem Basrelief kommt 
oben über wieder Amor mit 
der Ley er; dann auf der einen 
S eite der Genius der Lilie, auf 
der anderen Seite der Genius 
der Rose. Auf diese Weise 
kommt eines und dasselbe 
dreimal in dem Gemälde vor 
und wird immer abstracter 
und symbolischer, je mehr es 
aus dem Bilde heraustritt." 
Wahrscheinlich meinte er 
aus diesem Grunde, dass das 
Bild dasselbe sei, was eine 
Fuge in der Musik. 
Sein grösstes Werk, die 
vier Tageszeiten, in allen 
Einzelnheiten gründlich zu 
erläutern, bedürfte es Seiten 
und Seiten. Kurz gefasst, 
sollten sie die vier Dimen 
sionen des geschaffenen Gei 
stes bedeuten. 
Der Morgen ist die gren 
zenlose Erleuchtung des 
Universums. 
Der Tag ist die grenzen 
lose Gestaltung der Creatur, 
die das Universum erfüllt. 
Der Abend ist die gren- 
zenloseVernichtung der Exi 
stenz in den Ursprung des 
Universums. 
Die Nacht ist die gren 
zenlose Tiefe der Erkenntnis 
von der unvertilgbaren Exi 
stenz in Gott.
	        
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