MAK
ACf '7ER SACRUM. 
Studie zu einem 
einfachen Wohn 
zimmer. Von Jos. 
Hoffmann. 
Hand. Der erste praktische Erfolg dürfte 
sich schon durch eine würdige Vertretung 
des deutschen Kunsthandwerkes auf der Pa 
riser Weltausstellung 1900 fühlbar machen. 
Nicht so klar auf der Oberfläche liegt viel- 
leicht eine gewisse Gefahr, über die wir bei 
dieser Gelegenheit unsere Ansicht nicht zu 
rückhalten möchten. 
Dieser Nachtheil besteht schon in der 
mechanischen Vervielfältigung künstleri 
scher Entwürfe überhaupt! Vom idealen 
Gesichtspunkt aus sind diese immer zu be 
kämpfen. Als ein nothwendiger Übergang 
von schlechtem zu besserem ist dies Unter 
nehmen daher vorläufig aufzufassen. Die 
Vervielfältigung künstlerischer Musterent 
würfe statt wertloser Schablonen kann da 
durch erreicht werden; und das ist viel, aber 
nicht alles. Die letzte Consequenz, die man 
aus dieser Reform zieht, wird mit der Zeit 
hoffentlich die sein, dass die durch Bildung 
und Mittel bevorzugten einen nicht durch die 
mechanische Vervielfältigung vertausend 
fachten, für jedermann erschwinglichen, 
kunstgewerblichen Gegenstand zu besitzen 
streben, sondern ihren Stolz darein setzen, 
eine rein künstlerische Arbeit, die nur einmal vorhanden 
ist und die aus erster Hand kommt, als Schmuck des 
Wohnraumes zu eigen zu haben. 
»Der Mensch ist das Product seiner Umgebung“, hat 
man gesagt. Sorgen wir dafür, dass unsere häusliche Um 
gebung, unser tägliches, geistiges Brot, besser und schmack 
hafter werde, dann wird auch das „Product“, der Mensch, 
zufriedener, intelligenter und glücklicher werden. 
Wir wünschen dem Unternehmen den Erfolg, den es 
verdient, und verweisen im übrigen unsere Interessenten 
auf die Statuten und Satzungen der Gesellschaft, deren 
derzeitigerVorsitzender Hofrath Dr. Rolfs und deren Aus 
schuss sich aus den Herren Architekten Theodor Fischer 
und Martin Dülfer, den Malern F. A. O. Krüger und 
Richard Riemerschmid und dem Bildhauer Hermann 
Obrist zusammensetzt. S. 
Studie v. J. 
Engelhart. 
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