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VER SACRUM.
Traumhaft,
In zarter, schimmernder Gliederhoheit,
Die Häupter umkränzt mit Blumensternen,
Wandelt ein Menschenpaar.
Sanft aneinander geschmiegt,
Wandelt es auf verschlungener Pfade Windungen
Höher, immer höher hinan —
Bis zum achat’nen Säulenhalbrund,
Das in den Azur des Himmels ragt.
Rubine blitzen, Saphire und Opale
An den gold’nen Capitälen
Und an den goldenen Sockeln.
Auf hundertstufiger,
Weit ausgebuchteter Onyxterrasse
Thront die Sphinx.
Mit marmor’ner Brust,
Doch den geschmeidigen Löwenleib
In jeder Faser glutdurchzittert,
Thront sie,
Grossäugig ins Unendliche blickend,
Uber dem Räthselabgrund der Schönheit.
FERDINAND v. SAAR.
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