VER SACRUM.
Münchener Obrist und der Volkserzeugnisse von Scherre-
beck wirkten geradezu niederschmetternd.
Auch die Erlernung des Holzschnittes bietet durch
die grossartige Vereinfachung der Linie keine besondere
stehTr\T Sk A itr da ^ I<: lm engsten Zusammenhang
stehend und zur echten Amateurkunst durch ihre Intimität
j» Original-Bucheinband. - Durch
Selbstbethatigung auf diesen Gebieten würde dem Dilet
tantismus ein weites Feld eröffnet werden.
Der Director der Kunsthalle in Hamburg hat
bereits vor Jahren sein Augenmerk dahin gerichtet, den
Dilettantismus bei der herankommenden Generation zu
fordern. Er sicnerte sich die Unterstützung der Lehrer
m den öffentlichen ochulen, er machte bei den Frauen
Propaganda für seine Anschauungen und erreichte wirk-
lich in kurzer Zeit eine auffallende Popularisierung der
Zeichenkunst und des Kunsthandwerkes. Nun gien? er
einen Schritt weiter. 5 s
Damit die zutage getretenen Kräfte sich nicht zer
splittern mögen, um ein zielbewusstes Vorwärtsschreiten
zu erlangen, schuf er die Organisation des Dilettantismus.
Es wurde die Gesellschaft hamburgischer Kunstfreunde ge
gründet, welche Sammler, Kunstfreunde und Dilettan-
ten zusammenfasste. Diesen stellte Lichtwark die Kunst
halle behufs zeitweiser Dilettantenausstellungen zur Ver-
tugung. Die erste dieser Ausstellungen fand im Jahre 1894
^\ Ga ^.y + a 1 hfheitS8 ' etr f U,ohneAüS s c heidu n gdes Schlech-
en, des Mittelmassigen, hatte man die mannigfachen Ver
leben ^ U v1 e \ VerS L hkc! fr nSte n Kunstgebieten der öffent-
manrb« k uhe ^ ehcn ; Vi ^ar unzulänglich,kindisch;
manches ganz überraschend gut*
c f . , AuCh Was der Kunst tiebhaber bei Juwelieren,
Tde ke r<.“ ntl P ecoratcuren nach eigenen Angaben und
Ideen fertigen liess, fand Zutritt. ä
rb k D ! eSe Ausstellung wirkte auf den Dilettanten, wel-
her bisher seine Arbeiten nie einem kritischen Vergleiche
seWR°f e u hattC ' S ° anfeuernd ' das Interesse, welches
seine .Bestrebungen naturgemäss in der Familie hervorriefen,
t-1° ‘^ ensiv ' dass mit e i nem Schlage ein gesundes,
naturiich 65 Kunstmitempfinden die weitesten Kreise ergriff,
c < emgewerbe, der Handel haben nur davon profitiert,
sieb e : n t Da men c °mite der „Hamburger Kunstfreunde“
zu erb e ^Eäftigt, Typen von billigen Blumenvasen
anfr ? Öen ' Iiessen dk Modelle von kleinen Töpfern
und j n UnC ^ d j e ^ atte ’ weil sie zweckmässig, schön
licbrT- n . gedacht war ' wissenden Absatz. Viele ähn-
C orl Spie e J W 4- ren , 2U erwähn en. Bei Tapezierern, De-
u-l uren und Tischlern hob sich der Consum beträcht-
MHL,,Tl LeUte ' W , e l che früher ? ai ' k «nen Wert auf das
ten b!u ? n> ^ weIchem sie ihr tägliches Leben verbrach-
pe/cnnlPt! 71611 p öt2 J k h den Sinn, ihr Heim wohnlich und
c zu gestalten. Allerdings mussten die Gewerbe
treibenden sich auch der Mühe unterziehen, ihren Horizont
zu erweitern mussten den höheren Anforderungen eines
feinfühlenden Publicums zu genügen trachten. Sie hatten
die gute Einsicht, sich nicht gegen eine Bewegung zu stem
men, welche ja doch nicht einzudämmen war, undgiengen
mit Eifer daran, alle Erzeugnisse des englischen, französi-
sehen und ämerilc&nischen Stiles ihren Kunden zugänglich
zu machen. Dadurch ist die Entwickelung eines Hamburger
Stiles bald zu gewärtigen. Ohne Protest-Meetings abzu
halten, ohne Kassandrarufe auszustossen, lenkten sie ein in
die neue Bahn.
Unglaublich, nicht wahr? Mit einem aufgeklärten,
unterrichteten und mit allen neuen Kunstäusserungen ver
trauten Publicum sollte ein besseres Geschäft zu machen
sein, als mit stumpfen, gleichgiltigen, philiströsen Schimmel
menschen? — Lächerlich!
Spiegel und
Möbel für
einAnklelde-
zimmer. Ent
worfen von
J. M. Olbrich.