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MAK

Full text : Jahrgang 1 (Heft 7)

VER  SA

Buchschmuck
flirV.S.  gez.  v.
J.  M.  Olbrich.
Die  Wiener  Gewerbetreibenden  werden  das  nicht  sobald ­
  einsehen.  Erst  bis  auch  bei  uns  der  Dilettantismus  eine
Macht  geworden  sein  wird,  erst  bis  dadurch  das  allgemeine
Niveau  der  künstlerischen  Bildung  sich  gehoben  hat,  erst
bis  das  Publicum  selbst  in  peremptorischer  Weise  dem
Kunsthandwerk  höhere  Aufgaben  stellen  wird,  dann  erst
dürften  unsere  „Abderiten“  ihren  Widerstand  auf  geben.
Aus  der  Familie,  aus  dem  Hause  muss  die  Regeneration ­
  des  Kunstgewerbes  ausgehen.  Wir  müssen  Menschen
erziehen,  die  ein  unpersönliches,  kahles  Zimmer  unerträglich ­

  finden,  denen  schlechtgestimmte  Farben,  hässliche  Proportionen ­
  direct  körperliches  Unbehagen  verursachen,  hie
werden  dann  —  besonders  die  Frauen  mit  ihrem  ebenso
ästhetischen  als  praktischen  Sinn  -  Forderungen  stellen,
aus  denen  sich  der  wirklich  künstlerische  Gebrauchsgegenstand ­
  entwickeln  wird.  Billig,  logisch  und  dem  Auge
^  Denn  vorläufig  ist  das  Kunstgewebe  noch  zu  sehr
Zier.  Es  muss  erst  urwüchsiger  werden  durch  die  tägliche
Gemeinschaft  —  in  der  Familie.  B.  ZUCKERK  ANDL.

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