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ER SACRUM.
Slovaklsohes Kinder-Spielzeug,
Qez. v. H.
Schwaiger 1898.
Waldfrau hinter jedem Baum und lugte hervor, bald rechts,
bald links“, sagt Hans Schwaiger. Und die blauen Irrlichter
gehen zum Tanz, puffend und paffend in aller Lautlosigkeit.
„Ein Irrlicht ist ein fortwährendes Verpuffen“,
sagt Hans Schwaiger.
Er muss es wissen, denn er wohnt da drin im Gespensterwald.
Mitten drin, wo die Lichtung ist, in halber
Höhe des Berges. Eine grüne Blosse mit einem Blockhaus
drauf. Ein paar Holzbirnbäume um das Haus her, verwettert,
verkrüppelt; die zappligsten Bäume das, mit dem
Zickzack ihrer Aste. Und hinter dem Haus ein kleines
Mohnfeld, das haucht Träumerei aus und Benebelung.
Eine Stiege führt am Haus hinauf, ein Ast rechts, einer
links, zum offenen Umgang. Der war einst zweimal so
breit, aber die halbe Breite ist abgemorscht vor Feuchte,
darum ladet das Dach jetzt so breit aus. Ein feuchtes Haus;
„Zipperlein ist darin Hausgeist“, sagt Hans Schwaiger, und
der muss es wissen, denn es zwickt und zwackt ihn noch
jetzt, ihn und seine brave Frau. Haben nämlich früher versucht,
Sommer und Winter da zu hausen. Nur eine einzige
Stube ist aus Stein gebaut, als Zuflucht für gar zu
arges Wetter. Das übrige ist Holz, Holz, Holz. Es ist auch
gleich so ein hölzerner Geruch, wenn man eintritt, denn
alles ist getäfelt mit altem braunen Holz. Unter der Balkendecke
sindslovakischeTücher ausgespannt, bunt bedruckte;
das bisschen Farbe thut den Augen wohl bei Nebelwetter.
Und an den Wänden sind Consolen ausBaumschwämmen,
darauf stehen als „Nippes“ — wie man draussen in der
Civilisation sagt—slovakische Spielsachen aus Holz; bunt
bemalte Nussknacker, Buttenweiber, auch wohl Rübe-HANS
SCHWAIGER.
anz drin in den Karpathen.
Ein Berg und ein
Kirchlein drauf, zu dem
dieSlovaken wallfahrten.
Eine Stunde lang steigen
sie hinauf, durch dichten
Tann. Unterwegs wird
manch einem seltsam zumuthe,
denn dieser alte
Wald macht bange. Ein
uralter Forst, der sich
kaum mehr auf den Beinen
hält. Fussdick liegt
das Moos auf den bejahrten
Stämmen, aufrechten und gestürzten. Ein Gewucher
von Urgestrüpp, dass man kaum durchkommt. Morsches
so we ^ das Auge reicht, schwammiges, verwesendes.
Die Wurzelstöcke schneiden Fratzen hinter dem Wanderer
her, die Büsche strecken lange krumme Krallen nach ihm
at J s * Oft k&t sich der Nebel in den Wald hinein, dann
schweben bleiche Gespenster in Todtenlinnen zwischen
,^ n frief enden Stämmen. Sie verstellen dem Wanderer
enWeg und wollen ihn durchaus umarmen; dann schlägt
er ein Kreuz und sie zerrinnen. In der Nacht aber, da ist
»ngs ein Schimmern und Flimmern von faulendem Holz.
hosphorisch gleissen die Bäume und ihre Helligkeit
sc eint hin und her zu wackeln; „als stünde eine weisse