VER SACRUE
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unmittelbar zu einander in Beziehung treten. Dies erzeugt
dann den Eindruck von etwas Traumhaft-Mildem, Un
greifbar-Atmosphärischem, was namentlich den Land-
schaftsblättern zugute kommt.
Weil aber die Lithographien so knapp und discret
alles sagen, können sie so vieles und keckes sagen, bie
können das Momentanste festhalten und ihm doch einen
sagen hatten, doch mit besonderem Nachdruck heraus-
brfngen wollten. Wenn etwa STEINLEN einen zer
knitterten Strolch zeichnet, der von zwei höchst reputier-
lichen und würdebärigen Polizisten abgeführt wird — mit
der Unterschrift: II a vole un pain! — so durchzuckt
uns etwas bei dieser gespreizten Lächerlichkeit, wie eine
Ahnung von der Tragikomödie des modernen Frank
studie für die Schnitz-
arbeit in den unteren J
Feldern des Paravents
von Josei Engelhart.
Hauch von Ewigkeit leihen. Sie wirken wie impulsive
Niederschriften, und sind doch mehr als blosser Impuls.
Zumal die FRANZOSEN haben es verstanden, viel
Geist und Beobachtung darin niederzulegen. Ihre besten
Zeichner und Caricaturisten, die Steinlen, Willette, Forain,
Ibels, Toulouse-Lautrec, alle haben sich gelegentlich der
Lithographie bedient, wenn sie das Leichte, was sie zu
reich. Das wirkt wie ein telegraphisches Wettersignal de.
Zeit. — Doch ist der richtige Einfall sonst nicht das Ent
scheidende. Darin steckt noch zuviel stofflicher Reiz. Ute
Lithographie kann seiner entrathen, um sich ganz aui as
Streng-Künstlerische zu concentrieren. So wirkt e a
TOULOUSE-LAUTREC durch die irritierende Frechheit
seiner Zeichnung und den grausamen Widersinn seiner