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MAK

Full text : Jahrgang 2 (1899) (Heft 1)

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Nützliches  zu  werden.  Aber  gäbe  es
nicht  Menschen,  die  unnütz  SCHEINEN,
so  würden  nicht  Menschen  existiren,
die  unbestreitbar  nützlich  sind.  Alles
Gute,  was  um  uns  geschieht,  wurde  vorher ­
  im  Geist  eines  jener  Menschen  geboren, ­
  die  vielleicht  eine  nächstliegende
Pflicht  versäumten,  um  nachzudenken,
um  in  sich  selbst  zu  leben,  um  zu  reden.
Ausser  denen,  welche  die  Pflicht  der
gegenwärtigen  Stunde  erfüllen,  muss  es
solche  geben,  die  an  die  Pflicht  der
nächsten  Stunde  denken.  Es  ist  nicht
immer  das  Weiseste,  sich  nur  mit  dem
„Dringendsten“  abzugeben.  Wichtiger
ist  es,  gleich  das  „Höchste“  suchen.  Es
ist  oft  gut,  das  Gedächtniss  dafür  auszuschalten, ­
  dass  die  Menschheit  inmitten
einer  grossen  Ungerechtigkeit  lebt  und
zu  ihr  so  zu  reden,  als  befände  sie  sich
am  Vorabend  eines  grossen  Glücks  und
einer  grossen  Gewissheit.  Es  ist  gut
zu  glauben,  dass  ein  wenig  mehr  Nachdenken, ­
  ein  wenig  mehr  Muth,  ein
wenig  mehr  Liebe,  ein  wenig  mehr
Neugier,  ein  wenig  mehr  Eifer  zu  leben
uns  eines  Tages  die  Pforten  zur  Freude
und  zur  Wahrheit  öffnen  werde.  Es
ist  das  nicht  unwahrscheinlich.  Jedenfalls ­
  ist  nicht  strafbar,  es  gehofft  zu
haben.  Und  es  ist  nothwendig,  sich  auf
diese  grosse  Stunde  vorzubereiten.  Wir
können  morgen  schon  im  Besitz  der
Formel  sein,  die  allen  die  Wahrheit  über
Art  und  Zweck  des  Weltalls  giebt  und
damit  die  Formel  des  allgemeinen
Glücks.  Bis  wir  aber  in  dieser  unerschütterlichen ­
  objectiven  Wahrheit  leben
können,  müssen  wir  in  unserer  subjectiven
  Wahrheit  leben,  in  der  Wahrheit,

wie  wir  sie  erkennen.  Wir  können  sie
nicht  weit  und  hoch  genug  gestalten
und  wir  können  nie  genug  trachten,
unsere  innere  Wahrheit,  das,  was  uns
schön  und  gut  erscheint,  mit  Realität
zu  erfüllen.  Wir  haben  kein  Recht,
unsere  inneren  Forderungen  zu  der  intimen ­
  Wahrheit  des  Weltalls  in  Gegensatz ­
  zu  stellen;  der  Theil  darf  sich
nicht  anmassen,  das  Ganze  beurtheilen
und  verbessern  zu  können.  Oft  haben
wir  aus  unserer  Erfahrung  Träume  und
Wünsche  geschöpft,  die  von  der  Realität
bestätigt  wurden,  grosse  Ideen  der  Liebe,
der  Schönheit,  der  Gerechtigkeit.  Wenn
aber  in  unserer  Phantasie  Wünsche  und
Ideale  entstehen,  und  wären  es  die  tröstlichsten, ­
  umfassendsten,  welche  die  Probe
der  Wirklichkeit,  das  heisst,  der  anonymen ­
  und  mysteriösen  Macht  des
Lebens  nicht  aushalten,  so  bedeutet  dies
nur,  dass  unsere  Ideale  andere  sein
müssen,  nicht  dass  sie  weniger  schön,
umfassend,  tröstlich  sein  werden.  Bis
diese  Wirklichkeit  sich  offenbart,  ist  es
vielleicht  heilsam,  ein  Ideal  zu  nähren,
das  man  schöner  wähnt  als  die  Wirklichkeit; ­
  aber  hat  diese  sich  einmal  enthüllt, ­
  so  ist  es  nothwendig,  dass  die
ideale  Flamme,  so  wir  mit  unseren  besten
Wünschen  genährt,  nur  mehr  diene,  um
loyal  die  minder  gebrechlichen  und
minder  gefälligen  Schönheiten  der  imposanten ­
  Masse  zu  beleuchten,  die  jene
Wünsche  zerdrückt.  Bis  dahin  ist  es
nicht  unerlaubt,  alles  zu  thun,  um  die
Vernunft,  die  Gerechtigkeit,  die  Schönheit ­
  der  Erde,  gewissermassen  den  Instinkt ­
  unseres  eigenen  Planeten  zu  verbessern. ­
  Es  geschieht  im  Vertrauen  in

fl
            
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