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„die Idee des Weltalls“. Denn jedes 
Streben zum Besseren muss uns dem 
geheimen Willen des Lebens näher 
bringen. Und sogar jedes Scheitern 
unserer Anstrengungen und der Wider 
stand dieser grossen Welt wird nur eine 
neue Nahrung sein der Bewunderung 
für die grosse Kraft, von der wir ein 
Theil sind, ein neuer Stachel unseres 
Eifers und unserer Hoffnung. 
Der mit diesen Ideen und Worten 
so tapfer und grossgesinnt vom Leben 
zu uns spricht, ist kein Anderer als 
der Dichter jenes kleinen dramatischen 
Aktes von den Blinden, der Dichter der 
Angst, der Lebensangst, der Todesangst, 
der Dichter der „Prinzesse Moleine”, 
der „Intruse”, der „Mort deTintagilles”; 
es ist MAURICE MAETERLINCK 
in seinem prachtvollen Buch „La Sa 
gesse et la Destinee”. Es ist eines der 
Bücher, die wirken wie ein Erlebniss. 
Es strahlt von innerer Schönheit! Ein 
grosses Glück hat es gereift. Nicht 
was man so gewöhnlich „Glück” nennt. 
Ein ernstes, grosses, fruchtbares Glück, 
das wie ein helles Feuer brennt und 
reinigt. Ein Glück wie die Liebe des 
Dante zur Beatrice. Denn was hat 
Maeterlinck nicht überwinden müssen, 
ehe er dies Buch schreiben konnte. 
Welch ein Schritt vom „Tresor des 
Humbles” zu diesem. Es ist das Buch 
eines Glücklichen, der zur Weisheit ver 
führen will. Denn nur der Weise ist 
glücklich. Der Weise ist immer glück 
lich. Er verwandelt alles im Glück. 
Er ist der Herr des Schicksals. Das 
Schicksal kann ihn nicht überwinden. 
Denn wer ist weise? Der so denkt, 
wie Maeterlinck es im Eingang seines 
Buches skizzirt. Der die harte Realität 
des Lebens erkannt und sich ihr kind 
lich unterworfen hat. Der gelernt hat, 
die furchtbare Grösse der Natur zu ver 
stehen und es sich abgerungen, sie in 
ehrfürchtiger Bewunderung zu lieben. 
Der den Muth hat, als Mensch sich 
von ihr abzusondern und als Natur 
wesen sich ihr einzuordnen. Und da 
bei den Willen, sich nach ihr umzu 
bilden, ohne sich gänzlich aufzugeben. 
Was kann das Leben diesem anhaben? 
Was kann das Schicksal an ihm zer 
stören? Er ist unangreifbar. Was er 
erfährt, verwandelt er in innere Schätze. 
Er hat oft die Kraft, die Ereignisse zu 
beherrschen. Der Zufall beugt sich 
gern seinem Willen. Wer die Gesetze 
der Wirklichkeit kennt, wird Meister 
über sie. Aber nicht so ist der Weise 
Herr seines Schicksals. Auch ihm pas- 
sirt, was anderen Sterblichen passirt. Er 
leidet, wie alle Menschen leiden. Ja, 
er leidef noch mehr. Denn er fühlt 
sich nie als Einzelner; er fühlt sich als 
ein lebendiges Stück Menschheit und 
er leidet in sich das Leiden der Mensch 
heit. Doch nicht das Leiden ist zu 
fliehen, sondern die Entmuthigung. Und 
der Weise schöpft aus Allem Muth. 
Er zieht aus Allem Kraft. Was immer 
ihm widerfährt, wird für ihn Stoff zur 
Erkenntniss. Alles mehrt in ihm das 
Gefühl für die Grösse des Lebens, lehrt 
ihn die Bewunderung für das Ueber- 
menschliche, Unmenschliche des welt 
beherrschenden Princips. Er weiss, dass 
es nicht Gerechtigkeit ist, nicht äussere 
Gerechtigkeit in unserem Sinn. Er 
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