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Sie gewahrte ihn nicht. Wie für sich fuhr sie fort:
„Es ist, als dampfe es um mich. Als müssten
die Leidenschaften, die hier verschüttet worden
sind, sich noch einmal aus dem Boden heben in
einer Flackersäule, höher als die Flammen des
Vesuv in jenen Unglücksnächten gestiegen sind.“
„Um Gottes Willen! Hätte ich geahnt, Du
wirst Dich so aufregen, ich hätte Dich niemals
hierher gebracht.“
Seltsam sah sie ihm in die Augen. „Und wie
denn? Oder können alle die Gluthen weggefegt
sein? Wirklich ausgelöscht für immer, wie das
Feuer auf dem Herd, wenn man erst einmal Asche
darüber geworfen hat? Und sie sind in ihren
rothen Sünden dahin gegangen und sie meinten
sich unsterblich, wie wir uns dafür halten. Was
ist denn an uns unsterblich, wenn nicht das, was
wir begehren?“
„Du musst nicht so grübeln, Herz.“ Sein Ton
hatte etwas Ueberlegenes, Belehrendes, das sie an
ihm gewöhnt war. Nun empörte es sie.
„Ich grüble nicht, ich empfinde. Ich empfinde
die Einsamkeit. Sie hat sich um die tote Stadt
geschlungen in weiten Ringen. Und kommt wer
in ihren Bann, so hebt sie den klugen Schlangenkopf
und zischt ihn an mit einem leisen und schrecklichen
Zischen, dass man erschrickt und sie umwindet
ihn, kalt, fröstelnd, tötlich.“
„Beruhige Dich, Liebchen,“ wollte er trösten.
„Und die Springbrunnen springen noch, wie
einmal. Und es ist wie eine Muschel. Noch
schimmert das Gehäuse. Nur das Thier ist tot,
das in ihr gehaust. Und ich mag so etwas nicht
mehr sehen und kommen wir heim, so muss aus
meiner Wohnung Alles fort, was wir haben von
derlei Sachen. Es muss, sag' ich.“
„Es soll auch, wenn Du willst.“
„Und ich sah das Forum voll von Menschen.
Und sie deuteten mit den Händen und ihr Mund
war offen. Aber kein Laut war da zu hören.
Und ich bin im Hause des Bettius gestanden. Der
hat sich doch auch eingerichtet gehabt, für ewig.
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