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MAK

Full text : Jahrgang 2 (1899) (Heft 5)

(BETRACHTUNGEN  ÜBER  DIE  KUNST  VON  GIOVANNI
fSEGANTINI.  üT  W/L
EINZIG  AUTORISIERTE  UBER  -Kgl
SETZUNG  AUS  DEM  ITALIENI-  ImTü

ls  ich

SCHEN  VON  CLARA  THEUMANN.

K _-—  den  Eltern  eines  gestorbenen
lindes  den  Schmerz  lindern  wollte,
nalte  ich  das  Bild:  „Der  durch  den
j^^ÄÖBIGlauben  getröstete  Schmerz”,  um  das
m.  ’^gMjjLiebesband  zwei  junger  Menschen  zu
l(k  yj^wjweihen,  malte  ich:  „Die  Liebe  an  der
llß^J^rQuelle  des  Lebens”,  um  die  ganze
^jlSeligkeit  der  Mutterliebe  fühlen  zu
^Smachen,  malte  ich:  „Die  Frucht  dertJÄ
LjjLiebe”,  „Der  Lebensengel”;  als  ich  die  Kjj
»Schlechten  Mütter,  die  hohlen  und  un-  jjjj
i  fruchtbaren,  der  Lust  lebenden  Frauen  geissein  wollte,  malte  yj
B K  ich  die  Geissein  in  der  Gestalt  des  Fegefeuers,  und  als  ich  die  j
Yl  Quelle  allen  Übels  bezeichnen  wollte,  malte  ich  die  Eitelkeit;
«l|ich  will,  dass  die  Menschen  die  guten  Tiere  lieben,  jene,  von!
i'ldenen  sie  Milch,  Fleisch  und  Fell  gewinnen,  und  ich  male  „Diel
beiden  Mütter”,  die  Mütter  und  das  brave  Pferd  am  Pfluge,  das  ft
mit  dem  Menschen  und  für  ihn  arbeitet.  Ich  malte  die  Arbeit  fj
lund  die  Ruhe  nach  der  Arbeit,  und  vor  allem  malte  ich  die  i
I  braven  Tiere  mit  den  Augen  voller  Sanftmut.  Sie,  die  dem 1
R  Menschen  alles  geben,  ihre  Kraft,  ihre  Jungen,  ihr  Fleisch,  ihreL.
JHaut,  werden  von  den  Menschen  geschlagen  und  misshandelt;{I
■  bei  all  dem  lieben  die  Menschen  gewöhnlich  die  Tiere  mehr  alsfjy.
J  Ihresgleichen,  aber  mehr  denn  alles  lieben  sie  die  Erde,  weillV
^sie  am  meisten  gibt;  sie  gibt  den  Menschen  und  den  Tieren.'^
Demnach  steht  die  Liebe  der  Menschen  im  Verhältnis  zu  demj
|  Nutzen,  den  sie  aus  den  Dingen  ziehen,  und  dies  liegt  im  allgemeinen ­
  in^Charakter  aller  Menschen.  Bis  zum  heutigen!

TEXTUMRAHMUNG ­

VON  JOSEF
HOFFMANN.
            
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