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Planes besonders. Wie hier im Innern 2. B. die 
Pilaster aufgegeben sind und dafür Lisenen über 
die Wölbung hinweg von einer Wand auf die andere 
hinübergreifen, das ist die neugestaltende Kraft 
Wagner's in gewaltigster Fassung. 
Man sieht deutlich, die Kunst entwickelt sich 
immer mehr nach jener Richtung hin, wo die 
Kunstwerke wachsen, nicht mehr gebaut werden, 
wo auch das Material überwunden wird durch den 
geistigen Inhalt des Werkes. Es ist auch bezeich 
nend, was für Skizzen Pletschnik von Italien heim 
gebracht hat; nicht Bramante und Palladio, son 
dern die venezianische Barocke und Spätrom haben 
es ihm angethan. 
Wir stehen heute an der Grenze. 
Wagner selbst glaubt vielleicht constructiv und 
sozusagen materiell vorzugehen — er thut es auch 
in gewissem Sinne. Aber Bismarck hat es von 
sich gestanden, dass aus seinen Unternehmungen 
immer etwas Anderes geworden ist, als er selbst 
dachte, so wird auch aus Wagner's Beginnen viel 
leicht etwas ganz Anderes werden, als er selbst 
heute meint. Wenn man grosse Bewegungen je 
doch zurückverfolgt, erkennt man meistens, dass 
bei den ersten Neuerem bereits Alles im Keime 
enthalten war; so wird man es dereinst auch bei 
Wagner selbst finden. Nur macht er eben keine 
Schulentwürfe mehr, sondern er baut für die Wirk 
lichkeit, und die ist heute noch nicht für all das 
reif. Aber Wagner freut sich offenbar, dass es 
sich in der jungen Weit so regt, wenn auch Manches 
noch unvollkommen ist. Wie glücklich können 
diese Schüler sein, dass ihr Lehrer seine Aufgabe 
darin sieht, sie technisch zu lehren und geistig 
durch seine überzeugende Persönlichkeit zu beein 
flussen, aber nicht zu Akademikern zu machen. 
Hier ruht die schönste Zukunft unserer Heimath. 
„Es ist eine Lust zu leben”, wenn man sieht, was 
sich hier vorbereitet. Ich bin überzeugt, der Ge 
schichtschreiber der künftigen grossen Architektur 
wird in Wagner und seiner Schule die Wurzeln 
zu Allem finden. 
MORITZ DREGER 
PAUL ROLLER 
BUCHSCHMUCK
	        
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