MAK
DER HOFPAVILLON DER WIENER 
STADTBAHN 
A uf seinem Zuge aus dem Herzen der 
Stadt nach dem waldigen Wienthale 
führt einer der neu eröffneten Arme 
der Wiener Stadtbahn an dem alten 
kaiserlichen Lustschlosse Schönbrunn vorbei. Hier 
pflegt der Kaiser von Österreich einen grossen 
Theil des Frühjahrs und des Herbstes zu ver 
bringen. Deshalb und da auch gekrönte Häupter, 
die in Wien zu Gaste weilen, mitunter hier wohnen, 
ergab sich die Nothwendigkeit, nächst Hietzing 
eine Hofhaltestelle der Stadtbahn zum Gebrauche 
des Monarchen und seiner hohen Gäste zu 
schaffen. 
Man durfte gespannt sein, wie die neue Kunst 
unserer Tage — man hat sich gewöhnt, sie kurz 
die „Moderne" zu nennen — welche so tief in die 
Gestaltung unserer Wohn- und Arbeitsräume ein 
gegriffen hat und die die ganzen Bauten der Stadt 
bahn beherrscht, sich gegenüber der Aufgabe, die 
ihr hier zum erstenmale gestellt wurde: die Um 
gebung für ein gekröntes Haupt zu schaffen, ver 
halten werde. Sagen wir es gleich: das Ergebniss 
ist ein glänzendes, die Moderne hat auf einem 
ihr bisher fremden Gebiete einen herrlichen und, 
man darf wohl hoffen, folgenschweren Sieg er 
rungen. Allerdings wurde sie zu diesem Siege geführt 
durch einen ihrer grössten Feldherren, durch den 
künstlerischen Schöpfer der gesammten Stadtbahn 
bauten, den k. k. Oberbaurath Professor OTTO 
WAGNER. Wie wir durch ihn erfahren, haben 
ihm diesmal folgende Künstler seines Ateliers zur 
Seite gestanden: Carl Adalb. Fischl, J. M. Olbrich 
und Leopold Bauer. 
Die Situation für den Hofpavillon war dem 
Künstler als feststehend gegeben. Da die Bahn 
hier als Tiefbahn führt, steht der Pavillon über 
dem Bahneinschnitte. 
Das Herz des Baues ist der kaiserliche Warte- 
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