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MAK

Full text : Jahrgang 2 (1899) (Heft 8)

see  LOGGIA-ECKE  =

die  der  Kaiser  betritt,  über  die  Stiegenabgänge
hinab  bis  zum  Waggon.  Nirgends  belästigt  ein
stärkerer  Tonunterschied  die  Aufmerksamkeit  des
rasch  Dahinschreitenden.
Dieses  Roth  des  Bodens  und  das  der  Wände
klingt  zu  einem  prächtigen,  wirklich  kaiserlichen
Accord  zusammen  mit  dem  durch  zarte,  vergoldete
Schnitzerei  belebten  Jungmahagoni  der  Täfelung,
der  zeltartigen  Decke,  des  Mobiliars  und  der  hohen
Flügelthüren.
Von  diesen  führen  zwei,  in  den  Ecken  angeordnete, ­
  zu  den  breiten  Stiegenabgängen  auf  die
beiden  Abfahrtperrons  für  die  beiden  Richtungen
der  Bahn  nach  dem  Praterstern  und  nach  Hütteldorf.
Eine  dritte  Eckthüre  führt  zur  Toilette  und  die
vierte  Eckwand  wird  durch  den  Kamin  eingenommen.
Letzterer  ist  aus  besonders  schönen  Stücken  von
Laaser  Onyx  gearbeitet  und  bei  völligem  Mangel
jedes  plastischen  Schmuckes  von  einer,  nur  durch
das  edle  Material  erzeugten,  grossartigen  Wirkung.
Von  den  beiden  Wänden,  welche  auf  die  Eingangs- ­
  und  die  Bildwand  normal  stehen,  wird  die
eine  durch  ein  grosses  Fenster,  die  andere  durch
eine  Glasthüre  eingenommen,  die  zu  einer  geschlossenen ­
  Loggia  führt.  Vor  der  Loggia  lässt
sich  auf  einer  Terrasse  ein  kleiner  Garten  arrangieren. ­
  Auch  diese  Loggia  hat  einen  ernsten  Zweck
und  ist  weit  entfernt  bloss  decorative  Absichten
zu  verfolgen.  Oft  kommt  es  nämlich  vor,  dass
der  Monarch  in  den  letzten  Minuten  vor  seiner
Abfahrt  noch  ein  Telegramm  oder  einen  Befehl
niederzuschreiben  wünscht.  Für  solche  Gelegenheiten ­
  nun  ist  in  dieser  Loggia  ein  Schreibtisch
aufgestellt,  welcher  als  Beleuchtungskörper  genau
eine  ebensolche  Lampe  trägt,  wie  sie  sich  auf  den
Arbeitstischen  des  Monarchen  in  seinen  jeweiligen
Aufenthaltsorten  vorfinden.
Die  Beleuchtungskörper  in  diesem  Bau  wären
überhaupt  ein  gesondert  zu  behandelndes  Capitel.
Sie  kommen  als  Stehlampen  und  als  Deckenbeleuchtung ­
  im  Salon,  als  Wandbeleuchtung  in  den  Corridoren
  und  auf  den  Stiegen,  als  freihängende
Beleuchtungskörper  in  der  Unterfahrt,  als  Bogenlichtcandelaber
  auf  der  Rampe  vor  und  überall
hat  Wagner  es  verstanden,  den  mannigfachen
Erfordernissen,  die  sich  aus  dem  gewollten  Beleuchtungseffect, ­
  der  Bedienung  und  Wartung  des  Körpers
ergeben,  mit  geradezu  verblüffender  Einfachheit
und  Schönheit  gerecht  zu  werden.
Aehnliches  liesse  sich  von  den  Plafondlösungen

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