C. M.
GIOVANNI SEGANTINI.
J5. Januar 1858 — 28. September 1899.
Noch sind auf unserem Tische die Blumen nicht ganz verwelkt,
die uns Giovanni Segantini jüngst zum Grusse sandte und schon
stehen wir vor ihnen und sinnen mit traurigen Blicken, wie wir ihm
daraus einen Todtenkranz wänden, um ihn an den besten Platz des
Hauses, an seinen mächtigsten Grundpfeiler zu hängen, den er selbst
mitbegründen und miterbaüen half. Die Alpenrosen, die in seinem
Strauss so blass geworden sind, werden in unserm Kranze dann
noch mehr erbleichen, aber ihre freundlichen Schwestern, denen unser
todter Freund mit seiner Künstlerhand ein dauerndes Leben schuf,
werden ihnen von ihrer Unsterblichkeit geben und ein quellfrischer
Hauch seiner reinen Kunst wird jeden Moderduft von ihnen weh'n.
Klagen wir über seinen zeitigen Hingang, so tröste uns das Wort
des Dichters: „Nun geniesst er im Andenken der Nachwelt den
Vortheil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen; denn
in der Gestalt, wie ein Mensch die Erde verlässt, wandelt er unter
den Schatten und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüng
ling gegenwärtig/'
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