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binden, wenn sich die Mischung 
sozusagen zu setzen beginnt. 
Vorher sind die Massentheil- 
chen gewissermassen gegen ein 
ander gerichtet und heben in der 
Wirkung sich auf; sie müssen erst 
ein grosses, gleichgerichtetes Stre 
ben erhalten. 
In Italien bildete sich zum Bei 
spiel eine einheitliche Masse erst im 
1 1., 12. Jahrhundert und brachte 
dann Dante und die grosse bilden 
de Kunst hervor. 
Gegenüber der japanischen Be 
völkerung erschienen im 6. bis 
7. Jahrhundert unserer Zeitrech 
nung die Koreaner und Chinesen 
noch als überlegene Culturbringer. 
Mit der erhabenen buddhistischen 
Lehre gelangten damals auch indische und über 
Indien selbst einige europäische Kunstformen 
in die japanische Welt. Diese Herkunft der 
Kunst aus Korea und China gilt auch für 
den Japaner als völlig feststehend. Die ersten 
Künstler Japans sind nur Nachahmer der fremden; 
selbst Kanaöka, der für das 9. Jahrhundert als 
erster, echt japanischer Maler überliefert wird, 
steht noch ganz unter chinesischem Einflüsse. 
Vollends, als neue innere Stürme im 12. Jahrhun 
dert das Land in seiner Cultur weit zurückge 
worfen hatten, musste man wie 
der auf China zurückgreifen, 
und noch im 15. Jahrhundert war 
man genöthigt, dort eine grosse 
geistige Anleihe zu machen. 
Wann das eigenthümlich ja 
panische Empfinden in der Kunst 
des Landes zum ersten Male 
Zum Durchbruch gelangt ist, 
lässt sich heute nicht mehr fest 
stellen; herrschend wurde es je 
denfalls erst um 1630 durch den 
grossen Meister Matähei. Es 
war die Zeit, als mit der voll 
kommenen Ausbildung des alten 
Feudalstaates das japanische Le 
ben einen ganz bestimmten 
Rahmen zur Entfaltung gefun 
den hatte. 
Wie so oft in der Geschichte, 
war auch in Japan der ursprüng 
liche Herrscher, hier der Mikado, 
aus weltlicher Macht zu einer rein 
geistigen Potenz geworden, haupt 
sächlich mit religiösen Befugnissen. 
So lebte der altrömische König 
als Oberpriester in der Regia am 
Forum Romanum weiter, der athe 
nische als Archon Basileus, der 
römische Kaiser wurde zum Papste. 
Und wie die späteren Khalifen von 
Bagdad durch den Führer ihrer 
Leibwache, wie die merowin gischen 
Könige durch ihre Majores domus, 
so wurden die japanischen Kaiser 
durch ihre obersten Feldherren, die 
Shogune, in den Hintergrund ge 
drängt; denn diese kraftvollen 
Männer waren eine Nothwendig- 
keit geworden gegenüber dem mächtigen, unbotmäs- 
sigen Adel. Seit 1600 herrschte mit solchem Rechts 
titel das grosse Tokugawa-Geschlecht. 
Erst vor einem Menschenalter ist dieser alte 
Feudalstaat in sich zusammengebrochen. Es ist 
für uns heute sehr schwer, die verschiedenen Ur 
sachen dieser Umwälzung zu erkennen. Jedenfalls 
fand das altangestammte Herrschergeschlecht das 
Volk auf seiner Seite, und es begann für Japan 
eine neue Zeit, die Neuzeit, wenn wir so sagen 
können. 
Es ist begreiflich, dass heute, 
wo ganz neue Ideen auf die 
Japaner einstürmen, neue For 
derungen an sie treten, aber 
auch neue Gebiete sich ihrer 
Thätigkeit erschliessen, die 
Kunst im Geistesleben des Vol 
kes nicht die Hauptrolle spielt. 
Sie hat sich aber auch inner 
lich aus gelebt. So wie die staat 
liche Idee, war die ganze Cul 
tur und damit die Kunst auf 
einen todten Punkt gelangt. 
Das fühlten die japanischen 
Künstler schon seit dem Ende 
des vorigen Jahrhunderts. Ge 
nies sind ja nicht nur das Ergeb- 
niss ihrer Zeit, sie tragen auch 
die Zukunft in sich. So suchten
	        
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