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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1900) (Heft 1)

Schöpfungen  der
Künstler  zu  Gesicht
  bekommen
hat,  handelt  es
sich  für  mich  nun
darum,  einmal  zu
zeigen,  auf  welche
  Art  eben  dieser
  oder  jener
Meister  dahin  gelangt,
  ein  Werk

zur  Vollendung
zu  bringen;  denn
ich  glaube,  dass
dies  schlagender
wirkt  als  das  Studiren
  in  der  bisher
  gebräuchlichen
  Weise.
fr  Der  für  mich
massgebende  Gesichtspunkt
  bei

der  Wahl  der  Arbeiten  ist  demnach  der,  auf  unsere  ernst
strebenden  Mitglieder  und  Genossen  durch  lebendige  Beispiele
  zu  wirken;  zu  zeigen,  durch  welch’  verschiedene  Mittel
die  Künstler  zum  vollendeten  Werk  gelangen;  einen  Einblick
  in  die  Art  zu  eröffnen,  wie  sie  sich  ihre  Notizen,  wie
sie  ihre  zweckdienlichen  Studien  machen;  hinzu  weisen,
worauf  ein  Roll,  worauf  ein  Dagnan  sein  Hauptgewicht
legt,  wie  sich  in  Maurin’s  Arbeiten  seine  Abgeschlossenheit,
seine  Empfindungswelt  wiederspiegelt,  wie  er  die  Technik
der  bemalten  Platten  auf  eine  solche  Höhe  gebracht  hat,
wie  er  die  Radirung  und  die  kalte  Nadel  beherrscht  =.  Die
Sammlung  Jeanniot  soll  darthun,  wie  dieser  Meister  ganz
und  gar  auf  Totalerscheinung  und  das  Lebensvolle  in  der
Form  hinzielt  und  die  Farbe  nur  zu  ihrer  Charakteristik  gebraucht.
  Dazu  möchte  ich  bemerken,  dass  seine  Gewissenhaftigkeit
  und  sein  Riesenkönnen  auf  mich  einen  grossen
Eindruck  gemacht  haben.  Ich  bewundere  an  ihm  die  Freiheit,
  mit  der  er  förmlich  spielt,  und  die  er  so  raffinirt  und  so

Gustav  Klimt
OM.  „Pallas’'

5
            
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