Otto Friedrich OM.
„Lastenstrasse”
VII. Kunstausstellung
Denken hat wieder nicht das Geringste mehr mit Kunst zu
thun, auch nicht mit jener, die etwa in dem Bilde steckt; es
wird durch sie nicht erzeugt, nicht einmal verstärkt. Aber
jener Professor ist befriedigt. Er verlangt nämlich gar nicht
Kunst, sondern will mit den äusseren Hilfsmitteln derbilden=
den Kunst an seine rein literarischen Vorstellungen erinnert
werden. Dazu aber ist eine Kraft wie die Klimts wirklich
zu kostbar, diesen Wunsch kann auch ein leistungsfähiger
Schriftenmaler durch einfaches Aufpatronieren der be=
treffenden Namen erfüllen. ©0©
© Findet man es aber vornehm, wirkliche Kunst am Pla=
fond des Festraumes^ zu haben, dann mache man es dem
beauftragten Künstler nicht gleichzeitig unmöglich, solche
zu schaffen. ' ©©©
© „Wer die bekannten und oft gehörten Wendungen in
den Mund nimmt: Vom Künstler verlange ich, der Künstler
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