fentlichkeit von ihm erfuhr, war er bereits kein Jüngling
mehr. Der Kunst hat er sich erst ergeben, als ihn ein Unfall
für seinen ursprünglichen Beruf untauglich gemacht hatte.
Jeanniot ist siebzehn Jahre lang Officier gewesen und hat
als Lieutenant den deutsch=französischen Krieg mitgemacht.
Zu seinem Vergnügen hat er wohl damals schon gezeichnet
und gemalt, aber erst nachdem er den Militärdienst aufgegeben
hatte, wandte er sich ganz der Kunst zu und beschickte
die Ausstellungen. ©0©
© Da war es denn ganz natürlich, dass er zunächst das
Gebiet cultivierte, welches ihm so genau bekannt war.
Ausser den Darstellungen aus dem Leben der Soldaten in
der Kaserne und im Manöver hat er auch einige Kriegsscenen
festgehalten, so ein mit Leichen bedecktes Schlachtfeld,
das nicht weniger grausig und vielleicht naturgetreuer ist
als die ähnlichen Arbeiten Werestchagins. Und nicht nur
die französischen Soldaten kennt er, sondern auch mit den
deutschen ist er vertraut. Vor einigen Jahren verbrachte er
einen Sommer in Wörrishofen bei Pfarrer Kneipp, und von
dort stammen die deutschen Soldaten, denen man in seinen
Mappen begegnet. Die dortigen deutschen Officiere gestatteten
dem ehemaligen französischen Kameraden gerne, den
Uebungen beizuwohnen und seine Skizzen zu machen. ©
© In den letzten Jahren wählt Jeanniot seine Themen
weniger im Militärleben, sondern er schildert mit Vorliebe
das Treiben auf der Strasse und im Wirtshause. Eine seiner
Radierungen stellt zwei auf der Imperiale des Omnibus über
die Place de la Concorde fahrende Männer dar, andere Blätter
zeigen Arbeiter in der Absinthkneipe, müde Spazier=224