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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1900) (Heft 14)

fentlichkeit  von  ihm  erfuhr,  war  er  bereits  kein  Jüngling
mehr.  Der  Kunst  hat  er  sich  erst  ergeben,  als  ihn  ein  Unfall
für  seinen  ursprünglichen  Beruf  untauglich  gemacht  hatte.
Jeanniot  ist  siebzehn  Jahre  lang  Officier  gewesen  und  hat
als  Lieutenant  den  deutsch=französischen  Krieg  mitgemacht.
Zu  seinem  Vergnügen  hat  er  wohl  damals  schon  gezeichnet
und  gemalt,  aber  erst  nachdem  er  den  Militärdienst  aufgegeben
  hatte,  wandte  er  sich  ganz  der  Kunst  zu  und  beschickte
  die  Ausstellungen.  ©0©
©  Da  war  es  denn  ganz  natürlich,  dass  er  zunächst  das
Gebiet  cultivierte,  welches  ihm  so  genau  bekannt  war.
Ausser  den  Darstellungen  aus  dem  Leben  der  Soldaten  in
der  Kaserne  und  im  Manöver  hat  er  auch  einige  Kriegsscenen
  festgehalten,  so  ein  mit  Leichen  bedecktes  Schlachtfeld,
das  nicht  weniger  grausig  und  vielleicht  naturgetreuer  ist
als  die  ähnlichen  Arbeiten  Werestchagins.  Und  nicht  nur
die  französischen  Soldaten  kennt  er,  sondern  auch  mit  den
deutschen  ist  er  vertraut.  Vor  einigen  Jahren  verbrachte  er
einen  Sommer  in  Wörrishofen  bei  Pfarrer  Kneipp,  und  von
dort  stammen  die  deutschen  Soldaten,  denen  man  in  seinen
Mappen  begegnet.  Die  dortigen  deutschen  Officiere  gestatteten
  dem  ehemaligen  französischen  Kameraden  gerne,  den
Uebungen  beizuwohnen  und  seine  Skizzen  zu  machen.  ©
©  In  den  letzten  Jahren  wählt  Jeanniot  seine  Themen
weniger  im  Militärleben,  sondern  er  schildert  mit  Vorliebe
das  Treiben  auf  der  Strasse  und  im  Wirtshause.  Eine  seiner
Radierungen  stellt  zwei  auf  der  Imperiale  des  Omnibus  über
die  Place  de  la  Concorde  fahrende  Männer  dar,  andere  Blätter
  zeigen  Arbeiter  in  der  Absinthkneipe,  müde  Spazier=224


            
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