ganger auf den Bänken der öffentlichen Anlagen, elegante
Herren im Clubzimmer, promenierende Damen, zeitunglesende
Passagiere im Eisenbahncoupe und sonst allerlei
Scenen aus dem täglichen Leben. ©0©
© Allen diesen Blättern ist die überzeugende Lebenswahrheit
eigen, und allen merkt man an, dass der Künstler niemals
aufs Gerathewohl arbeitet, dass er keinen einzigen
Strich kitsch macht, sondern dass alle seine Arbeiten bei unmittelbarer
Anschauung der Natur geschaffen sind. ©©©
© Jeanniots Specialfach ist die Radierung; besonders in der
letzten Zeit hat er sich stark auf diesen Kunstzweig verlegt,
und zwar stellt er augenblicklich sehr interessante Versuche
zur Erlangung von farbigen Radierungen an. Bei diesen
Versuchen ist er zur Entdeckung eines neuen Aetzmittels
gelangt, welches die feinsten und delicatesten Nuancen und
Abstufungen vollkommen wiedergibt und die zarteste Modellierung
und Abtönung gestattet. ©©©
© Indessen ist Jeanniot nicht ausschliesslich Radierer: er hat
zahlreiche Oelgemälde, Pastelle und Lithographien geschaffen,
und in den Ausstellungen des Champ de Mars ist er alljährlich
in mindestens zwei Kunstgattungen vertreten. Im
grossen Publicum ist Jeanniot immer noch nicht so bekannt
und geschätzt, wie er es als Illustrator vieler gelesener Bücher
sein sollte, aber die Künstler wissen sein Talent zu würdigen.
© Auf der Weltausstellung hat er ausser mehreren Radierungen
und Zeichnungen drei Oelgemälde; zwei davon sind
verkauft, und zwar wurde das eine, das Bildnis eines kleinen
Mädchens, vor zwei Jahren im Salon des Champ de Mars
von keinem Geringeren als Puvis de Chavannes erworben.
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