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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1900) (Heft 15)

Familien  in  einem  einzigen  Steinkasten  wohnen,  weiss  man
den  Wald,  den  Park  und  den  Garten  zu  schätzen,  und  wer
sich  die  Erinnerung  an  die  grünen  Reize  der  Natur  nicht
grossartiger  sichern  kann,  stellt  zum  wenigsten  ein  paar
Blumentöpfe  auf  die  Fensterbank  oder  doch  eine  Handvoll
Blumen  in  das  Glas  auf  den  Kamin.  Nirgends  liebt  man  die
Blumen  und  den  Wald  so  sehr  wie  in  den  grossen  Städten.
Das  ist  natürlich,  denn  der  Mensch  bewertet  die  Dinge  nach
ihrer  Seltenheit,  und  auf  dem  Steinpflaster  und  dem  Asphalt
der  städtischen  Strassen  kommen  die  Pflanzen  nicht  fort.
©  Die  Arbeiterin,  die  uns  Willette  und  Steinlen  zeigen,  die
Charpentier  neulich  in  der  Oper  „Louise”  besungen  hat,
schmückt  ihre  Dachkammer  mit  Blumen  und  harrt  die
dumpfe  Arbeitswoche  hindurch  dem  freien  Sonntag  entgegen,
  wo  sie  in  den  Wäldern  von  Meudon  und  St.  Cloud,
von  Sceaux  und  Clamart  die  Stadtluft  austreiben  und  kräftigen
  Pflanzenduft  einathmen  kann.  Wer  aber  nicht  vom
frühen  Morgen  bis  zum  Abend  in  die  steinernen  Mauern  der

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