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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1900) (Heft 16)

flaumig  weich  hinter  einander  an  das  Ufer  legt.  Das  Ufer
ist  gelber  Sand,  und  die  Mädchen  werfen  veilchenblaue
Schatten  darauf.  Und  die  Sonne  knistert  im  Blond  der  Haare
unc ^  =  man  möchte  glauben  =  im  Salz  des  Meerwassers,
von  dem  die  rosigen  Glieder  gleissen.  Das  Roth  und  Grün
und  Weiss  der  Kleider  loht  auf  wie  Flammen  im  Sonnenschein,
  die  man  nicht  merken  würde,  wenn  sie  nicht  farbig
wären.  Und  noch  immer,  wie  einst,  wehen  dem  Künstler
  die  Elemente  brüderlich  durcheinander.  Das  eine  sendet
seine  Reflexe  durch  das  andere,  sie  mischen  sich  und  haben
eins  vor  dem  anderen  keine  Geheimnisse,  keine  Undurchsichtigkeiten.
  Man  lispelt  unbewusst  jenen  Vers  aus  Shelleys
„Alastor”:  „Meer,  Erde,  Luft,  geliebte  Brüderschaft”.  Das
alles,  und  der  Mensch  dazu,  löst  sich  diesem  Maler  in  einem
gemeinsamen  Athmen,  Weben,  Blühen.  Bei  Liebermann
sieht  sich  eine  solche  Scene  optischer  an,  sie  kommt  mehr
aus  dem  Auge  als  aus  dem  Gemüth.  Bei  Zorn  ist  es  etwas
wie  Feuerwerk,  ein  elektrisches  Geflacker  und  Geprassel,
als  mache  sich  die  Natur  einen  Faschingsscherz.  Bei  Hofmann
  ist  es  ein  harmloses  Freudenfest,  durch  das  ein  Zug  von
Schwärmerei  und  Träumerei  geht,  ein  Träumen  mit  offenen
Augen.  So  ist  auch  jene  „Frühlingswiese”,  auf  deren  lichtem
Grün  sich  ein  ganzes  Netzwerk  von  weichen,  dunklen  Schatten
  kreuzt.  Vorne  steht  ein  blondes  Mädchen,  bis  an  den
Gürtel  bloss,  das  Fleisch  ganz  durchhaucht  von  den  Farben
des  Himmels  und  der  Wiese,  die  von  allen  Seiten  auf  sie  eindringen.
  Es  gibt  ja  nichts  Herrlicheres  und  Mannigfaltigeres
als  den  nackten  Menschen  in  der  freien  Natur,  die  ihn  umspült
  wie  ein  freundliches  Element.  So  wurde  er  auch  vom
            
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