flaumig weich hinter einander an das Ufer legt. Das Ufer
ist gelber Sand, und die Mädchen werfen veilchenblaue
Schatten darauf. Und die Sonne knistert im Blond der Haare
unc ^ = man möchte glauben = im Salz des Meerwassers,
von dem die rosigen Glieder gleissen. Das Roth und Grün
und Weiss der Kleider loht auf wie Flammen im Sonnenschein,
die man nicht merken würde, wenn sie nicht farbig
wären. Und noch immer, wie einst, wehen dem Künstler
die Elemente brüderlich durcheinander. Das eine sendet
seine Reflexe durch das andere, sie mischen sich und haben
eins vor dem anderen keine Geheimnisse, keine Undurchsichtigkeiten.
Man lispelt unbewusst jenen Vers aus Shelleys
„Alastor”: „Meer, Erde, Luft, geliebte Brüderschaft”. Das
alles, und der Mensch dazu, löst sich diesem Maler in einem
gemeinsamen Athmen, Weben, Blühen. Bei Liebermann
sieht sich eine solche Scene optischer an, sie kommt mehr
aus dem Auge als aus dem Gemüth. Bei Zorn ist es etwas
wie Feuerwerk, ein elektrisches Geflacker und Geprassel,
als mache sich die Natur einen Faschingsscherz. Bei Hofmann
ist es ein harmloses Freudenfest, durch das ein Zug von
Schwärmerei und Träumerei geht, ein Träumen mit offenen
Augen. So ist auch jene „Frühlingswiese”, auf deren lichtem
Grün sich ein ganzes Netzwerk von weichen, dunklen Schatten
kreuzt. Vorne steht ein blondes Mädchen, bis an den
Gürtel bloss, das Fleisch ganz durchhaucht von den Farben
des Himmels und der Wiese, die von allen Seiten auf sie eindringen.
Es gibt ja nichts Herrlicheres und Mannigfaltigeres
als den nackten Menschen in der freien Natur, die ihn umspült
wie ein freundliches Element. So wurde er auch vom