viduelles hineinbringen. Zugleich wird der
Hochgebildete, auf den allseits so viele Anregungen
einstürmen, sie nicht noch häufen,
sondern mit den Kunstformen sparsam umgehen.
In dem Rhythmus liegt aber das Wesentliche,
nicht in der Verwendung irgend
eines Motives. Die Kunstgeschichte lehrt uns,
dass seit den urältesten Zeiten, wo der Lotos
wegen seiner religiösen Bedeutung in die
Kunst drang, eigentlich immer nur Variationen
dieses einen Themas herrschten =
auch der sogenannte Akanthus ist eine solche
Variation =; nur gering ist der Zuwachs an
absolut Neuem. ©0©
© Natürlich wird jede Zeit aber die Formen
bevorzugen, in denen sich das Streben des
Künstlers und der Zeit am naturgemässesten
ausdrückt, wie es etwa der Schwan, die
Schwertlilie, die Sonnenblume für unsere
Zeit ist. Wir dürfen deshalb nicht jeden, der
diese Motive verwendet, für einen Plagiator
halten=wer wollte auch den Erfinder nachweisen?
==; dann wären alle Griechen mit
ihren Mäandern, alle Gothiker mit ihren
Fialen bis auf einen unehrlich gewesen. Nein,
auch solche Motive sind nur technische Hilfsmittel
zur Darstellung einer Idee; sind sie
einmal gefunden, so werden sie Gemeingut
der Menschen. Ihre Anwendung ist ehrlich,
Buchvignette
und
Kalendertitel
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