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Zeit, welche so viele Verlockungen hat, und an der noch 
ganz jungen Vergangenheit, welche neben der reifen 
Historie zu ihren Sinnen spricht, so dass sie darüber ihre 
Phantasie vergessen und den Tag leben und alle seine 
Kleinheiten und Beklemmungen auch. Denn der Tag ist 
gar laut und wichtig in der Stadt der vielen Feindschaf= 
ten und Falschheiten, und es gehen allmorgentlich zwei 
Sonnen auf über dem Hradschin: eine deutsche und eine = 
andere. Diese andere Sonne liebt das Land, und (was noch 
nothwendiger ist) sie begreift es. In ihrer Wärme entsteht 
eine innige und intime Kunst mit gutem (nur etwas stark 
von den Franzosen beeinflusstem) Nachwuchs, von der ich 
hier nicht zu sprechen habe. Unter der ersteren Sonne, der 
deutschen, schliessen sich verschiedene Künstlervereine = 
wie um grösserer Wärme willen = zusammen und ihre 
Mitglieder sind die Vertreter einer unnationalen, überall 
möglichen Kunst, die durch nichts auffällt und dem kaufen= 
den Publicum selten Aergernis gibt. So fliesst in den jährli= 
chen Weihnachtsausstellungen des „Vereines der deutschen 
bildenden Künstler in Böhmen” jene Mussestundenkunst 
alternder lediger Damen fast unmerklich mit den anderen 
Ausstellungsgegenständen zusammen. Einzelne tüchtige 
Arbeiten können kaum zu ihrem Rechte kommen, wo die 
Mittelmässigkeit sich so behaglich und so sehr anerkannt 
von der öffentlichen Meinung breit macht. Im deutschen 
Böhmen ist die Literatur = Zeitungsschreiberei und die bil= 
dende Kunst ihrerseits das geworden, was dem Journalis= 
mus entspricht. Es gibt nur zwei Wege, diesen Zustand 
irgendwie zu überdauern: entweder sich auf sich selbst 
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