zurückzuziehen, sich enger an das Land, seine Art und An=
muth anzuschliessen, als den einzigen Verkehr, der fördern
und festigen kann, = so wie es etwa Hans Schwaiger in
seinem mährischen Dörfchen thut, = oder in die Fremde zu
ziehen, wo sich so viel Grosses und Verheissungsvolles be=
gibt, mit einem freudigen Willen, alles anzuerkennen und
zu lernen, und mit der stillen Hoffnung im Herzen, als
Könner in die Heimat wiederzukehren, um sie neu und
würdig und reif auszusprechen mit echtgoldenen Worten.
© So zog Emil Orlik aus. So wird er noch einigemal aus=
ziehen, irgend einer rufenden Schönheit nach oder, um vor
irgend einer Grösse sich zu verneigen, wie er es in diesem
Jahre that, wo seine Fahrt bis nach Japan geht. Aber
immer, auch von dort, wird er in sein Heimatland, Böhmen,
zurückkommen, immer tiefer in dieses Land wird seine
Wiederkehr reichen, und immer umfassender und breiter
wird das Wiedersehen sein mit den wartenden Dingen, die
auf seine stille und ernste Kunst hoffen. © © ©
© Diese Kunst ist von allem Anfang streng gegen sich
selbst gewesen, und für den, der sie verfolgt hat, ist dieses
Unerbittlichsein gegen sich selbst, dieses stete sich bilden,
glätten, ründen zum einfachsten und kürzesten Ausdruck
hin, ihr vorzüglichstes Merkmal geblieben. Bei der überaus
offenen, gegen jede Freude freien Natur Orliks kann ich
mir sein frühzeitiges Abwenden von der Farbe nur durch
eine Art von Selbsterziehung erklären. Sein malerisches
Auge bringt von jedem Spaziergang tausend Eindrücke
mit, von kleinen Notizen über einen bewegten Zweig bis
zur breiten Wirkung flacher Landschaften oder belebter
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