Fach in der untersten Reihe anweisen möchten. ©0©
© Dahin gehört nur die schlechte und mittelmässige, die
alltägliche und gewöhnliche Caricatur, und dahin gehört
überhaupt alle schlechte und mittelmässige Kunst. Die Ca=
ricaturen werden wahrscheinlich deshalb etwas über die
Achsel angesehen, weil Leute, die nicht zeichnen können,
etwas Caricaturähnliches zustande bringen, wenn sie doch
einmal zum Stifte greifen. Die Zeichnungen, womit die
Schuljungen ihre Bücher und Hefte zieren, haben auf den
ersten Blick etwas Komisches und Lächerliches und brin=
gen uns sehr oft zum Lachen; dabei handelt es sich aber
nicht um den beabsichtigten Zweck des Zeichners, sondern
im Grunde stimmt uns nicht die Zeichnung selbst, sondern
die durch sie bethätigte Naivetät ihres Urhebers zur Hei=
terkeit. ©©©
© Eine gute, d. h. ähnliche und zugleich amüsante Cari=
catur herzustellen, ist beinahe schwieriger, als ein ähnliches
Porträt zu malen. Denn der Porträtist hat eigentlich nur
nöthig, die Natur abzuschreiben, um seine Arbeit ähnlich
zu machen; der Caricaturist dagegen muss alle von der
Normalform abweichenden Einzelheiten entdecken und
übertreiben, und dazu gehören nicht nur scharfe Augen und
genaue Kenntnis der Gesichtsstructur, sondern ausserdem
noch sehr viel Humor. ©©©
© Viele hundert geistreiche Leute haben sich schon den
Kopfüber das Wesen des Humors zerbrochen, aber zu einer
allgemein gütigen Definition ist es noch nicht gekommen.
Die bequemste und einfachste Definition hat der Engländer
THACKERAY geliefert: „EIN HUMORIST LACHT UND
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