Für V. S. gez. v.
Max Benirschke
EIN TULPENBLATT.
Von deinen Tulpen fiel das erste Blatt,
Es liegt am Fuss der stolz geschwung’nen Vase
Und lehnt sich auf am gletscherblauen Glase,
Und drüber flammt der Strauss in dreizehn Bränden,
Und eine von den Blüten züngelt so
In sich gekrümmt, als suche farbensatt
Ihr Leben eine kalte Ruhestatt
Und rette sich aus halb verbrannten Wänden.
Und eine andre ist so lichterloh
Geöffnet, dass wie zwischen Feuerwiegen
Die gelb gekrönte Samenpuppe prangt,
Die nach der Blüte nicht zurückverlangt,
Wenn alle Blätter abgefallen liegen.
PANKOW BEI BERLIN. RICHARD DEHMEL.
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